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Wann kommt Leben in die Ost-Kaufhalle?

Bevor der Klinikverein in Löbau einziehen kann, muss umgebaut werden. Ein fixes Datum gibt es dafür nicht – aber Pläne.

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© Rafael Sampedro

Von Marcus Scholz

Löbau. Die ehemalige Kaufhalle in Löbau-Ost wirkt derzeit nicht gerade einladend. Teile der weißen Fassade sind verschimmelt, Fenster mit Holzplatten versperrt und von Werbewänden blättern Plakate ab. Seit Herbst 2013 steht das Gebäude leer und die Zeit rund um die frühere Kaufhalle scheint seitdem stillzustehen. Aber es naht Hoffnung. Die Stadt Löbau hat das Gebäude einem Duisburger für 45000 Euro abgekauft und es unter ihre Fittiche genommen. Nun soll die leere Kaufhalle wieder mit Leben gefüllt, zuvor aber umgekrempelt werden. „Wir haben bereits Bauantrag gestellt“, teilt Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) mit.

Das Stadtoberhaupt hat konkrete Pläne, wie es mit der alten Kaufhalle weitergehen soll. Lebensmittel werden in dem Gebäude demnach künftig keine mehr verkauft – höchstens mal ein Bier. Vorgesehen ist, dass zum einen der Klinikverein sein bisheriges Domizil am Theaterplatz verlässt und in die alte Kaufhalle zieht.

Der Jugendklub soll aber nicht das gesamte Areal zugesprochen bekommen. „Wir teilen die Kaufhalle ab. 50 Prozent bekommt der Klub Klinik, die übrige Fläche nutzt die Stadt“, sagt Buchholz. Etwa als Lagerräume für die angrenzenden Kindereinrichtungen Grundschule und Kita „Am Löbauer Berg“. Wann genau Jugendklub und Stadt das alte Gebäude beziehen, ist derzeit noch unklar. OB Buchholz hat sich auf kein festes Datum festlegen wollen und stattdessen nur mitgeteilt, dass alles noch in diesem Jahr vonstatten gehen werde.

Für die Mitglieder des Klinikvereins heißt das, wenig Planungssicherheit zu haben. Denn die Jugendlichen und Junggebliebenen des Klubs sitzen am Abend nicht nur beieinander, trinken ein Bier oder spielen Billard. Sie stellen auch Veranstaltungen, wie etwa Konzerte, auf die Beine.

Am vergangenen Sonnabend ist bereits der erste Abend mit Livemusik für dieses Jahr über die Bühne gegangen. Wie Steve Hübel, Vorsitzender des Klinikvereins mitteilt, sind auch für Februar schon zwei Konzerttermine am aktuellen Standort am Theaterplatz fix. „Natürlich planen wir auch schon die nächsten Monate“, sagt Hübel. Die Mitglieder des Klinikvereins würden es deswegen begrüßen, zeitnah zu wissen, wann sie nach Löbau-Ost müssen.

In besagtem Stadtteil scheint die Nachricht, dass bald ein Jugendklub zwischen den Plattenbauten stehen wird, derweil nicht bei allen Anwohnern gut anzukommen. Sowohl bei der SZ als auch im Löbauer Rathaus haben sich Bürger gemeldet, die nächtliche Ruhestörungen befürchten. „Es soll sogar eine Unterschriftensammlung gegen uns geben“, sagt Steve Hübel vom Klinikverein. Allen Befürchtungen möchte der Vorsitzende der Kliniker aber entgegenwirken. In Zusammenarbeit mit der Stadt werde die alte Kaufhalle so umgebaut, dass umliegende Anwohner von Lärm, wie etwa lauter Musik bei Konzerten, nichts mitbekommen. Das sei schließlich auch im Sinne des Klinikvereins, so Hübel. OB Buchholz ist die Nachricht einer Unterschriftensammlung dagegen neu. „Wo soll die Ruhestörung denn dann herkommen?“, fragt er sich und bekräftigt, dass in Sachen Schallschutz alles Erforderliche getan werde. Um die leere Kaufhalle salonfähig zu machen, sollen zusätzlich auch noch Elektrik und Beleuchtung überholt werden. „Gestalten muss der Verein seine Räumlichkeiten aber selbst“, sagt Buchholz. Zusätzlich fallen auch noch Kosten für Wasser und Energie an, die der Verein selbst tragen muss. Was das die Kliniker am Ende kosten wird, darauf ist Hübel schon jetzt gespannt.

Mit ihrem neuen Domizil haben sich die Mitglieder des Klinikvereins dennoch angefreundet. „Löbau-Ost liegt nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt. Außerdem gibt es einen Parkplatz direkt vor der Tür“, sagt Steve Hübel. Beim eigentlich angedachten neuen Standort des Klubs hätte es da schon anders ausgesehen. „Wir haben auch das alte Jägerbistro an der Georgewitzer Straße besichtigt“, so Hübel. Der Standort sei aber schließlich als zu weit entfernt vom Stadtzentrum eingestuft worden. „Für ein Feierabendbierchen wäre keiner extra dorthin gelaufen“, so der Vereinsvorsitzende.