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Warum Liegau ein neues Vereinsheim braucht

Am Leichenweg soll ein Flachbau entstehen. Bis der Neubau steht, gibt es eine Zwischenlösung.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Liegau-Augustusbad. Wenn es um das Vereinsheim des SV geht, dann wählt Ortsvorsteher von Liegau-Augustusbad, Gabor Kühnapfel (SPD), deutliche Worte. „Die Zustände sind nicht haltbar“, sagt er. „Dass gerade in einem Ort wie unserem mit dem Epilepsiezentrum das Sportlerheim nicht behindertengerecht ist, ist nicht länger hinnehmbar.“ In den Unified-Mannschaften spielen Rollifahrer mit und zu den Spielen des SV kommen auch viele Zuschauer vom Epilepsiezentrum. „Sie können nicht einmal das WC aufsuchen, da es nur über Stufen zugänglich ist.“ Überhaupt ist der Zustand desolat. Die Sanitäranlagen sind veraltet. Die Heizungsanlage entspricht nicht mehr den Anforderungen und im Keller steht regelmäßig das Wasser. Der Verein hatte selbst einen Bauzustands-Bericht in Auftrag gegeben. Darin wurde dem SV bescheinigt, dass das Haus in einem schlechten Zustand ist. Danach hatte sich der Verein für einen Neubau und gegen eine Sanierung ausgesprochen. Im Grunde hänge die Existenz des SV Liegau-Augustusbad am Sportlerheim, so der Ortsvorsteher. „Eltern schauen genau hin, wo sie ihren Nachwuchs zum Sport anmelden. Wenn dann das Umfeld nicht stimmt, gehen sie woanders hin. Der SV lebt aber vom Nachwuchs. Bleibt der weg, kann der Verein irgendwann zumachen“, sagt er. Deshalb haben alle so für den Neubau gekämpft.

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Jetzt ist das neue Vereinsheim auf einem guten Weg. Die Stadt Radeberg hat dem Projekt zugestimmt. „Auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates haben wir noch einmal über die Stellplätze diskutiert und eine Ergänzung zum Bauantrag beschlossen. Ich rechne damit, dass wir im Herbst dieses Jahres die Bauarbeiten ausschreiben können.“ Dann soll zügig mit dem Bau begonnen werden. „Wenn alles klappt, könnte das Haus schon Ende 2019 stehen. Das wäre mein Wunsch“, sagt Gabor Kühnapfel. Entstehen wird ein Flachbau mit einer Länge von gut 50 Metern. Das Gebäude ist damit deutlich größer als der bisherige Bau. Das alte Vereinshaus und das Nebengebäude werden abgerissen und an ihrer Stelle der Neubau errichtet. Er ist mit allem ausgestattet, was in ein Sportlerheim so rein muss: Mit einem großen Versammlungsraum, Räumen für Schiedsrichter und Übungsleiter, Duschen und WCs, Umkleiden sowie Räumen für die Sportgeräte. Der Hauptzugang erfolgt vom Leichenweg aus. Dort sind auch zahlreiche Stellplätze angeordnet. Schallschutzwände sollen die Lautstärke bei Sportveranstaltungen eindämmen. Selbst für die Übergangszeit zwischen Abriss des alten Hauses und der Fertigstellung des neuen müssen die Sportler nicht auf eine Unterkunft verzichten. Auf dem Grundstück werden elf Container errichtet. Immerhin wird der Platz von mehr als 200 Sportlern genutzt. Der Verein hat Mannschaften von der G-Jugend bis zum Männerteam. Dazu stehen bei den UnifiedMannschaften Bewohner des Epilepsiezentrums auf dem Rasen. Zudem verfügt der SV über eine Tischtennis-Abteilung und eine Freie Sportgruppe. 1951 wurde der Verein als SG Chemie Liegau-Augustusbad gegründet. Es kamen die Sektionen Kegeln, Gymnastik, Tischtennis, Schach, Federball und Leichtathletik dazu. Bis Ende 1989 zählte der Verein über 304 Mitglieder.

Nach der Wende 1989/90 löste sich die BSG auf. Die Mitgliederzahl ging auf 104 zurück. Fußball-Verrückte gründeten dann den SV Liegau-Augustusbad. Größte Investition seitdem: Bau des Kunstrasenplatzes im Jahr 2006.