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Sachsen

Waldbrandgefahr steigt weiter

In vier Landkreisen gilt bereits die höchste Warnstufe 5. Vereinzelte Regenschauern bringen nur vorübergehend eine leichte Entspannung.

© dpa/Julian Stähle (Symbolfoto)

In Teilen Sachsens herrscht sehr hohe Waldbrandgefahr. "Das warme und trockene Osterwetter hat die Waldbrandgefahr in Sachsens Wäldern noch verstärkt", sagte eine Sprecherin des Staatsbetriebs Sachsenforst am Dienstag. In den nördlichen Regionen der Kreise Nordsachsen, Meißen, Bautzen und Görlitz galt am Dienstag laut einer Gefahrenkarte des Staatsbetriebs Sachsenforst die höchste Warnstufe 5. Von der Dübener Heide bis hin zur Muskauer Heide sollten vorerst keine Wälder mehr betreten werden. In den südlicheren Teilen der betroffenen Landkreise herrschte Warnstufe 4 - ebenso in Dresden. In den übrigen Regionen des Freistaats gilt mit Stufe 3 mittlere Waldbrandgefahr.

"Sachsenweit ist demnach Vorsicht geboten", hieß es. Vor allem die Wälder im Norden Sachsens gelten wegen ihrer vielen Nadelhölzer wie der Kiefer als gefährdet. Der Wald darf vorerst auf Anordnung des Landkreises Nordsachsen nicht betreten, öffentliche Straßen im Wald nicht verlassen werden. Der Deutsche Wetterdienst(DWD) berechnet die Waldbrandgefahr den Angaben zufolge unter anderem anhand der Bodenfeuchte sowie der Feuchtigkeit der Blätter, Nadeln und Äste auf dem Waldboden. Eine Rolle spielen auch die Struktur des Waldes und die Verdunstung.

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Vereinzelte Regenschauer bringen nach Einschätzung des DWD auch in den nächsten Tagen nur vorübergehend eine leichte Entspannung. Es gebe hier und da einen Schauer, aber keine flächendeckenden Niederschläge, sagte Meteorologe Florian Engelmann. Der April sei insgesamt wieder "arg trocken". Bis einschließlich Ostern fielen in Sachsen im Schnitt gerade einmal 2,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das langjährige Mittel für April liegt laut DWD bei 58,4 Liter pro Quadratmeter. Das sei "äußerst bedenklich", so Engelmann. Am trockensten war es demnach im vogtländischen Bad Elster mit 0,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In Zinnwald (Erzgebirge) fiel mit vier Litern pro Quadratmeter der meiste Niederschlag.

Die Trockenheit sei im Prinzip für einen April nicht ungewöhnlich, so Engelmann. Allerdings hätten die Böden nach dem extrem trockenen Jahr nach wie vor ein Feuchtigkeitsdefizit. Das bekommen auch die Landwirte zu spüren: "Vor allem in Ost- und Nordsachsen, wo es im Winter kaum Schnee und Regen gab", sagte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband. Vielerorts stünden die Landwirte vor dem gleichen Dilemma wie im April 2018: Die Sommersaat sei ausgebracht und drohe teilweise zu vertrocknen. Der starke Wind trockne die Böden zusätzlich aus.

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Betroffen war auch der Meißner Stadtwald: Polizei und Feuerwehr wurden am Sonntag und Montag gleich zu mehreren Bränden gerufen, insgesamt brannte eine Fläche von mehr als 4000 Quadratmetern. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. In der Dübener Heide (Nordsachsen) waren am Karfreitag drei Waldbrände ausgebrochen, im Adelsberger Wald von Chemnitz brannte es Montag. (dpa)