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Dippoldiswalde

Was Dipps anpacken muss

Im Rat und der Verwaltung sind seit 2014 wichtige Aufgaben liegengeblieben.

Ein Blick durch das Tor des alten Bergamts auf das Rathaus. Hier haben in den letzten fünf Jahren der Stadtrat und die Verwaltung keinen guten Faden gesponnen. © Archivfoto: Egbert Kamprath

Die Stadt Dippoldiswalde ist fast in der gleichen Situation wie vor fünf Jahren, Stadtrat und Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin werden neu gewählt. 

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Großer Badespaß in Freitals Freibädern 

Nach vielen Renovierungsarbeiten ist die Badesaison in den Freibädern "Windi" und "Zacke" in vollem Gange. 

2014 brachte das einen überzeugenden Sieg für die Freien Wähler. Sie wurden die stärkste Fraktion im Stadtrat, und ihr Kandidat Jens Peter zog mit klarer Mehrheit als Oberbürgermeister ins Rathaus ein.

Doch fünf Jahre später bleibt festzustellen: Sie haben nichts daraus gemacht. Die Stadtratsfraktion begann, sich selbst zu zerlegen. Wichtige Stadträte haben sich zurückgezogen. Die Fraktion fand auch keine politische Linie mit dem Oberbürgermeister. Dieser wechselte schließlich zur CDU, ehe er ganz zurückgetreten ist. So sind Probleme, die Dipps vor fünf Jahren zu lösen hatte, heute immer noch akut.

Laufend wechseln die Leiter der Finanzabteilung

Derzeit wird gerade mit Cornelia Eichler wieder eine neue Kämmerin eingearbeitet. Sie ist die siebte Leiterin der Finanzabteilung seit 2014. Drei ihrer Vorgänger sind von sich aus gegangen, einer wurde in der Probezeit gekündigt, und zweimal wurde die Abteilung kommissarisch geführt. In einem Punkt hat es Fortschritte gegeben. Die Stadt hat dieses Jahr schon einen Haushaltsplan beschlossen. Damit ist die neue Oberbürgermeisterin oder der neue Oberbürgermeister schon zu Beginn der Amtszeit finanziell handlungsfähig. Das war 2014 nicht der Fall. Dippoldiswalde ist nicht arm, außerdem lief all die Jahre die Wirtschaft gut. Aber der Stadt fehlt eine konsequente Steuerung ihrer Vorhaben, die auch die finanziellen Möglichkeiten im Auge behält. Hier muss Ruhe einkehren, die dann Grundlage für vorausschauende Entscheidungen ist.

Das Zusammenwachsen geht zäh voran

Ende letzten Jahres schrieben die Ortsvorsteher aus der ehemaligen Gemeinde Schmiedeberg einen Brandbrief. Sie sind nicht zufrieden damit, wie die Eingemeindung nach Dippoldiswalde läuft. Sie forderten, dass die Kommission, welche fünf Jahre lang Streit zwischen Dipps und Schmiedeberg schlichten sollte, weiter im Amt bleibt. Das hat der Stadtrat inzwischen zwar abgelehnt. Aber die neue Stadtspitze muss sich bemühen, den Frust, der sich in Schmiedeberg entwickelt hat, abzubauen und die gesamte Stadt zu einem gedeihlichen Miteinander zu führen.

Konzept zur Stadtentwicklung liegt auf Eis

Schon 2011 hat die Stadtverwaltung Dippoldiswalde ein Konzept zur Stadtentwicklung in Auftrag gegeben. Nach einem ersten Entwurf wurden die Arbeiten aber 2013 gestoppt, um erst nach der Eingemeindung von Schmiedeberg wieder aufgenommen zu werden. Der Stadtrat hat dann 2016 beschlossen, die Vorhaben wieder in Gang zu bringen. Jedoch blieb diese Arbeit weiter liegen. Die Stadtverwaltung konzentrierte sich darauf, die Finanzen in Ordnung zu bringen und die Eröffnungsbilanz aufzustellen. So ging das Vorhaben nicht voran. Dabei müsste vor allem auch die Situation des Einzelhandels insgesamt betrachtet werden. Denn immer wieder muss der Stadtrat über Bauanfragen von Handelsunternehmen entscheiden. Solche Beschlüsse haben Folgen, die über die einzelne Baugenehmigung hinausreichen.

Als Entscheidungsgrundlage braucht die Stadt ein Gesamtkonzept, in welche Richtung sie die Ortsteile und die Kernstadt entwickeln will.

Was ist geworden und was bleibt offen?

Es wird dem Stadtrat an Frauen fehlen

Unabhängig vom Wahlergebnis wird es im Stadtrat Dippoldiswalde und in den Ortschaftsräten einige Wechsel geben. Langjährige Stadträte treten aus Altersgründen nicht mehr an, so bei den Freien Wählern Marko Thiele und Michael Triller, bei der CDU René Schlechter oder bei der Linken Armin Zienert. Zwei Parteien stellen sich zur Wahl, die bisher nicht im Stadtrat vertreten sind, die AfD mit sechs Bewerbern und die Grünen mit einer Kandidatin.

