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Was ist Mut?

über das Flüchtlings- Podiumsgespräch.

Verena Toth

Wie geht's Brüder

Eine Reportagereise durch Osteuropa 30 Jahre nach dem Umbruch auf Sächsische.de

Was ist Mut? Mut ist, wenn sich Menschen, denen nicht nur Familienmitglieder, sondern auch jegliche Hoffnung auf ein Leben in der vertrauten Umgebung genommen worden ist, nicht aufgeben und stattdessen in einem fremden Land, einer fremden Kultur, unter fremden Menschen eine menschenwürdige Zukunft aufbauen wollen. Mut ist, wenn sich ein junger Mann, der mit ansehen musste, wie sein Haus, seine Heimat und seine Freunde in einem mörderischen Krieg zerbombt werden, seiner Tränen nicht schämt. Mut ist, wenn sich eine Schülerin, die von ihren deutschen Klassenkameraden aufgrund ihrer Herkunft beleidigt wird, an einen Lehrer wendet und sich das nicht gefallen lässt. Mut ist, wenn eine junge Syrerin auf die verallgemeinernden und beleidigenden Vorwürfe eines Andersdenkenden mit einem höflichen Lächeln und einem „Ich verstehe ihre Meinung“ reagiert. Mut ist, wenn sich Zuhörer im Publikum aus der komfortablen Sicherheit der Masse erheben und diesem Andersdenkenden mit Anstand und gewählten Worten entgegentreten.

Was ist das Gegenteil von Mut? Wenn der deutsche Moderator dieser öffentlichen Veranstaltung lieber anonym bleiben möchte und seine einzige, lapidare Begründung dafür ist: „Keine Lust.“