merken

Dresden

„Warum hat er nicht mich umgebracht?“

Ein 56-Jähriger soll in Dresden seine beiden Töchter ermordet haben. Nun sagte seine Ehefrau als Zeugin aus. Es ist noch einiges unklar.

Eduardo A. versteckt seinen Kopf hinter einer Zeitung. Er steht wegen Mordes vor dem Landgericht Dresden. Rechts neben ihm Verteidiger Matthias Ketzer. © Sven Ellger

Es fällt der 35-jährigen Frau aus Mosambik nicht leicht, ihre Geschichte im Gerichtssaal zu erzählen. „Ich frage mich, warum er nicht mich umgebracht hat?“, fragt sie in ihrer mehrstündigen Vernehmung. „Warum hat er die Kinder umgebracht, die völlig unschuldig sind?“

Eduardo A., ihr Ehemann, hat diese Frage bislang nicht beantwortet. Vor zweieinhalb Wochen hat sein Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Dresden begonnen. Er soll im Juli 2018 seine beiden drei und sechs Jahre alten Töchter ermordet haben. Rache an der von ihm getrennt lebenden Ehefrau wird in der Anklage als Motiv für die grausame Tat genannt. A. hat sich zu den Vorwürfen bislang noch nicht geäußert.

Anzeige

Wasseraufbereitung aus Dresden

Wenn es um Anlagen geht, mit denen Trink- oder Brunnenwasser veredelt oder Abwasser gereinigt wird, sind die Experten von MH Wassertechnologie gefragt. 

Der Mann aus Mosambik, der bereits Anfang der 80er-Jahre nach Sachsen kam und zuletzt als Krankenpflegehelfer in einer Dresdner Klinik angestellt war, schweigt. Hin und wieder lächelt er und erntet dafür verstörende Reaktionen. Wie etwa damals am 29. Juli, als die Polizisten ihn in seiner Wohnung Am Gorbitzbach festgenommen hatten. Dort hatten sie die blutüberströmten Leichen der Kinder in A.s Bett gefunden. Der 56-Jährige war betrunken. Er freue sich, dass seine Große nun in die Schule kommt, hatte er einem Polizisten gesagt. Als ihm am Dienstag jedoch seine Frau und Mutter der gemeinsamen Kinder gegenüber sitzt, lächelt A. nicht. Er scheint die 35-jährige im Zeugenstand genau zu fixieren, lässt sie während ihrer Aussage nicht aus den Augen.

Die Frau berichtet, sie habe den Angeklagten 2011 in Mosambik geheiratet. 2014 habe er sie nach Dresden geholt. Nach der Geburt des jüngsten Kindes habe es Probleme gegeben. A. habe ihr zu Hause wenig geholfen, später regelmäßig Alkohol getrunken. Silvester 2017 habe er sie geschlagen und bedroht. Da sei sie mit den Töchtern in ein Frauenhaus gezogen.

A. habe versucht, dass seine Familie wieder zu ihm zieht. Er ließe sein Alkoholproblem behandeln, berichtet die Frau. Doch sie habe abgesagt. „Ich konnte mir das nicht vorstellen.“ Dennoch habe sie ihn noch oft getroffen. Alle zwei Wochen hatte A. Umgangsrecht mit seinen Töchtern. An viele Details könne sie sich nicht mehr erinnern. Nach der Tat war sie in einer Klinik und in psychologischer Behandlung. Der Prozess wird fortgesetzt. Im Mai soll das Urteil gesprochen werden.