merken

Warnstreik bei Bombardier

Über 500 Mitarbeiter des Bautzener Waggonbaubetriebes traten am Freitag in einen halbstündigen Ausstand.

© Carmen Schumann

Geduldig wartet das Lieferfahrzeug vor dem Werkstor des Bautzener Bombardier-Werkes. Für eine halbe Stunde geht am Freitagvormittag gar nichts mehr. Rund 500 Mitarbeiter halten die Einfahrt besetzt. Sie folgen dem Aufruf der IG Metall zu einem Warnstreik. Das sind zwei Drittel der an diesem Tag anwesenden Belegschaft.

Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Drei Anliegen wollen die Schienenfahrzeugbauer mit ihrem Warnstreik durchsetzen. Zum einen schließen sie sich der Forderung der IG Metall zu einer 5,5-prozentigen Lohnerhöhung an. Bei der Tarifrunde mit den Arbeitgebern am Donnerstag in Radebeul hatten die Arbeitgeber nur 2,2 Prozent angeboten. Der IG-Metall-Bevollmächtigte für Ostsachsen Stephan Hennig, der an den Verhandlungen teilgenommen hatte, bezeichnete die Forderungen der Arbeitgeber als „unverschämt“ und als eine „Sauerei“. Durch „merkwürdige Rechnungen“ und die Einbeziehung von Tarifstufen aus dem Vorjahr hätten die Arbeitgeber die Lohnerhöhung auf 4,8 Prozent schöngerechnet. Die Bombardier-Mitarbeiter quittieren dies mit Pfiffen. Der Betriebsratsvorsitzende von Bombardier Bautzen Gerd Kaczmarek sagt, dass die erkämpften Tarife sich ja auch auf umliegende branchenähnliche Gewerke auswirken. „Wenn Betriebe gute Leute halten wollen, müssen sie nachziehen“, sagt er. Außerdem sei auch die Entlohnung der Leiharbeiter daran gekoppelt. Man habe zwar noch keine Gleichstellung, aber immerhin eine Besserstellung der Leiharbeiter erreichen können.

Stark machen sich die Bombardier-Beschäftigten auch für die Fortführung des Altersteilzeit-Tarifvertrages, der Ende März ausläuft, sowie für einen Bildungsteilzeit-Tarifvertrag. Letzterer ist eine relativ neue Forderung der IG Metall, die sich aus einer bundesweiten Beschäftigtenbefragung aus dem Jahr 2013 ergeben hatte. Den Gewerkschaften geht es darum, die Prinzipien der Altersteilzeit auf Bildungsmaßnahmen zu übertragen. Denn mehr als die Hälfte der Befragten hatten geäußert, dass sie mehr Zeit und Geld für Bildung brauchen, so zum Beispiel für eine Meister- oder Techniker-Ausbildung. Bei den Tarifverhandlungen hatten die Arbeitgeber angeführt, sie gäben schon genügend Geld für Bildung aus. Doch dabei handele es sich, so Gerd Kaczmarek, nur um Fortbildungen, wie sie beispielsweise bei der Einführung neuer Produkte notwendig seien. (cs)

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.
Wahl-Special