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Warum Promnitz für Bonn wichtig ist

Das bedrohte Schloss hat es prominent in das Magazin „Monumente“ geschafft – nicht ohne Grund.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

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Zeithain. Mehrere Hunderttausend Baudenkmale gibt es in Deutschland, Tausende von ihnen sind gefährdet. Und dennoch ist es gerade dem Kultur- und Schlossverein Promnitz gelungen, mit seinem bedrohten Schloss in das Magazin „Monumente“ zu gelangen. Die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird bundesweit gelesen und kommt auf eine Auflage von mehr als 180 000 Exemplaren.

Damit verknüpft sich in Promnitz die Hoffnung auf zusätzliches Spendengeld für dringend nötige Rettungsmaßnahmen, vor allem am Dach. Die SZ hat bei der Bonner Stiftung nachgefragt, nach welchen Kriterien Promnitz für die Veröffentlichung ausgewählt wurde – und welche Hoffnung man sich dort nun machen kann.

Wofür ist eine Veröffentlichung gut?

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert als private Stiftung bundesweit die Erhaltung von Denkmalen. Die Arbeit wird durch Zuwendungen der Lotterie Glücksspirale ermöglicht – und durch Spenden. „Deshalb zeigen wir auch in unserem Magazin Monumente immer, wofür wir diese Mittel eingesetzt haben und wofür noch weitere Mittel benötigen werden“, sagt Sprecherin Ursula Schirmer. Für den letzten Fall gibt es die feste Rubrik „Denkmal in Not“, mit der immer besonders der Spendenbedarf dargestellt wird.

Wie werden die Objekte ausgewählt?

Die dort vorgestellten Projekte werden in erster Linie unter den Kriterien Bedarf und Dringlichkeit ausgewählt. „Wichtig sind natürlich auch die kunst- und kulturhistorische Bedeutung der Denkmale und das denkmalpflegerische Konzept sowie das Engagement vor Ort“, sagt die Sprecherin. Diese Kriterien werden an alle Förderanträge angelegt. „Die Kollegen aus unserer Abteilung Denkmalförderung haben die schwere Aufgabe, auf der Grundlage ihrer fachlichen Erfahrung und Kompetenz die wichtigsten, bedürftigsten, schlüssigsten, notleidendsten Projekte für die Förderung auszuwählen.“ Dabei stimme man sich mit den Fachämtern der Länder ab. Auch eine gewisse Werbewirksamkeit sei für die Stiftung wichtig – die in der Geschichte, in traurigen Bildern oder dem engagierten Verein vor Ort begründet sein könne. „Promnitz hat einen überzeugenden Antrag gestellt“, sagt die Sprecherin.

Was ist das Besondere an Promnitz?

Die Stiftung Denkmalschutz schätzt das Schloss Promnitz als „qualitätvollen Ort“, der dringend Hilfe benötigt. Eigentümer, Verein, Architekt, Landesamt für Denkmalpflege würden gut zusammen arbeiten, hätten gute Grundlagen gelegt und Planungen erarbeitet. „Es gibt bereits eine Zusage für Landesmittel, sodass ein zügiger Beginn der Arbeiten sichergestellt ist“, sagt Ursula Schirmer. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wolle die für die Landesförderung notwendigen Eigenmittel einbringen – dafür der Spendenaufruf. „Damit könnte dann ein wichtiger Schritt zur Notsicherung angeschoben werden.“

Mit wie viel Geld kann man rechnen?

Wie hoch der Spendeneingang auf ein „Denkmal in Not“ ist, lässt sich laut der Sprecherin nie sagen. „Einzelne Großspenden können das Ergebnis völlig verändern, sind aber nicht planbar.“ Eine Vorstellung im Magazin Monumente habe allerdings auch über die Spenden hinausgehende Wirkungen: „Sie gibt dem Objekt ein bundesweites Podium, das zu weiterer Darstellung führt“, sagt Ursula Schirmer. „Manchmal finden sich Fördervereine und Initiativen mit vergleichbaren Objekten, mit denen es zu einem lebhaften Erfahrungsaustausch kommt.“ Oft würde zudem eine positive Berichterstattung das Engagement der Beteiligten vor Ort über lange Zeit stärken. „Vielfach wird uns berichtet, dass eine Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, unabhängig von der Höhe, für andere Fördermittelgeber ein Qualitätssiegel für eigene Zusagen ist.“

www.sz-link.de/promnitz