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Warten auf den Hafenausbau

Der Hafenbetreiber hat aus seiner Sicht alle Hausaufgaben erledigt. Jetzt hofft er auf grünes Licht für das neue Terminal.

© Lutz Weidler

Von Britta Veltzke

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Riesa. Das wichtigste Projekt der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO) ist auch in diesem Jahr der geplante Bau des neuen Containerterminals im Riesaer Hafen. Daran ließ SBO-Chef Heiko Loroff bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch keinen Zweifel. Die Anlage soll im südlichen Bereich des Geländes zwischen Hafen- und Schlossbrücke entstehen. Seit Jahren hängt das Vorhaben des Staatsbetriebs in der Warteschleife. „Das bremst unser Wachstum. Wir haben keine Zeitfenster mehr für weitere Kunden. Wir brauchen das neue Terminal dringend.“

Aktuell könnten mit den vorhandenen Kapazitäten täglich anderthalb, wenn alles gut laufe, maximal zwei Züge am Tag abgefertigt werden. „Mit dem neuen Terminal können wir drei Züge schaffen.“ An Tagen, an denen die Containerlinie zwischen Riesa und Hamburg wegen Niedrigwassers nicht fahren konnte, habe man bereits Engpässe erreicht. „Da mussten wir verstärkt Lkws auf die Straßen schicken. Wir haben gelernt, zu improvisieren.“ Aber das sei endlich. „Wenn der Beschluss noch länger auf sich warten lässt, müssen wir irgendwann die Entscheidung treffen, auf der Nordseite zu investieren.“

Was für den Bau des Terminals fehlt, ist das Okay von Sachsens höchster Verwaltungsbehörde, der Landesdirektion. Nach Einwänden von Anwohnern und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) musste der Hafenbetreiber die Unterlagen, die für die Zustimmung nötig sind, noch einmal überarbeiten. Wie laut wird es in Gröba sein, wenn das neue Terminal in Betrieb ist? Wie viel heller, wenn auch nachts gearbeitet wird? Und wie wirkt sich die Erweiterung auf den Verkehr aus, wenn noch mehr als die aktuell rund 43 000 Standardcontainer im Jahr in Riesa umgeschlagen werden? Mitte Februar sollen die überarbeiteten Unterlagen und neuen Gutachten an die Landesdirektion gehen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir hoffen, dass wir im Sommer den Planfeststellungsbeschluss bekommen und 2019 mit dem Bau beginnen können“, so Loroff.

Als größten Gegenspieler empfindet Loroff aktuell die Umweltverbände. Ob der BUND das Verfahren noch weiter behindern wird, kann der SBO-Chef nicht einschätzen. „Der Gesetzgeber lässt die Türen dafür auf jeden Fall offen.“ Aus seiner Sicht gehe es dem BUND nicht um den Schutz einzelner Arten, sondern darum, die Schifffahrt auf der Elbe per se zu unterbinden.

Daraus macht Franziska Heß vom BUND keinen Hehl. „Die Anzahl der Schiffe auf der Elbe rechtfertigt den Ausbau nicht.“ Dennoch werde man nicht unter allen Umständen von dem Recht Gebrauch machen, gegen den Planfeststellungsbeschluss zu klagen, sobald dieser vorliegt. „Aber wir werden natürlich sorgfältig prüfen, ob alle unsere Einwände berücksichtigt wurden.“

Hafenfest zum 130. Geburtstag

Zumindest die Anwohner haben sich laut Heiko Loroff inzwischen mit den Ausbauplänen arrangiert. Hafennachbar Toralf Schadewitz kann sich allerdings nicht erklären, wie der SBO-Chef darauf kommt. „Ich kenne viele Gröbaer, die gegen den Ausbau sind. Man muss sich vor Augen führen, dass der Hafen mitten in einem Wohngebiet liegt. Wir bekommen jetzt schon mit, wie laut es ist, wenn die Container aufeinandergestellt werden.“

Aus seiner Sicht wurden mit dem Bau der Containerservicehalle Tatsachen geschaffen, um die Hafenerweiterung zu rechtfertigen. In dem Neubau auf der Hafensüdseite werden seit 2015 Container repariert und umgebaut. In unmittelbarer Nähe hat der Hafenbetreiber jüngst eine Fläche zugekauft. „Es handelt sich hier um ein Grundstück, das früher auch schon zum Hafengelände gehört hat“, erklärt Heiko Loroff und tritt damit einem Gerücht entgegen, der Hafen habe massiv Grundstücke aufgekauft.

Die SBO wollen sich weiter um ein gutes Verhältnis zu den Gröbaern bemühen. „Wir gehören hier zur Tradition“, so Loroff. In diesem Jahr feiert der Hafen seinen 130. Geburtstag. Der Betreiber will daher im Sommer ein Hafenfest schmeißen. Am letzten Augustwochenende soll – parallel zum Stadtfest in der Innenstadt – in Gröba gefeiert werden. Ob die SBO gleichzeitig auf grünes Licht für den Ausbau anstoßen kann, bleibt abzuwarten. Landesdirektionssprecher Holm Felber lässt durchblicken, dass er das für ambitioniert hält. „Wenn alle Unterlagen vollständig sind, schauen noch mal die Umweltbehörde, die Stadtverwaltung, Versorgungsunternehmen darauf – alle, die von der Erweiterung betroffen sind.“