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Laborgebäude ein Jahr später fertig

Der Einzug in den neuen Bau der Bautzener Berufsakademie verzögert sich um ein Jahr, die Kosten sind erheblich gestiegen. Das liegt nicht nur an den schwierigen Bodenverhältnissen.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

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Bautzen. Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Rund 5,9 Millionen Euro waren einst für das neue Laborgebäude der Berufsakademie Bautzen eingeplant. Heute rechnen die Bauherren schon mit mehr als acht Millionen Euro. Dabei ist der moderne Bau am Ziegelwall noch gar nicht fertig. Und nicht nur der Kostenplan haut nicht mehr hin. Auch der Umzugstermin ist um ein Jahr nach hinten gerückt. Gut möglich, dass die Studenten erst im kommenden Wintersemester die Räume nutzen können. Die SZ erklärt, woran das liegt.

Dank Handwerkern wie Meinhard Meyer (v.l.) und Jens Lindner nehmen die Räume des neuen Laborgebäudes langsam Gestalt an. Im Zimmer für die Elektrotechnik wird die Wandverkleidung angebracht. Insgesamt hat der Neubau allerdings Bauverzug.
Dank Handwerkern wie Meinhard Meyer (v.l.) und Jens Lindner nehmen die Räume des neuen Laborgebäudes langsam Gestalt an. Im Zimmer für die Elektrotechnik wird die Wandverkleidung angebracht. Insgesamt hat der Neubau allerdings Bauverzug. © Uwe Soeder

Grund 1: Erdschichten waren mit Asche verunreinigt.
Probleme traten gleich zu Beginn der Bauzeit auf. Die alte Mensa wurde abgerissen, der Boden untersucht. „Dabei stellte sich heraus, dass das alte Gebäude auf einer Aschegrube gestanden haben muss“, erklärt Norbert Seibt, Niederlassungsleiter des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagment (SIB). Bevor es mit dem Neubau losgehen konnte, musste der Boden ausgetauscht werden. Mit Hilfe von Säulen versuchten die Bauleute, den Untergrund tragfähig zu machen. Dadurch kam die Bauzeit ins Stocken, der Preis stieg.

Grund 2: Gute Auftragslage der Baufirmen erschwert das Vorhaben.
Dass die Baufirmen heute gut ausgelastet sind, weiß jeder, der versucht, ein größeres Bauprojekt umzusetzen. Auch beim Laborgebäude in Bautzen kam es genau aus diesem Grund zu Verzögerungen. Entweder es meldete sich niemand auf die Ausschreibungen des SIB oder überteuerte Angebote gingen ein. Die Arbeiten an der Fassade mussten sogar ein zweites Mal ausgeschrieben werden. Immerhin kann Norbert Seibt jetzt verkünden: „Die Fassade ist fast fertig.“ Doch im Inneren sieht es noch sehr nach Baustelle aus – vor allem in der oberen Etage. Im Raum für die Elektrotechniker wird gerade die Wandverkleidung eingesetzt. In diesem Zimmer sollen einmal mehr als 30 Arbeitstische stehen.

Grund 3: Belüftung und Heizung kosten mehr als geplant.
Eigentlich sollte das Laborgebäude keine zusätzliche Belüftung bekommen. Die Bauherren gingen davon aus, dass die großen Fenster genügen. Doch während der Bauarbeiten entschieden sie sich doch dazu, gleich ein richtiges Belüftungssystem zu installieren. Auch bei der Heizung geht man einen anderen Weg, als ursprünglich geplant. Das neue Gebäude soll nun an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Auch das Haupthaus wird zukünftig mit Fernwärme versorgt. Norbert Seibt erklärt, dass sich der Aufwand lohnt. Immerhin käme die BA nicht so schnell wieder zu einer solch großen Investition. Deshalb müsse man alles bedenken. „Wir wollen etwas Vorzeigbares schaffen, etwas, dass lange erhalten bleiben soll“, so Seibt.

Grund 4: Geld gibt es auch für die Gestaltung der Außenanlagen.
Nicht nur das Laborgebäude steht schon sehr lange auf der Wunschliste der Bautzener Studienakademie. Barbara Wuttke, Direktorin der Hochschule, träumt auch von einem richtigen Campus, der die beiden Gebäude miteinander verbindet. Die gute Nachricht ist: Die neue Planung sieht vor, dass der Wunsch berücksichtigt wird. Nicht nur weitere Parkplätze sind auf der Fläche geplant. Es soll auch Bänke und eine Beleuchtung geben. Zudem wird der Campus mit Rasenflächen gestaltet. Die Studenten sollen sich wohlfühlen. Etwas, dass den jungen Leuten immer wichtiger ist. „Bei der Auswahl des Studienortes schauen die sogar, wo das Mensaessen am besten schmeckt“, sagt Wuttke und lacht. Das ist auch der Grund, warum sie den Studenten die alten Laborräume im Keller überlassen will. Wenn diese nach dem Umzug nicht mehr gebraucht werden, könnten die Studenten sie als Aufenthaltsräume nutzen.

Fazit: Studenten benötigen Geduld, bekommen aber auch etwas geboten.
Die ersten Maschinen ziehen im April in das neue Laborgebäude. Barbara Wuttke wird weiter beobachten, wie es in dem zweigeschossigen Haus vorangeht. Über Jahre hinweg hat es an der BA verschiedene Bauarbeiten gegeben, erklärt sie. Wenn aber das Laborgebäude endlich fertig ist, dann, so meint die Direktorin, sei die Hochschule für die Zukunft gewappnet.