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Waldwege sind unbefahrbar

Bei Neusorge wurde Holz abgefahren. Einige Häuser sind jetzt nicht mehr erreichbar.

© SZ/Steffen Gerhardt

Von Steffen Gerhardt

Rothenburg. In Neusorge gibt es neue Sorgen. Dieses Mal aber nicht um die Landwirtschaft, sondern um die Forstwirtschaft. In den Wäldern nördlich des Rothenburger Ortsteiles wurden die Hinterlassenschaften des Sturmtiefs „Friederike“ und weiterer Holzeinschlag abgefahren. Und das mit großer Technik, die tiefe Eindrücke hinterlässt.

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Nicht nur in Neusorge sorgt man sich jetzt um die Waldwege – und dass sie kaum noch zu passieren sind. Im Stadtrat am Mittwoch wurde das Problem ebenfalls von einem Bürger angesprochen. Besonders in der Kritik steht dabei die Straße zum Hirsch. Sie führt von Neusorge nördlich durch den Wald zu ein paar Siedlungshäusern. Diese sind nun vom Rothenburger Gebiet abgeschnitten, da die Grundstücke mit normalen Fahrzeugen über diesen Waldweg nicht mehr zu erreichen sind.

Die Stadt Rothenburg hat bereits Konsequenzen gezogen. Wie Fachbereichsleiterin Marlen Kolodziej berichtet, wurde ein Teilstück für Fahrzeuge gesperrt, indem von beiden Seiten Schilder mit „Durchfahrt verboten“ aufgestellt wurden. Das betrifft laut Straßenverkehrsordnung Fahrzeuge aller Art. Also auch die Holztransporter. Doch die suchen sich ihre eigenen, meist kurzen Wege zur An- und Abfahrt. Dabei sollen sie auch über eine Brücke rollen, die nur für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen zugelassen ist. „Das Schild wird einfach ignoriert und wir als Stadt haben den Schaden“, sagte Stadtrat Hartmut Steinert. Diese Ignoranz sollte polizeilich abgestraft werden, zudem muss die Stadt einen Bauwerksprüfer beauftragen, der die Brücke auf Schäden kontrolliert, um sie gegenüber dem Forstbetrieb anzuzeigen. So lautete die Forderung aus dem Gremium der Räte.

Das Kreisforstamt ist jedoch nicht der Verursacher und somit auch nicht zuständig. Hier müsste sich die Stadt an die zuständigen Waldbesitzer wenden, heißt es auf Nachfrage der SZ aus dem Forstamt.

Im Stadtrat wurde davon gesprochen, dass ein Abfahren des Holzes auf anderen Wegen möglich sei. Aber da diese durch Naturschutzgebiet führen, verbietet es sich vom Gesetz her, dass dort Lkw unterwegs sind. Das warf unweigerlich die Frage auf, ob Vögel mehr wert sind als Menschen? Sie blieb am Mittwochabend unbeantwortet.

Stadtrat Siegmund Hähnchen nannte noch einen anderen Aspekt: Dass mit der Sperrung des Waldweges die Hirsch-Häuser weder für Rettungsdienste noch für Fahrzeuge zur Ver- und Entsorgung auf dem kurzen Weg erreichbar sind.

Dem Kreisforstamt sind die Probleme bekannt. Gegenüber SZ teilt das Amt mit, dass für die Instandhaltung von der Hirschstraße und dem Schwarzem Weg ein Unternehmen durch die Waldbewirtschafter beauftragt wurde. Die Maßnahme sollte in den nächsten Tagen beginnen. Ein früherer Termin war aufgrund des Bodenfrostes nicht möglich. Auch die Holzabfuhr ist erst seit rund 14 Tagen beendet. Nach dem Abziehen und Verdichten der Wege müssen sich diese noch setzen. Die Befahrbarkeit ist voraussichtlich ab Juni wieder gegeben.