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Warum Radeberger anders sind

In der Bierstadt zeichnete OB Lemm jetzt Einwohner für das ehrenamtliche Engagement aus.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Radeberg. Radeberger sind anders. Sie sind zupackender, hilfsbereiter, herzlicher und den Dingen der Welt sehr zugewandt. Auch OB Gerhard Lemm (SPD) machte das in seiner Neujahrsansprache im Kaiserhof deutlich. Und jährlich zeichnet Lemm deshalb dann auch Einwohner mit der Ehrenurkunde oder der -plakette der Stadt aus, die genau das verkörpern: ehrenamtlich zupacken.

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Als Erster wurde diesmal Holger Wedemeyer auf die Bühne gerufen. Er bekam die Auszeichnung für sein großes Engagement für ein behindertengerechtes Radeberg. „Es geht mir unter anderem darum, Radeberg barrierefrei zu gestalten und alles dafür zu tun, dass ältere Menschen und Menschen mit Behinderung vollständig am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, betont Holger Wedemeyer, der für die CDU auch im Stadtrat sitzt. Inklusion ist ein Thema, bei dem er leidenschaftlich werden kann – das wird nicht nur auf seiner Homepage deutlich, sondern er belässt es nicht bei Worten. „Holger Wedemeyer hat sehr gute Vorschläge eingebracht, diese sind inzwischen zur Arbeitsgrundlage geworden“, lobte auch der OB. Über die CDU-Fraktion habe Holger Wedemeyer eine der besten Beschlussvorlagen eingereicht, die Gerhard Lemm in seiner langen Amtszeit je gesehen habe, machte der OB deutlich. Zudem hob er auch Holger Wedemeyers Engagement bei der Betreuung von Flüchtlingen hervor. Hier ist der Radeberger unter anderem im Verein „Das Radeberger Land hilft“ aktiv.

Fahrrräder zur kostenlosen Nutzung

Aktiv – und das mit einem deutschlandweit beachteten Projekt – sind dabei auch Hartmut Gey, Dr. Hartmut Kirschner und Gert Loose. Sie hatten im vergangenen Jahr das Projekt „FahrRadeberg“ auf den Weg gebracht. Ausrangierten Fahrrädern wird dabei neues Leben eingehaucht; an zahlreichen Stationen werden sie anschließend zur kostenfreien Nutzung angeboten. Bis zu drei Tage können die generalüberholten, orangefarbenen Räder genutzt werden. Zehn dieser Räder wurden auch an die Asylunterkunft in der Siedlung-Rossendorf übergeben. „Mit dieser Ehrenurkunde werden wir heute stellvertretend für all die vielen Radeberger geehrt, die zum Erfolg beigetragen haben“, gab Hartmut Kirschner den Dank weiter. Hinter der Aktion „FahrRadeberg“ steht eine ökumenische Initiative, an der sich alle sechs Radeberger Kirchen beteiligt haben. Die Farbe Orange war von den Organisatoren als besonderes Sicherheitsmerkmal gedacht, in Verbindung mit der Aktion sind sie in den zurückliegenden Monaten allerdings auch längst zu einem echten Hingucker geworden.

Emotionaler Moment

Sehr emotional wurde es dann bei der Übergabe der Ehren-MedaMedaille der Stadt an Siegfried Hennig. In den letzten Jahren der DDR war er mit seiner offenen Art als Bürgermeister der Stadt ein echter Hoffnungsträger gewesen. Nach der Wende saß er dann für die Linke im Stadtrat, war seither deren Fraktions-Chef. Bei 750 Stadtrats- und Ausschusssitzungen ist er dabei gewesen, so OB Lemm beim Blick in die Statistik. Am morgigen Mittwoch wird Siegfried Hennig aus dem Stadtrat verabschiedet. „Ich wünsche mir, dass es auch künftig gelingen möge, die Spaltung der Einwohnerschaft zu vermeiden“, betonte Hennig in seinen bewegten Worten nach der Auszeichnung auf der Kaiserhof-Bühne.