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Waren mit fremdem Geld bezahlt

Eine 31-jährige Frau steht wegen Betrugs vor Gericht. Sie hatte die Wehrlosigkeit eines behinderten Menschen ausgenutzt.

© dpa

Von Helene Krause

Döbeln. Weil sie mehr haben wollte, als sie sich leisten kann, dachte sich eine 31-jährige Frau aus Rossau einen fiesen Plan aus. Sie kaufte im Zeitraum von November 2015 bis März 2016 Waren ein, die ein geistig behinderter Mann für sie bezahlte. Weil dem Betreuer des Behinderten die Fehlbeträge auf dem Konto auffielen, erstattete er Anzeige. Jetzt stand die Frau wegen der Taten vorm Amtsgericht Döbeln. Der Vorwurf: Betrug in fünf und Computerbetrug in elf Fällen.

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So soll die Angeklagte am 3. November 2015 gemeinsam mit dem Opfer im Elektronikfachgeschäft Medimax in Lichtenau zwei Mobiltelefone erworben und Handyverträge abgeschlossen haben. Dem Verkäufer täuschte sie vor, dass der Behinderte ihr beim Bezahlen der Waren helfen würde. Im Vertrauen darauf, dass die Güter bezahlt würden, gab der Verkäufer die Handys heraus. Die gleiche Masche wandte sie Tage später im selben Geschäft noch einmal an. Diesmal kaufte sie zwei Fernseher.

Wenig später erstand sie in einem Elektronikfachgeschäft in Röhrsdorf auf Kosten des Geschädigten ein weiteres Mobiltelefon und eine X-Box. Danach bestellte sie mehrfach über ihr Handy bei verschiedenen Internetversandhändlern Shirts, Jacken, Röcke, Schuhe und andere Kleidungsstücke. Als Besteller gab sie den Geschädigten an. Die Waren kassierte sie und behielt sie für sich. Durch die Betrugshandlungen soll dem Opfer ein Schaden in Höhe von rund 4200 Euro entstanden sein.

Die Taten gesteht die Angeklagte. Als Grund gibt sie an, dass sie Ansprüche an das Leben hatte. Sie ist mehrfach, auch einschlägig, vorbestraft, hat keinen Schulabschluss und keine Berufsausbildung. Wie sie sagt, habe ihre Mutter nicht gewollt, dass sie einen Beruf erlernt. Die Mutter soll sie aus der Schule genommen haben, damit sie mit ihr in einer Reinigungsfirma Geld verdient. Der elfjährige Sohn der Angeklagten lebt in einer Pflegefamilie in Bayern. Ihre Schulden belaufen sich auf 15 000  Euro.

In der Zeugenbefragung stellt sich heraus, dass einer der Zeugen vom Opfer ein Handy geschenkt bekam. Er war mit dabei, als die Angeklagte und der Geschädigte in Röhrsdorf das Mobiltelefon und die X-Box erstanden. Richterin Karin Fahlberg stellt daraufhin das Verfahren gegen die Angeklagte in diesem Anklagepunkt ein. Weil mehrere Abbuchungen zurückgebucht und Kleidungsstücke zurückgegeben wurden, verringert sich der Schaden auf rund 2180 Euro. Dieser Wert wird vom Gericht als Wertersatz einbezogen.

Richterin Fahlberg verurteilt die Beschuldigte wegen fünffachen Betrugs und elffachen Computerbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Weil sie die Strafen aus drei Strafbefehlen noch nicht bezahlt hat, gehen diese in das Urteil mit ein. Sie war ohne Führerschein mit einem Auto gefahren. Die Freiheitsstrafe wird auf zwei Jahren Bewährung ausgesetzt. Als Auflage muss die Beschuldigte 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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