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Warum die Pestalozzi-Oberschule teurer wird

Unterm Strich stehen nun Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro für die Pestalozzi-Oberschule in Pirna. Preistreiber sind Arbeiten, die so nicht planbar waren.

© Daniel Schäfer

Von Thomas Möckel

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Pirna. Der Anbau an der Pestalozzi-Oberschule an der Schulstraße in Copitz nimmt weiter Gestalt an. Im Rohbau sind die Fenster eingebaut, die Verbindungen zum bestehenden Schulgebäude und zur alten Turnhalle stehen. Fachleute haben auch schon damit begonnen, den Altbau zu sanieren. Doch inzwischen steht nun fest: Das Großvorhaben wird erheblich teurer als ursprünglich geplant. Statt der veranschlagten 13,8 Millionen liegen die Baukosten nun bei 15,2 Millionen Euro, unterm Strich stehen Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro. Die SZ fasst zusammen, welche Kosten die Preise in die Höhe treiben.

Was muss an der Pestalozzi-Oberschule alles neu gemacht werden?

Die Bildungsstätte braucht mehr Platz. Statt der derzeit 320 sollen künftig bis zu 420 Schüler an der Schule lernen, unterrichtet von 30 Lehrern und Erziehern. Räumlich lässt sich diese Aufgabe allein mit dem bestehenden, reichlich 130 Jahre alten Schulgebäude nicht bewältigen. Seit Juni 2017 lässt Pirna daher neben der alten Bildungsstätte einen Anbau errichten. Im Erdgeschoss beherbergt der zusätzliche Raum einmal eine Sporthalle, obendrüber ziehen die Fachkabinette für Informatik, Musik, Kunst, Chemie, Biologie und Physik ein. Die neuen Zimmer sind später über einen Übergang zu erreichen, der Alt- und Neubau miteinander verbindet. Zudem wird die alte Sporthalle umgestaltet, sie dient künftig als Schul-Mensa und als multifunktionaler Sportraum mit Bühne. In den Abendstunden und an den Wochenenden will Pirna die Halle darüber hinaus als eine Art Stadtteiltreff für Sportwettkämpfe, aber auch für andere Veranstaltungen öffnen. Überdies wird seit diesem Jahr auch der Schul-Altbau flott gemacht, er gilt als dringend sanierungsbedürftig: die Elektroinstallation ist veraltet, das Dach ist kaputt, die Fenster sind undicht.

Warum steigen jetzt die Kosten für die Schulsanierung?

Es gibt gleich mehrere Preistreiber. So will Pirna zusätzliche Leistungen beauftragen, die die Stadt für erforderlich hält, vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) aber als nicht förderfähig eingestuft werden. Dazu zählt beispielsweise, wegen des künftig anliegenden Breitbandanschlusses das Datennetz sowie die damit zusammenhängende Installation zukunftsorientiert zu erweitern.

Zudem gestaltet sich der Elektroanschluss der Schule problematisch. Mit dem Anschlusskabel die Hauptstraße zu queren, stellte sich zwischendurch als unmöglich heraus. Nach Auskunft der Stadt war die Hauptstraße seinerzeit mit Fördermitteln hergerichtet worden, daher könne man sie jetzt nicht ohne Weiteres aufgraben – und sei es nur wegen eines Kabelkanals. Auch wurde der Standort einer erforderlichen Trafo-Station in der Nähe der Fährstraße hochwasserbedingt abgelehnt. So muss nun an einem sicheren Standort eine neue Trafostation errichtet werden, sie sowie die erforderlichen Anschlussleitungen führen zu ungeplanten Mehrkosten.

Ebenso erwies sich der Baugrund als tückisch: Weil das Erdreich stärker kontaminiert war als gedacht, musste in erheblichem Umfang Boden ausgetauscht werden.

Die Kosten erhöhen sich auch aufgrund der Ausschreibungsergebnisse, die laut Stadt so nicht planbar waren und von der derzeit guten Konjunktur in der Baubranche beeinflusst werden. Trotz europaweiter Ausschreibungen wurden für die 17 Lose im Schnitt nur fünf Angebote angenommen, bei den großen Losen – Rohbau, Elektro, Heizung, Sanitär, Lüftung, Tiefbau – im Schnitt nur zwei. Sie lagen zum Großteil über den Kostenschätzungen der Stadt. Pirna vergab die Aufträge dennoch, um den Bauzeitplan nicht zu gefährden.

Ebenso stiegen die Planungskosten. Beispielsweise waren die Planungsleistungen für die Kampfmittelbeseitigung, die Möblierung und das Schadstoff-Gutachten bislang nicht Bestandteil der Gesamtkosten gewesen.

Kann Pirna die Mehrkosten finanziell stemmen?

Pirna bekommt für die Schulsanierung Zuschüsse aus drei Förderprogrammen, muss aber etwa sechs Millionen Euro Eigenanteil aufbringen. Laut der Stadt ist das für 2017 und 2018 im Etat eingeplante Risiko für Mehrkosten aufgrund der Kostensteigerung weitgehend aufgebraucht. Für die nächsten beiden Jahren hat Pirna reichlich sechs Millionen Euro für die Schulsanierung eingeplant, darin ist ein weiteres finanzielles Risiko wegen steigender Preise eingeschlossen. Insofern gilt die Finanzierung als gesichert.

Wann soll die Pestalozzi-Schule fertig saniert sein?

Pirna hält weiterhin an dem Plan fest, dass die Bildungsstätte im Sommer 2020 aus ihrem jetzigen Interimsquartier im ehemaligen Schulgebäude an der Nicolaistraße wieder zurück ins angestammte Domizil an der Schulstraße zieht. Allerdings werden zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sein. So wird es sich nach Auskunft des Rathauses noch bis Ende 2020 hinziehen, die Außenanlagen fertig zu gestalten.