merken

Was hat das Feuer-Drama ausgelöst?

Nach dem Brand eines Wohnhauses in Arnsdorf sind die Spezialisten der Polizei noch im Gebäude, um Spuren zu sichern. Im Moment schließen sie auch Brandstiftung nicht aus.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Anzeige
Himmlischer Service

Einen stressfreien Weihnachtseinkauf ermöglicht die Altmarkt-Galerie ab Samstag, 30. November, mit ihrem „Himmlischen Service“.

Arnsdorf. Das provisorische Vorhängeschloss an der Eingangstür hängt noch immer. Noch dürfen die Mieter des Brandhauses an der Hufelandstraße nicht in ihre Wohnungen, um zu sehen, was nach dem dramatischen Feuer von Freitagnacht von ihrem Hab und Gut noch zu retten ist.

Seit Sonnabend sind die Spezialisten der Kriminalpolizei im Haus auf der Suche nach der Ursache des Brandes, der den kompletten Dachstuhl des Hauses zerstört hat – und dessen Folgen wohl auch der Statik des Hauses arg zugesetzt haben könnte. Denn das Löschwasser ist bis in die Erdgeschosswohnungen gelaufen; und das Ganze bildet nun mit dem sibirischen Frost eine gefährliche Allianz. Aber auch diese Auswirkungen werden erst in den nächsten Wochen wirklich klar auf dem Tisch liegen.

Spürhund im Einsatz

Im Moment untersuchen die Kriminalisten jedenfalls noch intensiv, was zu dem schlimmen Feuer geführt hat. Am Montag war die Polizei auch mit einem spezialisierten Spürhund im Einsatz. „Die Ermittlungen in diesem Fall sind sehr schwierig“, sagt Polizeisprecher Thomas Knaup. Ermittelt würde jedenfalls in alle Richtungen. „Heißt, auch Brandstiftung wird im Moment nicht ausgeschlossen“, fügt er an.

Zumindest ein paar wichtige Papiere und notwendige Sachen hatten die betroffenen sechs Familien am Sonnabendvormittag gemeinsam mit der Polizei aus den Wohnungen holen können. „Die Wohnungen bieten ein dramatisches Bild, alles ist vereist – es muss sich nun zeigen, was da wirklich noch zu retten ist“, hatte auch Arnsdorfs Bürgermeisterin Martina Angermann (SPD) geschockt berichtet. Sie war bereits seit Freitagabend auf der Suche nach Unterkünften für die insgesamt 16 Bewohner des Hauses gewesen; vorübergehend waren die im Hotel „Schwarzes Roß“ in Fischbach und bei Freunden und Bekannten untergekommen.

Wohnungen gefunden

Montagvormittag trafen sich die Bürgermeisterin und der Hauseigentümer noch einmal in der Gemeindeverwaltung, um abzusprechen, wie es nun weitergehen soll. „Klar ist, wir haben einige Wohnungen gefunden und wir haben auch Ferienwohnungen in Arnsdorf reserviert“, beschreibt Martina Angermann. Denn eines ist schon jetzt klar, in ihre Wohnungen werden die Mieter in nächster Zeit nicht mehr zurückkehren können. Wie es dabei mit dem Haus weitergeht, „ist eben im Moment noch völlig offen“, so die Bürgermeisterin. Zunächst muss die Polizei ihre Ermittlungen abschließen. Dann können zum einen die Statiker ins Gebäude, um die Schäden zu ermitteln. „Aber, welche Probleme der Frost aktuell bereitet, kann wahrscheinlich erst wirklich in etlichen Wochen genauer gesagt werden, da ist also derzeit vieles noch wirklich offen.“

Unterdessen ist bereits eine Welle der Solidarität für die derzeit obdachlosen sechs Familien in Arnsdorf angerollt. Die Koordination der Hilfe hatte schon wenige Stunden nach dem Brand der Verein „Arnsdorf hilft“ übernommen – und hat auf seiner Internetseite ein spezielles Hilfsangebot für die Familien eingerichtet. Auch die Arnsdorfer Gemeindeverwaltung sitzt mit im Boot, „auch über unsere E-Mail-Adresse und natürlich auch telefonisch kann Hilfe angeboten werden“, so Bürgermeisterin Martina Angermann. Das Ganze werde dann an den Verein weitergeleitet. „Wir werden niemanden allein lassen“, sagt sie.

www.arnsdorf-hilft.de