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Geld und Recht

Was bedeutet der Kurssprung beim Bitcoin?

Klettert der Bitcoin-Preis nach oben, so finden sich im Netz plötzlich zahlreiche Prognosen von Analysten. 

© Bildquelle: Icons8_team

Welche mitunter der Meinung sind, der Bitcoin-Kurs könnte in naher Zukunft sogar bei einer Million US Dollar liegen. Ob diese Vorhersagen korrekt sind oder nicht bleibt dahingestellt, allerdings melden sich mittlerweile auch bekannte Analysten, die sich sonst eher zurückhalten geben, zu Wort. Allen voran Peter Brandt, der 2018 bereits den Einbruch von über 85% korrekt vorhergesehen hatte. Brandt geht davon aus, dass der Bitcoin demnächst im Bereich der 50.000 US Dollar landen wird. Gegen Jahresende soll bereits die 20.000 US Dollar-Grenze geknackt werden.

Bitcoin ist nicht totzukriegen

Für einige Beobachter gibt es keine Zweifel: Der Hype rund um den Bitcoin war nur eine Spekulationsblase, die im letzten Jahr mit einem riesigen Knall geplatzt ist. Schlussendlich verlor der Bitcoin im Jahr 2018 rund 80 Prozent des Werts - rutschte von fast 20.000 US Dollar auf 3.300 US Dollar ab. Viele Skeptiker und Krypto-Gegner sind überzeugt, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis die Kryptowährungen endgültig verschwinden.

Doch der Bitcoin konnte schon mehrfach unter Beweis stellen, dass Totgesagte tatsächlich länger leben. Schlussendlich war der Kurssturz, der im vergangenen Jahr dokumentiert wurde, nicht der erste Absturz. 2011 stürzte der Bitcoin - natürlich auf einem niedrigeren Preisniveau - ebenfalls ab. Auch damals wurde davon gesprochen, der Bitcoin sei am Ende.

Auch wenn es immer wieder zu Kursverlusten kommt, so darf die langfristige Preisentwicklung aber nicht außer Acht gelassen werden. Befasst man sich mit dem Chart, so wird man relativ schnell feststellen, dass sich der Bitcoin durchaus wieder im Aufwind befindet.

Setzt sich das exponentielle Wachstum der Vergangenheit auch in der Zukunft fort, so könnte der Bitcoin im Jahr 2023 sogar die Millionen-Marke übersteigen. 

Kommt es nun zum Comeback der Kryptowährung?

Doch warum sollte der Bitcoin-Preis - auf lange Sicht gesehen - exponentiell zulegen? Die Begründung scheint logisch. Die Geldmenge in US Dollar, in der der Preis der virtuellen Währung bemessen wird, wächst exponentiell. Das ist auch das Geheimnis, weshalb Immobilienpreise wie Aktienkurse ebenfalls steigen. Zudem kommt beim Bitcoin auch der Umstand hinzu, dass die Coin-Menge begrenzt ist - nach 21 Millionen Coins ist das Spiel vorbei. Auch wenn dieses Ziel wohl in den nächsten 100 Jahren nicht erreicht werden kann, so wurden schon 83 Prozent aller Bitcoins erzeugt.

Natürlich ist es unrealistisch, dass das aktuelle Wachstumstempo in derselben Geschwindigkeit fortgesetzt wird. Eine Preisverdoppelung, die alle zwei Jahre stattfindet, kann auf Dauer nicht gehalten werden - es kommt also mit der Zeit zu einer unweigerlichen Geschwindigkeitsreduzierung. Das heißt, es mag zwar realistisch sein, dass der Bitcoin einmal die Millionen-Grenze knackt, jedoch nicht in absehbarer Zeit. Doch das heißt nicht, dass die Prognosen nicht trotzdem überzeugen.

Trotz Generalverbot: Chinesen lieben den Bitcoin

Das Kursplus kann auch auf das steigende Interesse der chinesischen Anleger zurückgeführt werden. Das Interesse ist aktuell dermaßen groß, sodass die Chinesen sogar einen Aufpreis akzeptieren, um am Bitcoin-Handel teilzunehmen. Aufgrund der Tatsache, dass es seit 2017 ein Generalverbot für Kryptowährungen gibt, hat der chinesische Krypto-Fan nur wenige Möglichkeiten, wenn dieser digitale Währungen kaufen will. Die neueste Strategie? Man investiert in einem „Over The Counter“-Geschäft in Stable Coins, so etwa in Tether, und wandelt die Coins dann in eine beliebige Kryptowährung um.

Als der Kurs für das Währungspaar BTC/USD um über 1.000 US Dollar gestiegen ist, sind zudem auch die Preise für die sogenannten „Over The Counter“-Geschäfte nach oben geschossen - ein Beweis, dass die Chinesen keinesfalls das Interesse am Bitcoin verloren haben.

Prognosen sind mit Vorsicht zu genießen

Auch wenn die Prognosen vielversprechend klingen, so muss man dennoch vorsichtig sein. Der Markt ist volatil - einmal geht es nach oben, dann wieder nach unten. Eine Prognose ist zudem keine Garantie - es kann auch immer in die andere Richtung gehen.

*Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Autor: M. Kunath.

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