Merken

Walter Hirrlinger

Die Deutschen werden immer älter und ihre Renten immer unsicherer. Walter Hirrlinger ist einer, dem dies seit langem keine Ruhe lässt. Der gebürtige Tübinger steht seit 16 Jahren an der Spitze des Sozialverbandes...

Teilen
Folgen

Die Deutschen werden immer älter und ihre Renten immer unsicherer. Walter Hirrlinger ist einer, dem dies seit langem keine Ruhe lässt. Der gebürtige Tübinger steht seit 16 Jahren an der Spitze des Sozialverbandes VdK. Aus dem einst etwas betulichen Verband hat der Sozialdemokrat eine schlagkräftige Lobbyorganisation für Senioren, Behinderte und Kriegsopfer geformt. Auf dem Höhepunkt der Diskussion über soziale Einschnitte der „Agenda 2010“ des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder (SPD) lenkte Hirrlinger massenhaften Protest älterer Menschen auf die Straßen. Am 24. Juni wird der Rentner-Funktionär 80 – und denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Der aufgrund einer Kriegsverletzung behinderte Verbandschef steht seit 1990 an der Spitze des VdK. Mitte Mai dieses Jahres wurde Hirrlinger für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Zu der Regierungschefin pflegt Hirrlinger nach eigenen Worten ein ebenso gutes Verhältnis wie zu anderen Spitzenpolitikern jeglicher Couleur. „Klar, die wollen es mit mir nicht verderben, damit ich nicht draufhaue“, sagt der Verbandspräsident schmunzelnd. Dennoch nimmt er kein Blatt vor den Mund. Für ihn ist klar, wo der Hebel für eine andere Sozialpolitik sitzt: „Die älteren Menschen haben noch nicht begriffen, welche politische Macht sie haben. 20 Millionen Rentner sind auch 20 Millionen Wähler.“ (dpa)