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Bautzen

Früchteverarbeiter im Warnstreik

Die Beschäftigten der Firma Lausitzer in Sohland fordern Westlöhne. Ein Fakt ärgert sie besonders.

Im Warnstreik befinden sich zurzeit Beschäftigte der Firma Lausitzer Früchteverarbeitung in Sohland/Spree.
Im Warnstreik befinden sich zurzeit Beschäftigte der Firma Lausitzer Früchteverarbeitung in Sohland/Spree. © Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Sohland/Spree. Die Beschäftigten des Unternehmens Lausitzer Früchteverarbeitung in Sohland/Spree sind in der Nacht zu Montag erstmals in einen Warnstreik getreten. Er soll 24 Stunden dauern. "Seit 7 Uhr morgens findet eine Streikversammlung vor dem Betrieb statt", berichtet Elisa Rabe von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Sie hatte im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen in der sächsischen Ernährungsindustrie zu der Aktion aufgerufen.

Die knapp 100 Beschäftigten von Lausitzer fordern eine Angleichung ihrer Löhne an das Westniveau. Im monatlichen Entgelt bestehen laut NGG noch Lohnunterschiede von über 700 Euro zu vergleichbaren Betrieben in Westdeutschland. Das Sohlander Unternehmen produziert vor allem Obst- und Gemüsekonserven sowie Säfte. Hergestellt werden neben der eigenen Marke auch Marken wie Lockwitzgrund Fruchtsäfte, Kinella Kindergetränke oder Dresdner Striezel Glühwein.

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Bereits im März hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Sie wurden aber wegen der Corona-Epidemie ausgesetzt. "Der Sächsische Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss verweigert bisher Verhandlungen zur Lohnangleichung. Er hat stattdessen seinen Mitgliedsfirmen eine Lohnerhöhung von drei Prozent empfohlen, die in fast allen Firmen umgesetzt wurde", heißt es von der NGG. Für eine Angleichung seien aber wesentlich höhere Lohnsteigerungen nötig.

Bei der Lausitzer Früchteverarbeitung bestehe die Besonderheit darin, dass Geschäftsführer Werner Deharde zugleich Vorstandsvorsitzender des Sächsischen Arbeitgeberverbandes Nahrung und Genuss sei, aber seinen Beschäftigten noch nicht mal die dreiprozentige Erhöhung gegeben habe.

„Die Arbeitgeber haben bisher nicht die Zeichen der Zeit erkannt. Im 30. Jahr der Deutschen Einheit muss die Lohnmauer endlich fallen“, erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG Ost. In den vergangenen Tagen wurde bereits unter anderem beim Unternehmen Bautz’ner Senf, beim Frosta-Tiefkühlwerk in Lommatzsch und im Vandemoortele-Werk in Dresden die Arbeit niedergelegt. Das Tarifgebiet der Ernährungsindustrie Sachsen umfasst insgesamt über 1.300 Menschen in einem Dutzend Betrieben. (SZ)

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