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Bautzen

Was es bei der Kulturnacht zu sehen gab

19 Kultureinrichtungen der Stadt Bautzen öffneten am Sonnabend ihre Türen. Das Angebot war sehr vielseitig und bot für jeden Geschmack etwas.

Lilean Alkhabbaz zeigte in den Räumen Schülerstraße 6, wie sie die Stadt Bautzen fotografisch sieht. Die Syrerin lebt seit 2016 in der Spreestadt.
Lilean Alkhabbaz zeigte in den Räumen Schülerstraße 6, wie sie die Stadt Bautzen fotografisch sieht. Die Syrerin lebt seit 2016 in der Spreestadt. © Foto: Carmen Schumann

Bautzen. Lilean Alkhabbaz lebt seit 2016 in Bautzen. Sie floh 2015 aus Damaskus, wo sie ihren Mann und ein Kind verloren hatte. Die Syrerin gelangte auf einer abenteuerlichen Flucht zuerst nach Nürnberg und dann nach Bautzen, wo sie einen Sprach- und Integrationskurs besuchte. Ihre fünf Kinder gehen in Bautzen in die Schule. Die 38-Jährige absolvierte Praktika als Friseurin und als Krankenpflegerin. Obwohl sie sich in Bautzen gut angenommen gefühlt hat, möchte sie aber doch nach Dresden ziehen, weil sie sich dort bessere Chancen erhofft. 

Während der Langen Nacht der Kultur am Sonnabendabend zeigte Lilean Alkhabbaz zusammen mit weiteren Landsleuten eine kleine Fotoausstellung in den Gewerbe-Räumen Schülerstraße 6 unter dem Titel „Bautzen mit meinen Augen“. Die vom Verein „Willkommen in Bautzen“ geplante gedeckte Tafel, die ab 16 Uhr vor dem House of Ressources in der Fleischergasse 28 aufgebaut werden sollte, musste leider ausfallen, weil zu diesem Zeitpunkt gerade ein Gewitter über Bautzen zog. Pünktlich um 18 Uhr, dem offiziellen Start der Langen Nacht der Kultur, hatte sich das Wetter dann aber beruhigt und die Veranstaltungen konnten planmäßig stattfinden. 

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Der Auftritt der Schülertheatergruppe der Sorbischen Mittelschule, der den Auftakt in der Stadtbibliothek bildete, fand aber noch drinnen im Veranstaltungssaal statt. Die jungen Theaterleute, die sonst eher intern in ihrer Schule auftreten, waren zum ersten Mal bei der Kulturnacht dabei. Sie lieben es, zu improvisieren. Sie machten sich ihren eigenen Reim auf einen „Elternabend“, so der Titel ihres Sketches.

Vorgeschmack auf den Theatersommer

Kirsten Balbig aus Dresden konnte dann schon im Hof der Bibliothek auftreten. Die Künstlerin aus Dresden gehört zu den Märchenerzählern der Yenidze. Auch in Bautzen las sie märchenhafte Geschichte und begleitete sich dazu auf dem Akkordeon. Bibliotheksmitarbeiterin Karin Hahn hatte Kirsten Balbig bei einem Hoffest in Seitschen kennengelernt und sie gefragt, ob sie nicht Lust hätte, die Bautzener Kulturnacht zu bereichern.

Schon recht gut gefüllt war die Traverse des Sommertheaters auf der Ortenburg. Viele Besucher der Langen Kulturnacht wollten sich einen kleinen Vorgeschmack auf das Stück „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ nicht entgehenlassen. Intendant und Regisseur Lutz Hillmann gewährte den Gästen einen Einblick in die Probenarbeit, die die Zuschauer bereits begeisterte, obwohl der Regisseur durchaus noch nicht mit allem zufrieden war. Die Massenszene, die die Probe beendete, gab bereits einen kleinen Vorgeschmack auf einen mitreißenden und unterhaltsamen Theatersommer, der am kommenden Donnerstag mit der Premiere starten wird.

Im Nicolaiturm, der sonst nicht geöffnet ist, hatten die Besucher die Gelegenheit, Kurzfilme zu sehen, die sonst eher selten zu sehen sind, und zwar die Imagefilme der Kampagne „So geht Sächsisch“, die nur einmalig im Bautzener Kino gezeigt wurden, sowie Filme aus dem Wettbewerbsprogramm des Neiße-Filmfestivals. Die Laienschauspielerin Marion Wölfer, die zur leider nicht mehr existierenden Theatergruppe von Ulrike Metsk gehörte, las deren Geschichten in der oberen Etage des Turms. Viele nutzten aber auch die Möglichkeit, einen Blick von diesem Turm hinabzuwerfen. Auf der Terrasse der Gerberbastei, die von hier aus zu sehen ist, entlockte der Gitarrist Bartlomej Filipowicz seinem Instrument romantische Klänge.

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