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Warten auf die E-Tankstellen

Während im ganzen Landkreis Ladestationen für Elektroautos wie Pilze aus dem Boden schießen, braucht Görlitz mal wieder etwas länger.

© Archivfoto: André Schulze

Von Daniela Pfeiffer

Görlitz. Gern hat Bürgermeister Michael Wieler das sicher nicht verkündet. Aber wenn man konkret gefragt wird – und zwar öffentlich im Stadtrat – muss man antworten. Wann denn nun das lange versprochene Konzept zur Elektromobilität in Görlitz komme, lautete die Frage. So schnell wohl nicht, musste Wieler eingestehen. Zwar arbeite man seit einem halben Jahr an diesen Fragen, aber die Finanzierung sei noch nicht klar. Und hier muss die Stadt jetzt einen Rückschlag hinnehmen: Der Bund fördere keine solchen Konzepte mehr. Nun hofft der Bürgermeister auf Saena. Das ist die in Dresden ansässige Sächsische Energieagentur GmbH. Sie befasst sich mit Energieeffizienz in Kommunen, Unternehmen und an Gebäuden sowie Elektromobilität und Erneuerbare Energien. Mit Saena will Wieler nun Gespräche führen, in der Hoffnung, dass es Möglichkeiten auf Förderersatz gibt.

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Saena ist in Görlitz keine Unbekannte mehr. Im Januar etwa gab es im Schlesischen Museum eine Informationsrunde über „Kommunales Energiemanagement: Wie mit wenig Geld viel erreicht werden kann“. Trotzdem: Bislang ist deutlich weniger passiert, als sich das mancher Stadtrat oder Elektroauto-Fahrer erhofft hat. Es gibt im Stadtgebiet nur eine einzige öffentliche Ladestation für Elektroautos – die der Stadtwerke. 2016 auf dem Stadtwerkegelände eingerichtet, ist sie wegen der Baustelle Postplatz derzeit allerdings nicht erreichbar. Im Landkreis hingegen geht es schneller mit Ladestationen – und zwar ohne große Konzepte. So haben inzwischen schon etliche Kommunen Ladestationen – beispielsweise Zittau, Jonsdorf, Großschönau, Weißwasser oder Rothenburg. In Weißwasser äußerte sich Bürgermeister Torsten Pötzsch erst gestern bei Facebook erfreut darüber, wie die Ladesäule auf dem Marktplatz, die durch die Stadtwerke Weißwasser aufgestellt wurde, mehr und mehr Nutzer finde. In Rothenburg haben 2015 die Görlitzer Stadtwerke die Ladestation eingerichtet, auch dort am Marktplatz.

In Görlitz sollen es mehr werden, das Thema Elektromobilität generell soll vorankommen. Die CDU wollte Oberbürgermeister Deinege längst per Stadtratsbeschluss mit einem Konzept beauftragen. Doch die Rathausspitze bremst das immer wieder mit dem Hinweis auf die fehlende Finanzierung aus. Zugleich schieben Rathaus-Mitarbeiter den Schwarzen Peter den Stadträten zu, die den Auftrag zur Erstellung eines Konzeptes ja noch nicht beschlossen hätten. So hatte Stadtplaner Hartmut Wilke im Februar gegenüber der SZ geäußert, dass ein Konzept bisher keinesfalls versprochen war, sondern man noch auf die Beschlussvorlage der Willensbekundung warte. Sie befinde sich immer noch in Vorbereitung, erhalte aber Ideen zur Versorgung mit Elektrofahrzeugen. Demnach sollen mögliche weitere Standorte für Tanksäulen untersucht werden.