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Deutschland & Welt

Was heute wichtig wird

Leipzig erinnert auf besondere Weise an den Herbst '89, ein asiatischer Riese feiert 70. Geburtstag und ein US-Minister besucht das Land seiner Vorfahren.

Das Archivbild vom 9. Oktober 1989 zeigt eine Gruppe von Demonstranten mit einem Transparent, auf dem "Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!" zu lesen ist, bei einer Montagsdemonstration in Leipzig.
Das Archivbild vom 9. Oktober 1989 zeigt eine Gruppe von Demonstranten mit einem Transparent, auf dem "Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!" zu lesen ist, bei einer Montagsdemonstration in Leipzig. © dpa

+++ Taschenlampen-Kunstwerk erinnert an friedliche Revolution +++

Leipzig. Zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution wird am Dienstag (16.00 Uhr) in Leipzig eine Licht-Klang-Installation eröffnet. Der Lyoner Künstler Philippe Morvan zeigt das Kunstwerk "Leipzig-Berlin" in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs. Rund eintausend rechteckige Retro-Taschenlampen stehen im Zentrum des Kunstwerks. 

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Eine Frage der Ehre

Ist Russland immer an allem schuld? Die IHK Dresden möchte am 05.11.2019 gemeinsam mit Russland-Interessierten diskutieren und Erfahrungen austauschen.

Viele der mit Flachbatterien betriebenen Taschenlampen aus DDR-Zeiten wurden mit der Hilfe von Leipziger Bürgern zusammengetragen. "Leipzig-Berlin" soll den Weg der deutschen Einheit nachzeichnen. In Leipzig ist das Werk bis zum 9. Oktober zu sehen. Nach der Premiere in Leipzig soll die Installation ab dem 11. Oktober auf dem "Festival of Lights" in Berlin präsentiert werden. 

+++ Prozess zu Mord in Chemnitzer Industriebrache beginnt +++

Chemnitz. Rund eineinhalb Jahre hat die Polizei in Chemnitz nach einem Mörder gesucht - nun kommt ein Verdächtiger vor Gericht. Der 28 Jahre alte Angeklagte soll im Sommer 2017 in einer Industriebrache einen Bekannten heimtückisch getötet haben. Von Dienstag an (8.00 Uhr) verhandelt die Schwurgerichtskammer am Landgericht Chemnitz den Fall. Bis zum 28. November sind zunächst acht Verhandlungstage angesetzt.

Das Opfer war Mitte September 2017 im Keller des Verwaltungsgebäudes gefunden worden. Erst im April dieses Jahres wurde der mutmaßliche Täter verhaftet. Der Deutsche sitzt seither in Untersuchungshaft. Er soll den Chemnitzer Ende Juli oder Anfang August 2017 mittels einer erfundenen Geschichte in die ehemaligen Wanderer-Werke gelockt und ihn dort mit einem Zimmermannshammer erschlagen haben. Der 20-Jährige starb an einem offenen Schädelhirntrauma. 

+++ China feiert 70. Gründungstag mit Militärparade +++

Peking. Mit der größten Waffenschau seiner Geschichte feiert die Volksrepublik China an diesem Dienstag ihren 70. Gründungstag. An der riesigen Militärparade am Platz des Himmlischen Friedens in Peking nehmen 15 000 Soldaten, mehr als 160 Flugzeuge und 580 Waffensysteme und Ausrüstungsstücke teil, darunter voraussichtlich auch nuklear bestückbare Interkontinentalraketen. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wird die Parade abnehmen und eine Rede halten.

Nach Einschätzung von Experten will die kommunistische Führung mit der Militärschau den Aufstieg Chinas zur großen Macht in der Welt demonstrieren. Auch wird Präsident Xi Jinping, der nach einer Verfassungsänderung auf Lebenszeit im Amt bleiben kann, als unangefochtener Führer des Milliardenvolkes gefeiert werden. Die Militärschau wird von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Ganze Straßenzüge und Teile der Hauptstadt wurden abgeriegelt.

Der Jahrestag wird überschattet von den seit fünf Monaten anhaltenden Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong. Dort planen Aktivisten trotz eines Demonstrationsverbotes am Dienstag neue Protestaktionen. Zwar wurde ein großer Protestmarsch von den Behörden verboten, es waren jedoch weitere Aktionen der Demokratie-Bewegung geplant. Die Polizei warnte davor, dass erneut mit Ausschreitungen zu rechnen sei.

+++ Europas Kulturhauptstadt: Wer bewirbt sich für 2025? +++

Berlin. Gleich mehrere deutsche Städte wollen sich um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025 bewerben. Die Kandidaten stellen sich am Dienstag (10.00 Uhr) in Berlin vor. Offiziell endet die Bewerbungsfrist in der Nacht. Acht Städte hatten bereits vorab eine Bewerbung angekündigt - Chemnitz, Dresden, Gera, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg und Zittau.

Deutschland und Slowenien können 2025 die beiden Kulturhauptstädte stellen. Eine von der Europäischen Union ernannte Jury trifft im Dezember eine Vorauswahl, im Herbst 2020 sollen dann die Namen feststehen. Die letzte europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war 2010 Essen mit dem Ruhrgebiet. Für dieses Jahr wurden das italienische Matera und das bulgarische Plowdiw ausgewählt.

