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33.000 Euro für wenige Meter Mauer

Beim Abriss eines Toilettenhäuschens explodieren die Kosten. Im Riesaer Rathaus sieht man dafür zwei Gründe.

Das Toilettenhaus kommt weg – dann fehlt ein Stück Mauer. © Sebastian Schultz

Riesa. Eigentlich schien das Bauvorhaben eine Lappalie zu sein. Weil im Zuge des Umbaus des Rathausplatzes ein altes Toilettenhaus abgerissen wird, muss ein Stück Umfriedungsmauer für die benachbarte Grundschule neu errichtet werden. Die Stadt hatte für die paar Meter Mauer 5 000 Euro kalkuliert. Doch jetzt wurde das Vorhaben ein Fall für den Finanzausschuss: Denn die Kosten sind von 5 000 Euro auf mehr als 30 000 Euro explodiert – und haben sich damit fast versiebenfacht.

„Ich verstehe nicht, warum so ein bisschen Mauer 33 000 Euro kosten soll“, sagt Linken-Stadträtin Uta Knebel. Bauamtsleiterin Ina Nicolai gibt die Schuld daran vor allem einer anderen Behörde. „Der Denkmalschutz hat Forderungen.“ Laut Landesamt für Denkmalpflege steht der ganze Komplex von Schule samt Hintergebäude und Turnhalle unter Denkmalschutz: Der „breitgelagerte und platzbeherrschende Schulbau der Gründerzeit“ sei baugeschichtlich und ortsgeschichtlich von Bedeutung. Und das gilt offenbar auch für die Umfassungsmauer, die demnach nicht einfach mit Hohlblocksteinen hochgemauert werden darf.

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Nötig ist ein Lückenschluss allerdings, weil bislang die Rückwand des Toilettenhauses in die Umfriedung integriert ist. „Und wir können eine einzelne Mauer eines abgerissenen Gebäudes nicht einfach stehen lassen“, sagt Bauamtsleiterin Ina Nicolai. Da müsse sich die Stadt an die Auflagen halten. Außerdem hätten die Baufirmen derzeit ihre Preise ohnehin angezogen. Später muss die Stadt dort noch deutlich mehr Mauer ernötigen. Das möchte man aber ohne Zeitdruck mit Fördergeldern erledigen.