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Warum sind die Enso-Kästen noch grau?

Die Großenhainer Stromkästen, auch der vor der Bücherei, sollten gestaltet werden. Doch noch ist davon nichts zu sehen.

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© Anne Hübschmann.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Leser Paul Köhler hat im vorigen Jahr verfolgt, wie die SZ über das Aufstellen der Enso-Verteilerschränke im Stadtgebiet, unter anderem vor der ehemaligen Klosterruine, berichtete. Der Denkmalschutz machte seinerzeit zur Auflage, dass der Kasten noch farblich an die Klosterruine, die heutige Karl-Preusker-Bücherei, angepasst wird. Diese Pflicht war Bestandteil der Gesamtgenehmigung im Planfeststellungsverfahren für die Enso. „Das erscheint logisch, nur ist bis jetzt gar nichts passiert“, moniert Paul Köhler. „Noch nicht mal ansatzweise.“

Den Leser beschäftigt das umso mehr, weil der Denkmalschutz sonst sehr hart ins Gericht bei Sanierungsplänen von alten Häusern und das Erhalten von historischem Allgemeingut geht. „Das ist auf eine Art gut, dass jemand den Hut aufhat, wenn es um die Erhaltung von Altbestand geht“, schreibt der SZ-Leser. „Auf eine andere Art ist es natürlich umso hinderlicher für Planer, Eigentümer und Visionäre.“

Warum greift nun der Denkmalschutz nicht drastisch durch und beruft sich auf seine gestellten Auflagen? „Auch die Enso als große regionale Institution muss sich an vereinbarte Auflagen halten – schlimm, wenn es da ungeschriebene Ausnahmen geben würde“, meint Paul Köhler.

Angebot wurde bestätigt

Tatsächlich wurde jedoch ein Auftrag zur farblichen Gestaltung der Kästen an den Großenhainer Künstler Sebastian Bieler übertragen. Ein von ihm Ende Februar eingereichtes Angebot ist genehmigt worden und sollte jetzt im Sommer umgesetzt werden. „In drei Wochen könnte alles erledigt sein, aber es hapert an der Zusammenarbeit“, moniert Sebastian Bieler. So könne er die Kästen nicht einfach mit Lack besprühen, sondern müsse sie vorher von innen her abdichten, damit die empfindliche Technik nicht beschädigt werde. Doch einen Schlüssel für die Kästen bekam er bisher leider noch nicht, sagt Künstler Bieler.

„In diesen Tagen geht es los“, verspricht aber Claudia Kuba, die Sprecherin der Enso. Vorher hätte es noch viele Abstimmungen gegeben. So musste geklärt werden, welche Farbe auf die pulverbeschichtete Oberfläche der Kästen aufgebracht werden kann. ‹Nun werde der Auftrag ausgelöst.

Kasten an der Bücherei verschwindet

Sebastian Bieler muss dem Auftrag der Enso entsprechen, und der sieht eine einfarbige Gestaltung der Schränke vor. Fünf bis sieben Schaltkästen im historischen Stadtkern werden damit farblich mit den Häusern abgestimmt, vor denen sie stehen. Der Clou aber ist: Laut SZ-Information soll der bewusste Schaltschrank vor der Klosterruine nicht stehen bleiben, sondern versetzt werden. Offensichtlich konnte man sich dort nicht mit dem Denkmalschutz über eine angemessene Gestaltung einigen.