+++ US-Außenminister Pompeo in Rom +++

Rom. US-Außenminister Mike Pompeo wird am Dienstag (16.45 Uhr) in Rom erwartet. Es ist der Auftakt einer Südeuropareise, die den amerikanischen Chefdiplomaten im Verlauf der Woche auch nach Montenegro, Nordmazedonien und Griechenland führen wird. In der italienischen Hauptstadt trifft er am Dienstag Ministerpräsident Giuseppe Conte und am Mittwoch Außenminister Luigi Di Maio. Auch ein Gespräch mit Staatspräsident Sergio Mattarella ist geplant.

Italien erhofft sich von den USA ein stärkeres Engagement zur Lösung des Libyenkonfliktes. Chaos und Bürgerkrieg in dem nordafrikanischen Land werden von Rom mit großer Sorge betrachtet. Bei den Gesprächen dürfte es aber auch um Handelsfragen gehen. Italien befürchtet, dass sich mögliche US-Strafzölle gegen die EU fatal auf die eigenen Lebensmittelausfuhren auswirken könnten. Italien exportierte 2018 insgesamt Güter im Wert von 42 Milliarden Euro in die USA.

In Rom wird Pompeo auch Papst Franziskus treffen und an einem Symposium zur Religionsfreiheit im Vatikan teilnehmen. Er will in Italien außerdem den Heimatort seiner Vorfahren väterlicherseits in den Abruzzen besuchen.

+++ EuGH-Richter entscheiden über Cookies +++

Luxemburg. Der Europäische Gerichtshof entscheidet am Dienstag (09.30 Uhr) darüber, auf welche Weise Internetnutzer dem Setzen von Cookies (auf dem Rechner gespeicherte Nutzerdaten) durch eine Webseite zustimmen müssen. Hintergrund ist ein Online-Gewinnspiel des Anbieters Planet49 aus Deutschland. Der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentrale hatte auf Unterlassung geklagt(Rechtssache C-637/17).

Konkret geht es um die Frage, was Nutzer tun müssen, um dem Setzen von Cookies ausdrücklich zuzustimmen. Cookies speichern beim Surfen Daten auf der Festplatte des Nutzers. Beim erneuten Besuch der Webseite werden sie dann wieder abgerufen, um den Nutzer und seine Einstellungen wiederzuerkennen.

Auf der Anmeldeseite des Planet49-Gewinnspiels gab es ein Kästchen, bei dem bereits ein Häkchen gesetzt war. Die Zustimmung in das Setzen von Cookies lag somit automatisch vor. Das Häkchen konnte jedoch auch entfernt werden. Die Verbraucherzentrale hält dieses Vorgehen für unzulässig und klagte auf Unterlassung. Der Bundesgerichtshof bat den EuGH um Auslegung der EU-Datenschutzregeln.

+++ FPÖ will über Wahldebakel beraten +++

Wien. Zwei Tage nach der Wahl in Österreich will die FPÖ am Dienstag (15.00) über die Konsequenzen aus der verheerenden Wahlniederlage beraten. Dabei wollen die Rechtspopulisten auch darüber entscheiden, ob Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache nach den Skandalen der vergangenen Monate aus der Partei ausgeschlossen wird.

Das Ibiza-Video mit Strache in der Hauptrolle hatte im Mai den Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition herbeigeführt. Eine Woche vor der Wahl geriet die Partei zudem in eine Spesenaffäre. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Strache wegen des Verdachts der Untreue. Er soll private Rechnungen über die Partei abgerechnet haben. Der ehemalige Parteichef bestreitet das.

Für den Fall eines nachgewiesenen Fehlverhaltens kündigte der neue Parteivorsitzende Norbert Hofer dessen Parteiausschluss an. Auch weitere FPÖ-Politiker erklärten, dass in diesem Fall Strache keinen Platz mehr in der Partei habe. Die FPÖ war bei der Parlamentswahl am Sonntag von 26 auf 16,1 Prozent abgestürzt. 

+++ Bayern und Bayer vor schweren Auswärtsspielen +++

Turin/London. Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München und Bundesligarivale Bayer 04 Leverkusen stehen an diesem Dienstag (jeweils 21.00 Uhr) vor ihren schwersten Auswärtsaufgaben in der Gruppenphase der Champions League. Die Bayern müssen beim Finalisten der vergangenen Saison, Tottenham Hotspur, antreten.

"Wir wollen Minimum einen Punkt mitnehmen, das gäbe uns eine gute Ausgangsposition", sagte Trainer Niko Kovac. Die Münchner führen nach ihrem Auftaktsieg die Gruppe B an. Tottenham holte am ersten Spieltag einen Punkt. In der Gruppe D heißt der Leverkusens Gegner Juventus Turin. Der italienische Serienmeister empfängt die Werkself unter anderen mit Superstar Cristiano Ronaldo und dem deutschen Ex-Weltmeister Sami Khedira. "Das wird ein geiles Spiel", meinte Bayers Ex-Nationalspieler Kevin Volland.