Löbau
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Warum der Ruprechtmarkt mehr kostet

Das Budget für den Ebersbacher Weihnachtsmarkt reicht nicht mehr. Nach der aktuellen Veranstaltung will die Stadt klären, wie er künftig finanziert werden kann.

Von Romy Altmann-Kuehr
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Der Ebersbacher Ruprechtmarkt findet in diesem Jahr wieder kurz vor Heiligabend statt.
Der Ebersbacher Ruprechtmarkt findet in diesem Jahr wieder kurz vor Heiligabend statt. © Archivfoto: Matthias Weber

Der Ebersbacher Ruprechtmarkt - der beliebte Weihnachtsmarkt in der Oberlandstadt - verschlingt immer mehr Geld. Deswegen muss die Stadt eine Kosten-Obergrenze, die sie sich selbst gesteckt hat, nun aufheben.

Bisher hatte sich die Stadt ein Limit gesetzt, mit wie viel Geld sie den Markt bezuschusst. Maximal 33.000 Euro wollte sie ausgeben sowie Leistungen der Bauhofmitarbeiter im Wert von 6.000 Euro für den Ruprechtmarkt locker machen. Per Beschluss hatte das der Stadtrat vor fünf Jahren festgelegt. Mit dieser Summe kommt die Stadt aber längst nicht mehr aus, weil die Kosten für die Veranstaltung stetig gestiegen sind in den vergangenen Jahren. Daher musste der Stadtrat den Beschluss nun aufheben. Eine formale Angelegenheit, damit der Ruprechtmarkt stattfinden kann. Denn dass es ihn auch dieses Jahr mit dem gewohnten Mittelalter-Konzept auf dem Spree-Eck geben wird, daran soll nicht gerüttelt werden, sagt Stadt-Kämmerer Arne Uecker.

Stadt versucht Kosten zu reduzieren

Doch warum ist das Fest so teuer? Die Antwort ist einfach: die Kosten steigen, die Einnahmen aber nicht im gleichen Maße. Die Stadt hat die Einnahmen und Ausgaben für die Veranstaltung jeweils der letzten sechs Jahre erfasst. Das Ergebnis: Zwar sind die Erträge leicht gestiegen. 2013 lagen sie bei 6.100 Euro, zuletzt bei 8.300 Euro. Die Aufwendungen, die die Stadt für den Ruprechtmarkt aufbringen muss, stiegen aber deutlich rasanter an. Anfangs zahlte die Stadt knapp 30.000 Euro an Externe. 2018 belief sich der Aufwand für private Unternehmen schon auf 46.000 Euro. Dazu zählt unter anderem die Künstlerin Paula Herold, die unter dem Namen "Die Bertholdin" mit ihrem Ensemble maßgeblich das Konzept des Ruprechtmarktes ausmacht und einen großen Teil der Mittelalter-Darbietungen stellt. Sie erhält von der Stadt ein Honorar - und das ist deutlich gestiegen. Hinzu kommen höhere Sachkosten als noch vor einigen Jahren, erklärt der städtische Finanzchef. Die Stadt versuchte bereits die Kosten zu reduzieren und mehr Einnahmen zu erzielen. So wurden zum Beispiel Sticker als Souvenir vom Ruprechtmarkt produziert und verkauft oder auch Gebühren neu kalkuliert. Das alles brachte aber nicht den gewünschten Erfolg und kann schon gar nicht die gestiegenen Kosten ausgleichen. 

Das Mittelalter-Flair ist das Markenzeichen des Ruprechtmarktes. Das hat seinen Preis. 
Das Mittelalter-Flair ist das Markenzeichen des Ruprechtmarktes. Das hat seinen Preis.  © Archivfoto: Matthias Weber

Wie soll es also weitergehen mit dem Ruprechtmarkt? Nach dem Markt 2019, der wieder am letzten Adventswochenende in Ebersbach stattfindet, soll es wieder eine Auswertung geben, kündigt Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos) an. Das müsse dann auch in der Haushaltsdebatte 2020/21 eine Rolle spielen. Und auch eine genaue Aufstellung, wie sich die Kosten zusammensetzen, will sie den Stadträten dann präsentieren. Das forderte zum Beispiel die FDP-Fraktion im Stadtrat. Wie die immer wieder steigenden Kosten finanziert werden können, wird also Anfang des neuen Jahres ein Thema sein. Am Ruprechtmarkt selbst wird aber nicht gerüttelt. Den soll es auch weiterhin geben, da sind sich die Stadträte einig. 

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