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Was die Händler wirklich wollen

In diesen Tagen befragt die Stadt die Gewerbetreibenden zum Sanierungsgebiet in West. Die SZ hat es schon mal getan.

© Matthias Schumann

Von Peter Redlich

Radebeul. Der eigentliche Anstoß, in Radebeul-West etwas zum Besseren zu verändern, kam von den Gewerbetreibenden. Seit über zehn Jahren reden sie. Es gab die Blumenkübelaktion vor den Geschäften. Die Wiederbelebung des Parkhauses wurde versucht, erfolglos. Jetzt soll es mit dem Sanierungsgebiet Radebeul-West ein großer Wurf werden – vom Areal der Kötzschenbrodaer Schulen bis zur Alten Kaiserpost und an die Moritzburger Straße.

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Der Bahnhof
Der Bahnhof © Matthias Schumann
Das Parkhaus
Das Parkhaus © Matthias Schumann
Die Straßenbahnhaltestelle
Die Straßenbahnhaltestelle © Matthias Schumann

Sogar einen Stadtteilmanager hat Radebeul engagiert, der 15 Stunden die Woche vor Ort vieles organisieren soll. Zuletzt verlor sich die Diskussion ums Sanierungsgebiet in vielen Details. Sollen die Bäume auf der Bahnhofstraße bleiben oder nicht? Sollen noch mehr Parkplätze angelegt werden oder nicht? Die Ergebnisse einer Bürgerbefragung brachten keinen großen Wurf. Jetzt soll Stadtteilmanager Marc Schmidt noch einmal gezielt die Händler und Gewerbetreibenden fragen, was sie wie im Sanierungsgebiet haben wollen. Die SZ hat vorab schon mal den Rundgang gemacht. Was sich dabei ergab, sind ganz unterschiedliche Ideen, aber auch viel Übereinstimmendes..

Gabriele Förster mit ihrem Uhren- und Juweliergeschäft in der Bahnhofstraße sagt, dass gar nicht mehr Parkplätze sein müssen. Es sollte nur kontrolliert werden. Und vielleicht auch mal, wie in anderen Städten mit Kreide angezeichnet werden, wer hier den ganzen Tag über steht und nur die Parkuhr dreht. Sie sorgt sich darum, dass die Gewerbemieten mit der Sanierung zu hoch steigen. Eine Belebung müsse her, aber ob das ein Wochenmarkt ist, da ist sie unsicher.

„Bloß Bäume stehen lassen und die Fußwege in Ordnung bringen, das reicht mir nicht“, sagt Peter Pförtsch vom Eiscafé. Er möchte ein ordentliches Konzept für den Bahnhofsvorplatz und ebenfalls mehr Kontrolle durch das Ordnungsamt. Einen Wochenmarkt findet er eine gute Idee, der ein Frischemarkt sein sollte. Er ist sich sicher, dass dieser Sonnabendvormittag gut besucht würde.

Gegenüber hat Cornelia Groß ihre Apotheke am Westbahnhof. Sie möchte, dass es mehr Parkplätze gibt, nicht zu weit entfernt. Zum Beispiel hinter dem Bahnhof. Auch Parkplätze für E-Fahrzeuge mit einer Auflademöglichkeit. „Ein Wochenmarkt? Natürlich würde ich den gern haben. Das zieht Leute nach West.“

Uhrmachermeister Dirk Teske hat wenige Schritte weiter Richtung Meißner Straße sein Geschäft. Parkbänke, Bäume, mehr Grün, etwa auch an das graue Geländer oberhalb der Straße, nennt er zuerst. Unbedingt sollte auf dem Areal der Alten Kaiserpost und mit dem Bahnhof was geschehen. Dirk Teske: „Wenn an den beiden Stellen was losgeht, ist schon wirklich viel passiert.“

Matthias Hennl vom gleichnamigen Bettengeschäft an der Meißner Straße ist sauer über die Stadt und die Stadträte: „Wer lässt sich von denen denn mal hier blicken oder kauft gar hier ein? Es kommen nur schlaue Vorschläge, ohne dass was passiert.“ Ihn ärgert vor allem die Situation am ehemaligen Fischladen an der Meißner Straße gegenüber. Nachts werde hier gefeiert und gegrölt und sogar Feuer angemacht. So eine verwahrloste Stelle ziehe solches Publikum an, schimpft er und fordert mehr Kontrolle.

Uwe Marx vom Bekleidungsgeschäft an der Ecke Bahnhofstraße, Meißner Straße denkt da ähnlich: „Mit dem Standort Alte Post und dem Ex-Fischgeschäft muss was passieren. Auch wenn es der Stadt nicht gehört, sie sollte aktiver werden als bisher.“ Einen Frischemarkt, auch vor dem Bahnhof, würde Uwe Marx begrüßen. Und, das Parkhaus sollte endlich genutzt werden.

Eine, die eigentlich am Rande des Sanierungsgebietes ihr Geschäft hat, ist Claudia Weinreuter mit dem Weltenbummler in der Hermann-Ilgen-Straße. Parkplätze sagt sie, würde sie sich mehr wünschen, auch an der Hermann-Ilgen-Straße. Und eine Fußgängerzone in der Bahnhofstraße – zumindest sollte darüber mal nachgedacht werden.

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