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Wandeln auf neuen Stufen

Das Schloss in Struppen hat endlich eine Fluchttreppe. Und auch sonst gibt es Neuerungen.

© Norbert Millauer

Von Katharina Klemm

Struppen. Als der letzte Pinselstrich im Treppenhaus getan war, fiel den Mitgliedern des Schlossvereins Struppen wohl ein riesiger Stein vom Herzen. Denn nun war endlich die neue Treppe eingebaut und das entstandene Treppenhaus vorzeigbar. Mit der neuen Treppe gibt es nun einen zweiten Fluchtweg, mit dem der Verein baurechtlich abgesichert ist. Das Schloss kann nun guten Gewissens öffentlich genutzt werden.

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Eigentlich sollten alle Arbeiten schon bis Ende April beendet sein. Doch sie zogen sich länger als gedacht. Unter anderem sorgten Probleme bei der terminlichen Abstimmung mit den beauftragten Unternehmen für die Verzögerung, erklärt Dirk Ihlenfeldt. Er ist Vorsitzender des Vereins und mit seinem Architekturbüro verantwortlich für die Bauplanung. „Was lange währt, wird eben gut“, scherzt er. Schließlich steht die Treppe ja jetzt, warum also auf der Verzögerung herumreiten. Ausfallen musste wegen der längeren Bauzeit glücklicherweise nur eine Veranstaltung. Das Warten hat sich allemal gelohnt. Die moderne Stahltreppe mit Holzstufen fügt sich wunderbar in das denkmalgeschützte Gemäuer ein.

Gleichzeitig sind im ersten Obergeschoss moderne Sanitäranlagen entstanden. Die sind für öffentliche wie private Veranstaltungen im Schloss dringend notwendig gewesen. An zahlreichen Stellen – vor allem in den WC-Räumen – sind die Wände nicht gemalert worden. Dort erkennt man historische Farbschichten, die von Restauratoren des Denkmalamts gesichert worden sind, so der Vereinsvorsitzende. Für die Bauarbeiten in diesem Jahr waren rund 130 000 Euro geplant. Etwa 10 000 Euro weniger hat es nun laut Dirk Ihlenfeldt gekostet. Günstigere Angebote bei der Ausschreibung seien der Grund dafür. Die Kosten müssen die Gemeinde Struppen als Besitzer des Gebäudes und der Verein nicht alleine stemmen. Vom Fördermittelprogramm Leader wurden etwa 75 000 Euro bewilligt.

Und es ist noch etwas Neues im Schloss entstanden: eine Cateringküche. Die hat der Verein in Eigenleistung organisiert und eingebaut. Damit ist das Schloss für Feiern aller Art nun noch besser ausgerüstet. In der Küche können gelieferte Speisen noch einmal aufbereitet werden. Außerdem stehen mehrere Kühlschränke bereit.

Im nächsten Jahr plant der Verein, den Flur im Erdgeschoss zu sanieren. Schließlich laufen die Gäste dort entlang, wenn sie nach oben in den Festsaal wollen. Und auch die historische Wendeltreppe soll saniert werden. Eine zweite Treppe gibt es ja nun.