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Warnung vor Inkasso-Schwindlern

Eine Anwaltskanzlei mit Sitz in London gibt vor, Forderungen einzutreiben. Das Konto hat sie aber nicht in England.

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© dpa

Döbeln. Eine sogenannte Kanzlei Petersen & Partner versendet derzeit im Namen des angeblichen „Fachverbandes der Lotterie und Glücksspielanbieter Deutschland“ Inkassoforderungen in Höhe von insgesamt 750,86 Euro. Darüber informierte gestern das Meißner Büro der Verbraucherschutzzentrale Sachsen.

Die Kanzlei bietet zur Erledigung der Forderung einen Vergleich in Höhe von 323 Euro an. Sie verspricht, nach ordnungsgemäßer Zahlung die Restforderung zu erlassen. Erfolge jedoch keine Zahlung, würde die Zahlungsaufforderung gerichtlich geltend gemacht werden.

Laut Schreiben hat die Kanzlei Petersen & Partner, die die Inkassoforderungen verschickt, ihren Sitz in London. Das Bankkonto, das für die Zahlungseingänge angegeben wurde, befindet sich in Rumänien. „Spätestens hier sollten Leser des Briefes stutzig werden“, so Beate Saupe von der Verbraucherzentrale Sachsen. Das lässt sich daran erkennen, dass die IBAN nicht mit DE für Deutschland beginnt, sondern mit RO für Rumänien. Fraglich ist bei diesen Schreiben auch, wer derjenige sein soll, der die Forderung geltend macht, da es einen Fachverband für Lotterie und Glücksspielanbieter in Deutschland überhaupt nicht gibt.

Einfach nicht reagieren

„Verbraucher sollten diese Forderungen auf keinen Fall zahlen und brauchen auf dieses Schreiben nicht zu reagieren“, rät Saupe. Betroffene Verbraucher können allerdings der Verbraucherzentrale Sachsen ihre Erfahrungen mit Inkassodienstleistern schildern.

Um dubiose Geschäftspraktiken und zweifelhafte Inkassoforderungen aufzudecken, sammelt die Verbraucherzentrale Sachsen noch bis zum 31. August Beschwerden und Fallschilderungen von Betroffenen.

Generell gilt: Nur wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid eingeht oder eine berechtigte Forderung vorliegt, muss reagiert werden. „Deshalb sollte man stets anhand der eigenen Unterlagen prüfen, ob überhaupt ein Vertrag mit dem Auftraggeber des Inkasso-Anbieters vorliegt. Seriöse Inkassoschreiben können daran erkannt werden, dass sie bestimmte Pflichtangaben wie den Namen und die Firma des Auftraggebers, den Vertragsgegenstand und das Datum des Vertragsschlusses beinhalten“, erklärt Saupe abschließend.

Näheres zu der Aktion gibt es auf der Internetseite der sächsischen Verbraucherschutzzentrale.