Auch bei den Ortsvorstehern sind Wechsel abzusehen. Schlechter und Thiele treten auch nicht mehr für ihre Ortschaftsräte an. Und in Schmiedeberg zieht sich Peter Hofmann aus Altersgründen aus der Kommunalpolitik zurück. In Ammelsdorf hat sich kein Wahlvorschlag gefunden. Dort haben jetzt die Bürger die Freiheit, jeden Ortsansässigen, der alt genug ist, in den Ortschaftsrat zu wählen.

Sicher ist auch jetzt schon, dass die Frauen im nächsten Dippser Stadtrat erneut unterrepräsentiert sind. Die Grünen haben eine Frau nominiert, die Linke zur Hälfte Frauen, und zwei der sieben SPD-Kandidaten sind Frauen. CDU und Freie Wähler stellen jeweils nur eine Frau auf ihren Listen auf und die AfD gar keine. (SZ/fh)

Die Kandidaten

Stadtrat Dippoldiswalde

Freie Wähler: Hans-Jürgen Czwink, Mario Fahrland, Kathrin Fröhlich, Wolfram Hagstotz, Tino Kühn, Falk Kühn-Meisegeier, Moritz Lorenz, Frank Müller, Uwe Sparmann, Thomas Triller, Falko Uyma, Klaus Walter, Ulf Walter

CDU: Torsten Teubner, Hans-Jochen Sandig, Jürgen Strzebin, Günter Geißler, Mathias Thümmel, Jens Mücklich, Rocco Krönert, Thomas Baumgart, Katrin Waldenburger, Gotthard Winter, Emanuel Schmidt, Jens Stoppok, Sytse Wiersma

Die Linke: Edith Post, Uwe Ebert, Martina Wünschmann, Emanuel Hanske

SPD: Gisela Wohlgemuth, Karelli Krischker, Stefan Dietrich, Andreas Horeth, Christoph Battenberg, Kurt Reichel, Ronald Zimmermann

NPD: Richard Jürgen Uhlemann

Grüne: Grit Bormann

AfD: André Barth, Michael Heyde, Rolf Süßmann, Philipp Klinnert, Tino Hartmann, Wolfgang Rühle

Ortschaftsrat Berreuth

Wählervereinigung: Sylvio Göhler, Kathrin Irmscher, Andrea Kullock, Jörg Schulz, Falk Teubner, Frank Wenzel*

Ortschaftsrat Elend
Wählervereinigung: Uwe Krüger, Heike Göpel, Gilbert Weber*

Ortschaftsrat Hennersdorf

Freie Wähler: Mirko Ihle, Antje Köhler, Henry Krenz, Eric Kretschmer, Moritz Lorenz, Petra Püschel*

Ortschaftsrat Oberhäslich
Wählervereinigung: Pierre Hüttel, Felix Illgen, Uwe Illgen, Andreas Jähnig, Michael Sachse, Mario Schneider, Falk Ullrich, Thomas Ullrich*

Ortschaftsrat Sadisdorf
Freie Wähler: Mirko Geißler, Frank Müller, Stefan Göpfert, André Wahl*

Ortschaftsrat Ulberndorf
Wählervereinigung: Sten Scannewin, Jan Becker, Grit Klimke-Neumann, Christine Nobis, Matthias Proplesch, Michael Richter*

Ortsch.-Rat Schmiedeberg
Liste Schmiedeberg: Maik Biber, Markus Geiger, Bettina Schmidt, André Stieghorst, Christian Herrmann*

* In Ammelsdorf, wo es keine Wahlliste gibt, und in Ortsteilen mit einer Liste kann jede wählbare Person gewählt werden.

Ortschaftsrat Dippoldiswalde

Freie Wähler: Mario Fahrland, Peter Kano, Tino Kühn, Dirk Massi, Uwe Sparmann, Thomas Triller
CDU: Konrad Wohlgemuth, Emanuel Schmidt, Katrin Waldenburger
Linke: Bernd Wehner, Marion Eichentopf
SPD: Kurt Reichel
AfD: Tino Hartmann

Ortschaftsrat Malter:

Unabhängige Bürger: Petra Braun, Claudia Glöß, Thomas Pawlowsky, Tino Richter
SPD: Christoph Battenberg

Ortschaftsrat Obercarsdorf

CDU: Sven Schaale
SPD: Karelli Krischker, Sigo Reichel, Peter Pursche, Thomas Kalis
AfD: Michael Heyde

Ortschaftsrat Paulsdorf
Freie Wähler: Mario Kretschmann, Karolin Lotze, Carsten Hofmann
CDU: Agnes Roderfeld, Thomas Kischko

Ortschaftsrat. Reichstädt

CDU: Falk Hennig, Helfried Lohse, Tobias Döring, Stephan Steckel, Lutz Lange, Sven König
Linke: Martina Wünschmann, Emanuel Hanske
SPD: Andreas Horeth
AfD: Philipp Klinnert

Ortschrat Reinholdshain
Freie Wähler: Michael Hopp, Liane Pohl, Frank Köhler, Sven Göhler
CDU: Sytse Wiersma

Ortschaftsrat Seifersdorf
Wählervereinigung: Uto Böhme, Marko Börner, Marco Dittrich, Jens Irmer, Aniko Menzer, Reinhard Philipp
CDU: Jürgen Strzebin
SPD: Stefan Dietrich

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