Merken

Was ist mein Grundstück wert?

Neue Daten zeigen: Die Preisspanne rund um Bautzen ist enorm. Ein Trend betrifft jedoch alle Gebiete gleichermaßen.

Teilen
Folgen
© Uwe Soeder

Marleen Hollenbach

Ein eigenes kleines Grundstück auf dem ein Häuschen steht – das ist für viele ein Traum. Doch ist das Bauland eigentlich ein Schnäppchen, oder handelt es sich um ein überteuertes Angebot? Wo kann man in der Region überhaupt noch günstige Grundstücke kaufen? Wie haben sich die Preise entwickelt und was ist mein Grund und Boden heute wert? Auf all diese Fragen gibt es jetzt eine Antwort. Der Freistaat hat vergangene Woche die aktuellsten Grundstückspreise für große Teile Sachsens zusammengetragen. Auch Bautzen und die Umgebung wurden dabei analysiert. Im Internet sind die Werte einsehbar. Die SZ erklärt, wie das genau funktioniert.

© SZ-Grafik: Romy Thiel

Wo sind die Grundstücke rund um Bautzen teuer und wo sind sie billig?

Eines fällt auf den ersten Blick auf. In der Stadt Bautzen ist der Grund und Boden am teuersten. Obwohl es auch hier deutliche Unterschiede gibt. Am wertvollsten sind die Grundstücke an der Inneren Lauenstraße und der Reichenstraße. Der Quadratmeter Bauland ist hier mit 137 Euro angegeben. Wohlgemerkt ohne die Häuser, die darauf stehen. Durchschnittlich muss man in der Innenstadt mit 70 bis 80 Euro rechnen. Viel günstiger sieht es schon bei den Ortsteilen aus. Tiefstwerte findet man beispielsweise in Basankwitz und Bloaschütz. Dort ist ein Quadratmeter Bauland lediglich acht Euro wert. Auch in den Nachbarkommunen fallen die Werte unterschiedlich aus. In Doberschau-Gaußig sind einige Flächen mit fünf Euro pro Quadratmeter angegeben. Je näher man allerdings in Richtung Bautzen kommt, umso teurer wird es. Sogar Spitzenwerte von bis zu 72 Euro pro Quadratmeter wurden hier erfasst. Günstiger haben es Bauherren in Weißenberg. Die Spanne beträgt in dieser Stadt zwischen fünf und 24 Euro pro Quadratmeter.

Wer legt diese Bodenrichtwerte für den Landkreis überhaupt fest?

Im Landkreis ermitteln selbstständige und unabhängige Gutachter die Grundstückswerte. Dafür analysieren sie Verkaufsverträge. Außerdem beschäftigten sie sich mit der Qualität und der Erschließung der Grundstücke. Die Werte werden alle zwei Jahre für den gesamten Landkreis ermittelt. Sie sind nicht nur für all jene wichtig, die sich ein Grundstück kaufen wollen. Auch Unternehmen, Städte und Gemeinden sind auf die Angaben angewiesen. Sie spielen eine Rolle bei Verkauf, Vererbung oder Verschenkung eines Grundstücks. Wichtig sind sie zudem für die Erhebung der Beiträge in Sanierungsgebieten.

Sind diese Richtwerte bindend, wenn ein Grundstück verkauft wird?

Nein. Die Werte dienen ausschließlich der Orientierung. Letztlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Besonders deutlich sieht man das in Bautzen, meint Immobilienmakler Jan Hornig. „Weil dort das Bauland immer knapper wird, gleichzeitig aber die Nachfrage groß ist, sind die Leute bereit, viel mehr zu zahlen“, sagt er. Außerdem, so meint Hornig, verändern sich die Preise rasant. Die aktuellen Werte, die der Freistaat veröffentlicht hat, stammen aus dem Jahr 2014. „Da muss man jetzt schon was drauflegen“, so Hornig.

Wie haben sich die Preise in den letzten zwei Jahren entwickelt?

Eine Tendenz zeigt sich. Die Preise für die Grundstücke sind in den vergangenen zwei Jahren leicht gestiegen. „In den Städten und Randlagen haben sich die Baulandpreise im Landkreis um rund drei Prozent erhöht“, erklärt Sabine Rötschke vom Landratsamt. „Und es ist anzunehmen, dass das nicht billiger wird“, erklärt Jan Hornig. Im Gegenteil: Wenn Bauland in Bautzen weiter knapp bleibt, dann steigen auch die Preise im Umland. Momentan gibt es allerdings noch abgelegene ländliche Regionen im Kreis, bei denen der Wert stagniert.

Was macht denn ein teures Grundstück aus?

Die Lage ist alles, meint Immobilienmakler Frank Asche. Eine gute Anbindung ans Straßennetz, kurze Wege zur Schule, zur Arbeit oder zu einem Kindergarten wünschen sich viele. Deshalb sind die Grundstücke in der Stadt Bautzen so wertvoll. Das erklärt, warum die Werte sinken, je ländlicher es wird. Allerdings bleibt die Frage offen, wie es zu den enormen Unterschieden innerhalb einer Stadt oder Gemeinde kommt. „Da gibt es noch viele Faktoren“, so Asche. Entscheidend ist zum Beispiel, wie das Grundstück zugeschnitten ist. Und es gibt noch mehr zu beachten. Liegt das Grundstück neben einem Fluss, muss der Bauherr beispielsweise mit erhöhtem Grundwasser rechnen. Oder gibt es ein verstärktes Granitaufkommen? Dann wird das Bauen viel schwieriger sein.

Wo können sich Grundstücksbesitzer und Käufer informieren?

Die Bodenrichtwerte können über die Seite des Freistaates abgerufen werden. Über den Button „Bodenrichtwerte in Sachsen“ öffnet sich eine Karte mit den entsprechenden Angaben. Dabei ist auch die genaue Orts- und Adresssuche möglich. Wer möchte, kann in das Suchfeld zudem die Bezeichnung für das Flurstück eingeben. Mit einem Klick auf das jeweilige Grundstück können noch weitere Informationen abgerufen werden. Hier steht zum Beispiel, wie groß das Grundstück ist.

www.boris.sachsen.de