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Warum das Leben jetzt später erwacht

Zusteller wie Frank Geißler sorgen früh am Morgen dafür, dass die Zeitung pünktlich bei den Lesern ist – auch in Corona-Zeiten. Einer der #CoronaHeldenSachsen.

Dieser Briefkasten in der Nähe der Burg Mildenstein ist einer der letzten, den Frank Geißler auf seiner täglichen Tour mit dem Döbelner Anzeiger bestückt. Normalerweise ist es da aber noch dunkel.
Dieser Briefkasten in der Nähe der Burg Mildenstein ist einer der letzten, den Frank Geißler auf seiner täglichen Tour mit dem Döbelner Anzeiger bestückt. Normalerweise ist es da aber noch dunkel. © Dietmar Thomas

Jeden Morgen zwischen 2.30 und 3.30 Uhr beginnt für Frank Geißler der Arbeitstag. Zu dieser Zeit hat der Fahrer der für den Pressevertrieb in der Region zuständigen Firma Bauer bereits die Pakete mit aktuellen Tageszeitungen auf dem vereinbarten Platz abgelegt.

Frank Geißler steigt in sein Auto und macht sich auf den Weg nach Gersdorf und Tragnitz. Für diese beiden Gebiete ist der 62-jährige Leisniger nebenberuflich als Zusteller zuständig. Als Springer übernimmt er hin und wieder noch andere Touren. 

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Etwa zwei bis drei Stunden ist er an den Werktagen und sonnabends unterwegs und verteilt die Zeitungen in den Briefkästen. Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist es besonders wichtig, dass die Leser pünktlich mit Informationen versorgt werden.

In welchem Jahr Frank Geißler mit der Arbeit als Zusteller begonnen hat, daran kann er sich gar nicht mehr ganz genau erinnern. „Aber es ist mindestens zehn Jahre her“, sagt er. Im Dunkeln sei es bei neuen Touren oder Vertretungen manchmal gar nicht so einfach, die Briefkästen zu finden. 

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Deshalb dauern noch unbekannte Zustellgebiete an den ersten Tagen auch etwas länger. „Manchmal fahre ich schon am Vortag eine Runde und schaue mir die Gegebenheiten vor Ort an“, sagt er.

Auf Abstand muss er während seines Einsatzes in der Corona-Krise nicht achten. Er ist allein unterwegs – und trifft in diesen sehr frühen Morgenstunden nur ganz selten auf einen Menschen. Hin und wieder hat er aber tierische Begegnungen: Dachse, Waschbären, Marder und Rehe kreuzen des Öfteren seinen Weg. 

„Da muss man mit dem Auto ganz schön aufpassen.“ Auch herrliche Sonnenaufgänge habe er auf seiner rund 30 bis 40 Kilometer langen Tour schon erlebt. „So ist der Job auch ein bisschen romantisch“, sagt Frank Geißler und lacht.

Aufgefallen ist ihm seit Inkrafttreten der Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen, dass das Leben in Leisnig und den Ortsteilen viel später erwacht. „Es ist sogar noch ein bisschen ruhiger, als in den Schulferien“, sagt er. Sonst sind kurz vor seinem Dienstschluss manchmal schon die Kinder zum Schulbus unterwegs und die ersten Leute fahren zur Arbeit. „Jetzt herrscht meist noch Stille, wenn ich die Zeitungen in die Briefkästen stecke."

Als Sportler Zwangspause

Auch die Reisebeschränkungen bekommt er zu spüren. „Um die Osterfeiertage hatte ich immer mehr Vertretungen auf dem Zettel“, sagt er. Für viele Mitarbeiter des Zustelldienstes sei aber wohl der geplante Osterurlaub 2020 ins Wasser gefallen.Auf die Händehygiene achtet Frank Geißler persönlich derzeit noch mehr als üblich. Denn Respekt vor dem Coronavirus hat er schon. Das ist auch schuld daran, dass er seit mehreren Wochen seine beiden anderen Jobs nicht mehr ausüben kann. 

Die Leidenschaft des 62-Jährigen ist der Handball. Auch wenn er aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht mehr aktiv spielt, trainiert er Schüler der beiden Leisniger Schulen, der Grundschule Großbauchlitz und der Grundschule Sitten im Rahmen des Ganztagsangebotes. „Das ist einfach mein Ding“, sagt er. 

Wegen der Schulschließungen geht das jetzt aber nicht. Geschlossen ist momentan auch die Leisniger Karl-Zimmermann-Sporthalle, in der Frank Geißler sonst den Imbiss managt. „Ich hoffe, dass das bald wieder losgeht, aber die Gesundheit geht natürlich erst einmal vor.“

In seinem Zustellerleben musste Frank Geißler schon so manche Herausforderung meistern. „Besonders schlimm ist es, wenn das Auto streikt“, sagt er. Einmal habe sein Fahrzeug einen platten Reifen gehabt. „Da musste ich den Notdienst rufen, weil ich das allein nicht hinkriegen konnte.“ 

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Auch die Batterie sei einmal ausgefallen. Da musste er das Auto bis zur nächsten abschüssigen Straße schieben, damit es wieder anspringt. Einer Kollegin, die sich mit dem Auto auf einem Feld festgefahren hatte, eilte er zu Hilfe. „So etwas gehört dazu.“

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