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Was Bischofswerda von Radeberg lernen kann

Auf dem Markt der Bierstadt machen die Blumenkästen auch im Winter was her. Schiebock möchte nachziehen.

© Thorsten Eckert

Rödertal. Sven Traste hat Mobilfunkgeschäfte in Bischofswerda und Radeberg. Jedes Mal, wenn der Unternehmer im Winterhalbjahr über Schiebocks Markt läuft, kann er nur den Kopf schütteln: nur Erdhaufen auf den grauen Kübeln, die in den wärmeren Monaten bepflanzt werden. „Fahren Sie mal nach Radeberg! Dort macht der Markt auch im Winter was her. Die Blumenkübel sind das ganze Jahr über grün, weil sie mit winterharten Pflanzen bestückt sind“, sagt er. Je nach Jahreszeit wird dazu gepflanzt – oder dekoriert. Wie macht es Radeberg? Dazu Stadtsprecher Jürgen Wähnert: „Die Pflanzkübel im Innenstadtbereich sind teilweise mit Dauerbepflanzung oder mit jahreszeitlicher Bepflanzung gestaltet. Bei der Dauerbepflanzung sind Felsenbirnen, kleine Flieder, Rosen und Lavendel zum Einsatz gekommen. Die Kübel mit jahreszeitlicher Bepflanzung beinhalten als „Dauerpflanze“ Bäumchen vom Zwergspindelstrauch, die ganzjährig im Kübel bleiben und dann mit den entsprechenden saisonalen Einjahrespflanzen ergänzt werden. Nach der Entfernung der Herbstpflanzung werden diese Kübel mit Reisig und dekorativen Zweigen dekoriert.“ Kleinere Kübel lagert die Stadt über den Winter auf dem Bauhof ein. Die Pflege der Kübel nimmt pro Jahr, je nach Witterung, circa 260 Stunden in Anspruch. Dazu gehört jäten, alte Blütenstände entfernen, düngen und wässern. Außerdem müssen die Holzeinlagen der Kübel in regelmäßigen Abständen neu gestrichen werden. Doch der Aufwand lohnt.

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Bischofswerda: Die Erdhaufen in den Pflanzkübeln warten auf wärmere Tage – und neue Pflanzen. © Steffen Unger

Im Bischofswerdaer Rathaus steht man dem Vorschlag für mehr Grün auch im Winter aufgeschlossen gegenüber, findet ihn sogar „charmant“. „Der zuständige Bauhof-Mitarbeiter hatte auch bereits den Wunsch geäußert, so etwas gern machen zu wollen. Dagegen sprachen bisher immer finanzielle Zwänge“, sagt Rathaus-Sprecher Sascha Hache. Für die Beschaffung von Pflanzen aller Art hat die Stadt in diesem Jahr 2 000 Euro eingeplant. Die Herbst- und Winterbepflanzung auf dem Markt würde rund 1 000 Euro zusätzlich kosten. Hinzu kommen etwa 40 Arbeitsstunden für die Pflege.

Doch die Stadtverwaltung prüft Möglichkeiten, in dieser Richtung etwas zu bewegen – zum Beispiel über den Verfügungsfonds. „So eine Bepflanzung entspricht ideal dem Zweck des Fonds“, sagt Sascha Hache. Doch das Geld aus dem Fonds wäre nur eine einmalige Sache, jede weitere Bepflanzung müsste neu beantragt werden. Hier könnten Sponsoring helfen oder auch eine Anregung von Stadtrat Robert Geburek (BfB). Dessen Idee für ehrenamtliche Pflegepatenschaften für Parks und Denkmale in der Stadt ließe sich ja auf die Blumenkästen erweitern. (SZ/ir)