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War der Dauerlauf beim Sportfest Pflicht?

Eltern der Goethe-Schule sagen, dass ihre Kinder die 800 Meter bei Hitze laufen mussten. Die Schulleitung relativiert.

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© Marko Förster

Von Mareike Huisinga

Pirna. Thema Nummer eins auf der SZ-Facebook-Seite ist nach wie vor das übel ausgegangene Sportfest der Goethe-Oberschule in Pirna. Wegen mehrerer Unfälle wurde das Fest am Mittwoch bei Hitze abgebrochen. Die betroffenen Kinder mussten im Pirnaer Klinikum versorgt werden.

Viele Facebook-Nutzer sind empört und stellen die kritische Frage, ob die Schulleitung das Fest nicht wegen der hohen Temperaturen im Vorfeld hätte absagen müssen. Die Schule rechtfertigt sich jedoch. Die Unfälle stünden in keinem Zusammenhang mit der Hitze, es seien Sportunfälle gewesen, so Direktorin Bärbel Merker. Trotzdem zweifeln viele Nutzer und Eltern an dieser Erklärung. Sie betonen, dass der anstrengende Dauerlauf über 800 Meter für die Kinder verpflichtend gewesen sei. In dem SZ-Artikel vom 16. September erklärt Merker, dass die Teilnahme daran freiwillig war. Yvonne Atmaca, eine Mutter, kann diese Aussage nicht bestätigen. Sie schreibt: „Also mein Sohn musste mitmachen. Er wurde nicht gefragt, ob er will oder nicht.“ Andere Eltern äußern sich ähnlich, unter anderem Eva Mirschel. „Meine Tochter und deren Klasse mussten auch laufen“, postet sie auf der Seite.

Auf erneute SZ-Nachfrage relativiert die Schulleitung. „Am Anfang des Sportfestes wurden die 800 Meter, wie vorgesehen, gelaufen. Nach dem zweiten Einsatz eines Notarztes war diese Disziplin freiwillig“, erklärt Sportlehrerin Kathrin Hentzschel.

Direkte Reaktionen der Eltern an die Schulleitung gab es bisher nicht, sagt Merker. Noch am Mittwoch habe sie das sächsische Kultusministerium über den Vorfall informiert. „Mein Bericht wurde sachlich aufgenommen und nicht weiter kommentiert“, berichtet Bärbel Merker.