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Warum die AfD einen Saurier jagt

Ein Treffen des Regierungschefs mit einer verkleideten Person ist nun eine Staatsangelegenheit. Was SZ-Redakteur Gunnar Saft damit meint, erfahren Sie hier:

© Robert Michael

Von Gunnar Saft

NOCH ist er keine 100 Tage im Amt, da wird unser neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schon von der Opposition ins Visier genommen. Mit einer parlamentarischen Anfrage spürt jetzt der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter mutig einem mutmaßlichen Skandal hinterher. Dabei geht es nicht um Meineide, schwarze Kassen oder illegale Wettfahrten mit dem Dienstauto des Regierungschefs, sondern um einen Saurier. Wir ahnen, der AfD-Mann nimmt die Sache tierisch ernst.

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GENAU gesagt, geht es um Poldi, das Dino-Maskottchen der sächsischen Polizei. Weil Kretschmer sich kürzlich mit der Plüschfigur, in der stets ein echter Polizeibeamter steckt, auf einer Veranstaltung sehen ließ, ist der alternativ-deutsche Jagdeifer entbrannt. Statt mit der Keule ist Herr Hütter aber mit einem Fragenkatalog unterwegs: Warum trafen sich Poldi und Herr Kretschmer? Gibt es weitere Verabredungen? Wie teuer ist das alles? Und: Was läuft da genau zwischen Poldi und dem Ministerpräsidenten? Eingereicht mit der Drucksachennummer 6/12497 ist der Plüschsaurier damit nun offiziell eine Staatsangelegenheit.

TATSÄCHLICH sind die Zeiten ziemlich unsicher. Und wer Poldi wirklich ist, weiß ja keiner. Vielleicht versteckt sich im Kostüm ein Spion aus Bayern oder ein rarer Lehrer, der sich vor dem Schuldienst drücken will? Oder etwas anderes, vor dem ich mich jetzt schon riesig fürchte, ohne es auch nur annähernd zu kennen. Gut also, dass man der Regierung solche wichtigen Fragen stellt. Und eines ist natürlich klar: Ist der Dino schuldig, gehört er sofort erschossen. Oder noch schlimmer: Er kommt in den Zoo. Kretschmer hat dann aber Besuchsverbot.