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Was fordern bei Flugverspätung?

Sommerzeit ist Reisezeit und Flugverspätungen sind bei Flugreisen in den Urlaub das häufigste Ärgernis. 

Die Liste der möglichen Komplikationen bei Flugreisen reicht von simplen Verspätungen, über Überbuchungen bis hin zu kompletten Streichungen.
Die Liste der möglichen Komplikationen bei Flugreisen reicht von simplen Verspätungen, über Überbuchungen bis hin zu kompletten Streichungen. © JESHOOTS-com / pixabay.com

Neben kompletten Flugstreichungen oder Überbuchungen bringen auch Flugverspätungen den Zeitplan der Urlauber durcheinander, sodass ihnen für den damit verbundenen Stress und Ärger diverse Rechte zustehen. Entschädigung in Geld steht ihnen je nach Flugdistanz von 250 Euro bis 600 Euro zu. Doch Urlauber können auch weitere Annehmlichkeiten wie Verpflegung und Co. geltend machen. 

Flugverspätungen gerade zur Sommerzeit an der Tagesordnung

Flugverspätungen sind ein Übel, mit dem immer mehr Menschen an Flughäfen fertig werden müssen. Viele kennen dabei ihre Rechte nicht, obwohl ihnen oftmals ein üppiger Schadensersatz zusteht. Alleine im vergangenen Jahr betrug die Höhe des gesamten Entschädigungsanspruchs bei Flugverspätungen und -ausfällen am Airport Frankfurt

225,45 Millionen Euro. Aus diesem Umstand heraus hat sich eine ganze Industrie von

LegalTechs gebildet, die Bürgern helfen ihr gutes Recht einfach und schnell einzuklagen. „Jeden Tag leiten unsere Vertragsanwälte aus ganz Europa bis zu 150 weitere Klagen an die Gerichte weiter.“, äußert sich Igor Maas, Geschäftsführer des Unternehmens MYFYLRIGHT zu der Effizienz des LegalTechs.

Doch neben Schadensersatz gibt es auch noch weitere Ansprüche, die Fluggäste geltend machen können, wenn sie von Verspätungen betroffen sind. Diese können sie mittlerweile bei Flugrechteanbietern wie MYFLYRIGHT sogar online prüfen.

Passagiere, die sich auf die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen fokussieren wollen, können diese gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung erst dann einfordern, wenn die nachstehenden Voraussetzungen erfüllt sind:

 Das Ziel muss mehr als drei Stunden später erreicht werden

 Rechtzeitiger Check-In ist erfolgt

 Die Fluggesellschaft ist verantwortlich 

So hoch fällt der Schadensersatzanspruch im Einzelfall aus

Damit der Schadensersatzanspruch durchgeht, muss der Flug darüber hinaus entweder in der EU gestartet oder gelandet sein. Bei Fall 1 ist jede Fluggesellschaft haftbar, bei Alternative zwei muss diese ihren Sitz in der EU haben.

Wie viel Schadensersatz Passagiere verlangen können, ist abhängig von der Reiseentfernung:

1. Bei Flügen bis 1.500 Kilometer werden 250 Euro gezahlt

2. Bei bis 3.500 Kilometer besteht Anspruch auf 400 Euro Schadensersatz

3. Bei über 3.500 Kilometern werden 600 Euro fällig

Ob der Flug dreieinhalb, vier oder noch mehr Stunden Verspätung hat, ist für die Höhe der Zahlung unerheblich. Bei Ausfällen werden im Übrigen Entschädigungen nach der selben Staffelung gezahlt. 

Nicht für alle Flugverspätungen gibt es auch eine Entschädigung

Essenziell ist für Flugpassagiere des Weiteren das Bewusstsein darüber, dass es nicht für alle Flugverspätungen auch tatsächlich eine Entschädigung gibt. Für die Geltendmachung gilt einerseits, dass der betreffende Flug nicht länger als drei Jahre zurückliegen darf.

Darüber hinaus muss andererseits auch die Ankunftszeit korrekt bemessen worden sein. Dafür ist nicht der Zeitpunkt maßgeblich, an dem die Maschine am Ziel landet, sondern erst derjenige, an dem geparkt und die Tür geöffnet worden ist. Dies kann in der Praxis einige hundert Euro Unterschied ausmachen.

Abgesehen davon zahlt die Airline nicht, wenn die Flugverspätung auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen ist, die sie nicht zu vertreten hat. Dazu zählen unter anderem medizinische Notfälle, Streiks der Mitarbeiter oder widrige Wetterverhältnisse, die einen normalen Flugverkehr unmöglich machen. 

*Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur J. Kraft.

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