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Was der Wolf die Sachsen kostet

Inzwischen leben hier 18 Rudel und ein Pärchen. Der Freistaat investiert vor allem in den Schutz möglicher Beutetiere.

© dpa

Von Gunnar Saft

Dresden. Sachsen ist nach Brandenburg das Bundesland mit dem größten Wolfsvorkommen in Deutschland. Zurzeit leben hier 18 Rudel und ein Wolfspärchen. Doch seit im Jahr 2000 in der Muskauer Heide erstmals wieder wildlebende Wolfswelpen geboren wurden, wird über die Ausbreitung der Tiere heftig debattiert – auch über die Kosten, die für ihren Schutz oder durch den Schadensausgleich für getötete Nutztiere anfallen. Jetzt legte die Staatsregierung dazu eine Übersicht vor.

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Demnach zahlte das Land Sachsen im vergangenen Jahr knapp 765 000 Euro, um sämtliche Aufwendungen in dem Bereich zu bestreiten. Das geht aus den Antworten von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage hervor. Diese Summe entspricht weniger als fünf Prozent der Ausgaben, die Sachsen im aktuellen Haushalt für Naturschutzzwecke zur Verfügung stellt.

Mit gut 258 000 Euro waren dabei die Zahlungen für Präventionsmaßnahmen, die dem besseren Schutz von Nutztieren dienen, der größte Ausgabeposten.

Knapp 254 000 Euro wurden wiederum für die wissenschaftliche Begleitung und das Wolfsmanagement ausgegeben. Damit wurden vor allem Untersuchungen finanziert, die unter Verantwortung der Senckenberg-Gesellschaft für Naturschutz durchgeführt wurden. Dazu zählen auch die Obduktionen tot aufgefundener Tiere. Auf rund 239 000 Euro beliefen sich die Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit und für das in Rietschen angesiedelte Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“. Neben Ausstellungen und Broschüren zum Thema bieten dessen Mitarbeiter regelmäßig kostenlose Vorträge über den Wolf und dessen Lebensweise an – auf Anfrage auch direkt vor Ort in Schulen oder in Vereinen.

Für den Schadensausgleich, den Tierhalter für jedes Nutztier erhalten, welches durch Wölfe gerissen wurde, musste der Freistaat im vergangenen Jahr lediglich 13 600 Euro bereitstellen. Zuvor war im Jahr 2016 mit 41900 Euro noch eine neue Rekordsumme in der Kategorie angefallen. „Um die vielen Fragen zur Wiederkehr der Wölfe beantworten und um die Dichte sowie den Zustand der Wolfspopulation richtig einschätzen zu können, benötigen wir Fakten und Fachwissen“, begründete Minister Schmidt alle Aufwendungen.

Besonders wichtig sei ihm die Beratung von Nutztierhaltern. Die hätten die staatliche Hilfe bei der Anschaffung von geeignetem Zaunmaterial zuletzt rege in Anspruch genommen. „Da ist jeder Cent gut investiertes Geld!“ Schmidt sagte, man müsse aber noch mehr tun. Zum Beispiel bürokratische Hemmnisse abbauen und die laufenden Zusatzkosten für Schäfer reduzieren.