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Warum die Eishalle immer teurer wird

Seit der Eröffnung der Eissporthalle muss die Stadt immer wieder Baumängel beheben. Jetzt wurden in der Arena für 215 000 Euro neue Toiletten eingebaut.

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Von Bianca Deutsch und Thilo Alexe

Es ist nach dem Stadion die teuerste Sportstätte Dresdens. 2007 wurde die Eisarena mit zwei Eisflächen und einer Ballspielhalle in Betrieb genommen. 29,6 Millionen Euro kostete der Bau und wurde rund sechs Millionen Euro teurer als geplant. Dennoch muss die Stadt bis heute Fehlplanungen und Baumängel beheben. Sieben Gründe, warum die Eishalle immer teurer wird.

Grund 1: Zusätzliche Toiletten wurden eingebaut

Bei einem Punktspiel drängelten bislang alle Fans auf die Toiletten hinter dem Stehblock der Eislöwen. Für Gästefans steht nun am anderen Ende der Arena seit dieser Woche ein neues Toilettenhaus auf Stelzen (Spitzname: Vogelnest). So soll sich die oftmals chaotische Toilettensituation entschärfen. Die vorhandenen Herren-Toiletten wurden zudem zu einer Art Einbahnstraßen-System umgebaut. Auf der rechten Seite geht es nun hinein, verlassen werden die Örtlichkeiten durch den ehemaligen Eingang auf der linken Seite. Außerdem wurde ein neuer Zugang von der Tribüne zu den Toiletten im Erdgeschoss gebaut, der bei Bedarf geöffnet wird. Insgesamt gibt es nun 89 Herren- und 49 Damen-WCs für 4000 Zuschauer. Unter dem Vogelnest-Klo sollen in Zukunft Fanartikel verkauft werden. Mehrkosten: 215000 Euro

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Grund 2: Behindertenpodest wurde nachträglich gebaut

In der Trainingshalle musste die Tribüne mit einem behindertengerechten Podest und einem Lift ausgestattet werden. Rollstuhlfahrer mussten bis dahin die Sledgehockeyspiele durch vier schmale Sichtfenster in der Bande verfolgenMehrkosten: Rund 40000 Euro.

Grund 3: Sitze für die Gästefans fehlten

Vor einem Jahr hatte die Stadt den Block U6 in der Arena im Ostragehege umgebaut. Unter anderem wurde der Gästebereich mit abklappbaren Sitzen ausgestattet. Mehrkosten: Rund 12500 Euro

Grund 4: Die Kabine für Kampfrichter fehlte

Weil an der zur Anlage zählenden Freilufteisbahn ein marodes Gebäude abgerissen wurde, war der Neubau einer Kabine für Kampfrichter und Zeitmesser notwendig. Allerdings spart die Stadt dadurch Betriebskosten.Mehrkosten: 343000 Euro

Grund 5: Die Podeste für Kameras fehlten

Scheinbar hat niemand daran gedacht, dass Eishockeyspiele auch für das Fernsehen übertragen werden. Podeste für die Kameras fehlten. Die Pressetribüne wurde umgerüstet.Mehrkosten: Rund 17000 Euro.

Grund 6: Die Bänke für Spieler waren zu kurz

Schon kurz nach der Eröffnung klagten Eishockey-Spieler über zu kurze Bänke. Die Stadt rüstete nach. Die Summe war jedoch gestern nicht zu erfahren.

Grund 7: Materialkosten sind gestiegen

Den größten Punkt machten jedoch Planungsmängel, Streit um die Architektur und steigende Materialkosten aus: Die zunächst für 23,6 Millionen Euro geplante Halle wurde sechs Millionen teurer. Ein Grund: Um Flutfördermittel und andere Zuschüsse zu erhalten, plante die Stadt schnell und bezog eine Ballhalle mit ein. Unter Druck geschahen Fehler, ein Architektenstreit verzögerte das Projekt.Gesamtmehrkosten: Mit allen Nachrüstungen wurde der Bau rund sieben Millionen Euro teurer.