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Friedrich der Starke krönt sich zum Bob-Rekordweltmeister

Der Doppel-Olympiasieger aus Pirna gewinnt zum fünften Mal in Serie mit dem Zweier. Und noch ein Sachse jubelt.

Der Doppel-Olympiasieger ist jetzt fünf Mal hintereinander Weltmeister . Eine fast einmalige Leistung von Francesco Friedrich - und seinem Anschieber Thorsten Margis. © Tino Meyer

Aller großen Dinge sind ab sofort fünf. Francesco Friedrich hat es tatsächlich geschafft und sich zum fünften Mal in Folge zum Zweierbob-Weltmeister gekrönt. „Das ist schon sehr besonders“, sagt Friedrich, nachdem er kurz nach der Zieldurchfahrt erst mal seine Freude herausschreit. Durch den Kopf gegangen sei ihm dabei nicht so viel, aber den Druckabfall hat selbst er, der immer in sich ruht, schon deutlich gespürt.

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Im kanadischen Whistler demonstriert der 28-Jährige aus Pirna einmal mehr, dass er nun schon seit Jahren das Maß der Dinge im Eiskanal ist und demontiert die Konkurrenz de facto. Angeschoben vom Hallenser Thorsten Margis hat er am Samstagabend (Ortszeit) satte 0,59 Sekunden Vorsprung auf das kanadische Duo Justin Kripps/Cameron Stones auf deren Heimbahn sowie die Bestzeiten in sämtlichen Bahnsegmenten in allen vier Läufen – außer im Ziel nach Lauf eins.

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Dabei sind Friedrichs Fahrten nicht einmal fehlerfrei, allen voran die erste – die trotzdem zum Bahnrekord reicht, den ihm Kripps wenige Minuten danach gleich wieder abnimmt. Mit dem zweiten Lauf gehen Friedrich/Margis dann jedoch in Führung, die sie in Lauf drei auf 0,27 Sekunden ausbauen. Der vierte Lauf wird zur Triumphfahrt, wobei erst ab der  Ziellinie wirklich gejubelt wird. „Das ist eine spezielle Bahn und nicht irgendeine Rutsche, hier muss alles passen. Weil es mit 150 km/h durch eine der engsten Passagen der Welt geht. Und solange man nicht durch die 16. und letzte Kurve ist, sind die Messen nicht gelesen“, erklärt Friedrich, der Starke und scheinbar Unschlagbare.

Der WM-Dauersieger egalisiert damit nicht nur wie geplant den Uralt-Rekord der italienischen Legende Eugenio Monti, der vor 58 Jahren fünfmal hintereinander gewann, sondern kann nun bei der WM im nächsten Jahr im heimischen Altenberg mit dem sechsten Titel in Serie zum alleinigen Rekordweltmeister werden. „Wir haben gerade am Start wieder bewiesen, dass wir am Start die zu Schlagenden sind und in der Bahn die Gejagten. Ich hoffe und denke, dass wir das noch ein paar Jahre so weiter machen können“, sagt er.

Nach den Triumphen 2013 in St. Moritz, wo Friedrich mit 22 Jahren als jüngster Zweier-Weltmeister überhaupt schon eine Bestmarke aufstellte, 2015 dann in Winterberg, 2016 in Innsbruck sowie 2017 am Königssee ist der WM-Erfolg von Whistler der erste außerhalb von Europa – noch dazu auf der schnellsten und wohl gefürchtetsten Bahn der Welt. Auch das macht diesen fünften Titel so außergewöhnlich und besonders.

Sein Blick geht ins Weite, zu seinem ersten großen Titel. Der steht noch aus. Rundum zufrieden ist Nico Walther für den Moment aber auch mit dem Hier und Jetzt. © Robert Michael

Ebenfalls eine Premiere erlebt Nico Walther, Friedrichs Teamkollege vom BSC Sachsen Oberbärenburg. Mit Anschieber Paul Krenz fährt der gebürtige Altenberger und jetzige Dresdner, der als ausgemachter Viererspezialist gilt, zu seiner ersten Medaille im kleinen Schlitten. Seine Freude darüber ist mindestens genauso groß wie die der Sieger. 

Es fühlt sich für Walther, den Olympia-Vierten im Zweier, schließlich auch genauso an. „Endlich eine Medaille im Zweier, und das nach dieser schwierigen Saison mit meiner Verletzung. Wir haben bei keinem einzigen Weltcup-Rennen im Zweier auf dem Podium gestanden, dafür jetzt beim Höhepunkt. Also Ende gut, alles gut“, sagt der 28-Jährige und sein Gesicht spricht Bände. Anschieber Krenz stehen sogar Tränen in den Augen. „Ich hatte heute nur eine Bitte an Nico: Nur nicht wieder Vierter werden! Er hat sich super daran gehalten“, meint Krenz.

Ergebnis nach vier Läufen: 1.Friedrich/Margis (Oberbärenburg/Halle) 3:24,54 Minuten; 2.Kripps/Stones (Kanada) + 0,59 Sekunden; 3.Walther/Krenz (Oberbärenburg/Magdeburg) + 0,89; 4.Spring/Wright (Kanada) und Hall/Gleeson (Großbritannien) + 1,14; 6.Kibermanis/Miknis (Lettland) 1,24; 8.Lochner/Weber (Stuttgart/Winterberg) +1,51.

So sehen Sieger aus: Thorsten Margis, Francesco Friedrich, Paul Krenz und Nico Walther (von links) bei der Siegerehrung, als die deutsche Hymne gespielt wird. © Tino Meyer