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Warum es hier so gefährlich ist

Seitdem am Nürnberger Platz gebaut wird, ist der Platz knapp und die Verkehrssituation unübersichtlich. Am Dienstag wurde ein Radfahrer hier schwer verletzt.

© René Meinig

Von Annechristin Bonß

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Wenn die Ampel auf Grün springt, setzen sich an dieser Kreuzung nicht nur Dutzende Autofahrer in Bewegung. Der Radstreifen, der vom Nürnberger Ei über den Nürnberger Platz in Richtung Zellescher Weg führt, ist genauso stark gefüllt. Hunderte Radfahrer sind hier täglich unterwegs. Viele junge Menschen und Studenten auf dem Weg an die Universität. Der Platz ist knapp für Autos, Fußgänger und Radfahrer. Wer hier unterwegs ist, muss extrem aufpassen und hinsehen.

Am Dienstagvormittag ist die Kreuzung einem der Radfahrer zum Verhängnis geworden. Der 27-Jährige war gegen 8.20 Uhr in Richtung Zellescher Weg unterwegs. Nicht allein. Im Anhänger am Rad lag ein Kleinkind, nur wenige Monate alt. Als der junge Mann auf die Kreuzung fuhr, wurde er von einem Lkw erfasst. Der 60-jährige Fahrer hatte den Radler übersehen. Der kam mit seinem Vehikel unter die Räder, wurde schwer verletzt und liegt nun in einem Krankenhaus. Am Unfallort war er ansprechbar und konnte noch Auskunft geben, wer sich um das Kleinkind kümmern kann. Die Mutter soll ihr Kind schließlich abgeholt haben. Das Baby blieb unverletzt. Bis zum Mittag waren die Fahrspur und die Münchner Straße gesperrt. Verkehrsunfallforscher untersuchten den Vorfall.

Das Fatale: Eigentlich hätte der Lkw-Fahrer an dieser Stelle gar nicht rechts abbiegen dürfen. Die Abbiegerspur nach rechts, die sich nur wenige Meter vor der eigentlichen Kreuzung befindet, ist seit Monaten gesperrt. Auf der Ecke entsteht derzeit ein neuer Wohnkomplex für Studenten. Um Baumaterial und -maschinen zu lagern, wurde die Ecke samt Abbiegespur gesperrt. Ein Schild weist die Autofahrer bereits am Nürnberger Ei auf die Behinderung hin. Von dort führt eine Umleitung über die Liebigstraße zur Münchner Straße. Trotzdem halten sich viele Autofahrer nicht an das Rechtsabbiege-Verbot an der spitz zulaufenden Kurve.

Das bestätigen auch die Mitglieder der Dresdner Gruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Allerdings habe die gesperrte Spur die Gefahr am Nürnberger Platz nicht vergrößert. „Die Kreuzung ist schon immer gefährlich“, sagt Nils Larsen vom ADFC. Radfahrer werden hier generell schnell übersehen. Denn ohne die Baustelle fahren sie erst einmal hinter der Bushaltestelle, kommen dann plötzlich direkt an die Straße und kreuzen die Abbiegespur sowie die Münchner Straße. „Mit der Baustelle ist diese Gefahr derzeit sogar geringer“, sagt er. Lkw-Fahrer müssten dennoch besser geschult sein, lautet die Forderung des ADFC.

Der schließt sich Henrik Liers von der Verkehrunfallforschung an. Dazu müssten Lkw-Fahrer auch technisch unterstützt werden, sagt er. Zum Beispiel mit einem Abbiege-Assistenten. Über eine Pflicht dafür wird derzeit auch auf politischer Ebene diskutiert. „Gerade Lkw-Fahrer haben es beim Abbiegen schwer, Fußgänger und Radfahrer zu sehen“, sagt er. Das soll ein Fehlverhalten nicht entschuldigen. Aber sensibilisieren, dass alle Teilnehmer im Straßenverkehr gut aufpassen.

Bei der Polizei ist der Nürnberger Platz als Unfallhäufungsstelle bekannt, sagt ein Sprecher. Konkrete Zahlen dazu kann nur die Unfallkommission der Stadt liefern. Von den Experten können auch konkrete Maßnahmen angeordnet werden, um die Stelle sicherer zu machen. Eine kurzfristige Anfrage der SZ dazu blieb am Dienstag allerdings unbeantwortet.