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Warum es zum Chemie-Alarm kam

Ein weißes Streusalz löste in Bautzen-Gesundbrunnen einen Großeinsatz aus. Das könnte jederzeit wieder passieren.

© Christian Essler

Bautzen. Eigentlich wollten die Kaufland-Mitarbeiter nur die Wege für ihre Kunden eisfrei halten. Sie streuten am Wochenende den Gehweg mit einem weißen Granulat. Doch am vergangenen Sonntag wurde deswegen ein Chemie-Alarm ausgelöst.

Die Bautzener Feuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Bautzen-Mitte rückten mit fünf Fahrzeugen in Gesundbrunnen aus. „Die Rettungsleitstelle erteilte den Befehl eines mittleren ABC-Einsatzes“, sagt Gernot Schweitzer, Sprecher des Landratsamtes Bautzen. ABC steht dabei für atomare, biologische und chemische Gefahren. „Bei einem mittleren Einsatz wird die zuständige Feuerwehr alarmiert, ein Löschfahrzeug für Chemikalien benötigt und ein spezieller Erkundungswagen hinzugerufen“, erklärt Gernot Schweitzer. Bei der Rettungsleitstelle sind für jede Gemeinde der Umfang der zu alarmierenden Kräften und Mittel klar definiert.

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Solche Einsätze können in der Regel nur mit spezieller Schutzausrüstung und unter Einsatz geeigneter Einsatzmittel durchgeführt werden. „Auch fachkundiges Personal und geeignetes Material an der Einsatzstelle sind unerlässlich zur sicheren Abarbeitung eines ABC-Einsatzes.“

Auch wenn sich am Ende rausstellte, dass es sich nur um einen gestreuten Gehweg handelt, so sei das Vorgehen der Feuerwehr in diesem Umfang völlig berechtigt. „Man weiß nie, was einen am Einsatzort erwartet. Wenn die Situation doch gefährlich ist, müssen die Kameraden entsprechend vorbereitet sein“, sagt Gernot Schweitzer.

Er kann nicht ausschließen, dass sich so ein Einsatz wiederholt. „Es kann passieren, dass Bürgern etwas komisch vor kommt oder auch bestimmte Gerüche entstehen, weil irgendwelche Stoffe im Streu mit anderen Stoffen auf der Straße reagieren. Dann sollte man lieber anrufen, denn man weiß nie, ob es sich nicht doch um eine gefährliche Situation handelt.“

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Generell seien die Bürger heute sensibler. Fehlalarmierungen sind da nicht selten. Zudem habe fast jeder ein Handy dabei und könne heute schneller Hilfe rufen, als damals. Der Einsatz am Kaufland kostete 1 500 Euro. Die Kosten für den Fehlalarm trägt die Stadt Bautzen. (SZ/fsz)