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Was darf man als Diabetiker essen?

Beim SZ-Gesundheitsforum in Bischofswerda ging es jetzt um die Insulintherapie. Dr. Markus Schulz betonte die Chancen für die Patienten.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Ein Arzt im Selbstversuch: Am Tag vor seinem Vortrag habe er sich probehalber zum ersten Mal in seinem Leben die hauchdünne Nadel einer Insulinspritze selbst verabreicht, sagte Dr. Markus Schulz, Oberarzt in der Medizinischen Klinik, beim SZ-Gesundheitsforum im Krankenhaus Bischofswerda. Zugleich ließ der Arzt zwei Insulinpens durch das Publikum gehen. Jeder durfte mal schauen und fühlen, was das für ein „ Stift“ ist, auf den fast zwei Millionen Menschen in Deutschland angewiesen sind. Menschen, deren Bauchspeicheldrüse kein oder nicht ausreichend Insulin produziert und die deshalb das lebensnotwendige Hormon von außen zuführen müssen.

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Ein- oder mehrmals am Tag Insulin zu spritzen – für viele ist das eine Angst machende Vorstellung. Markus Schulz sprach deshalb vom „Mythos Spritze“. Er bemerke in seiner Arbeit die unterschiedlichsten Ängste bei Patienten. Angst vor den Schmerzen beim Spritzen. Angst, von der Nadel abhängig zu werden. Angst vor dem Krankheitsverlauf und dem nahenden Lebensende. Angst vor Unterzuckerung und Gewichtszunahme. Doch wesentlich größer als die Ängste und Risiken seien die Chancen, durch die Insulinzufuhr negative Begleiterscheinungen der Diabetes, etwa Einschränkungen beim Konzentrations- und Denkvermögen, zu kompensieren, und möglichen Folgeerkrankungen, wie Gefäßverengungen, Herzinfarkt und Schlaganfall, entgegenwirken.

Es gibt kein Frühwarnsystem

Das Problem bei Diabetes Typ 2: Die Krankheit entwickelt sich schleichend. Sie tut nicht weh, macht lange Zeit keine Beschwerden. Es gibt kein Frühwarnsystem. In der Regel vergehen fünf bis sieben Jahre, bis die Zuckerkrankheit diagnostiziert wird. Was folgt, ist eine Stufentherapie je nach gemessenem Zuckerwert. Sie beginnt in der Regel mit einer Ernährungsberatung und Tipps für mehr Bewegung. Reicht das nicht aus, werden Medikamente verschrieben. Zunächst einzelne, in einem höheren Krankheitsstadium auch in Kombination. Erst danach kommt die Insulinspritze in Betracht. „Wir setzen aufs Gespräch, vermeiden jeden Druck auf den Patienten. Wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden“, sagte Markus Schulz. Insulin zu spritzen, sei keine Bestrafung. „Man sollte es als Chance sehen“, betonte er. Für Patienten des Bischofswerdaer Krankenhauses beginne es meist mit einer vierwöchigen Probetherapie. Dann wird ausgewertet: Fühlt sich der Patient besser? Haben sich die Zuckerwerte verbessert? Auf dieser Grundlage entscheiden Arzt und Patient dann gemeinsam über den weiteren Weg.

Wer Insulin spritzt, muss es meist bis an sein Lebensende tun, sagte Dr. Markus Schulz auf eine Frage aus dem Publikum. Ab wann wird gespritzt?, wollte ein anderer Teilnehmer wissen. Die Antwort: Dann, wenn der Zucker über dem entsprechenden Grenzwert liegt. Gespritzt wird erst, wenn alle anderen Therapieformen ausgeschöpft sind. Kann man alles essen, wenn man Insulin spritzt?, wollte eine Frau wissen. Bei Diabetes Typ 1 in der Regel Ja. Bei Typ 2 Nein. Welche Diät erforderlich ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. In der Regel geht es darum, die Kohlenhydrate zu reduzieren. „Das Einfachste ist, auf zuckerhaltige Getränke wie Limonaden und Fruchtsäfte zu verzichten“, sagte Oberarzt Dr. Markus Schulz.

Das nächste SZ-Gesundheitsforum im Krankenhaus Bischofswerda findet am 25. Oktober, 17 Uhr, statt. Dann geht es um Erkrankungen der Schilddrüse.