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Was ist nachhaltig?

Einfach gesagt geht es bei Nachhaltigkeit um die Nutzung von Ressourcen.

Die Aufrechterhaltung und der Schutz von Ökosystemen ist ein Ziel von nachhaltigem Handeln.
Die Aufrechterhaltung und der Schutz von Ökosystemen ist ein Ziel von nachhaltigem Handeln. © Foto: AdobeStock

Nach dem Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht wird als jeweils nachwachsen, sich regenerieren oder künftig wieder bereitgestellt werden kann.

Im entsprechenden englischen Wort sustainable ist das Prinzip wörtlich erkennbar: to sustain im Sinne von aushalten oder ertragen. Nachhaltig ist es also, wenn die beteiligten Systeme ein bestimmtes Maß an Ressourcennutzung dauerhaft aushalten können, ohne Schaden zu nehmen. Erstmals erwähnt und angewendet wurde das Prinzip in der Forstwirtschaft 1713 bei Hans Carl von Carlowitz im Sinne des verantwortungsvollen Umgangs mit einer Ressource und 1832 bei Forstmann Emil André als Forstwirtschafts-Methode. Dort gilt: Im Wald ist nur so viel Holz zu schlagen wie permanent nachwächst. Das wussten zuvor schon die Benediktiner und bewirtschafteten ihre Tannenwälder rund um das 1012 gegründete Kloster Camaldoli in der nördlichen Toskana ohne Kahlschläge, mit Einzelstammentnahmen und Nachpflanzungen.

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Als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannt wurde, dass alle Rohstoffe und Energievorräte auf der Welt auszugehen drohen, ging der Gebrauch des Begriffes auf alle Ressourcen über. Seit 2009 taucht als Synonym zur Nachhaltigkeit auch der Begriff enkelgerecht auf. Traditionell nachhaltig waren alte Gesellschaftsformen wie Jäger und Sammler oder Naturvölker. Sie bilden stabile und dauerhafte Wirtschaftssysteme, die in vielfältiger Weise mit den natürlichen Ökosystemen vernetzt sind. Die traditionellen Lebensweisen sind laut UNO in besonderem Maße nachhaltig und verringern die biologische Vielfalt nicht - im Gegensatz zu industrialisierten Gesellschaften. Denn diese sind nicht unmittelbar auf ein bestimmtes Gebiet angewiesen. Traditionelle Gemeinschaften haben ein direktes Interesse an Aufrechterhaltung und Schutz ihrer Ökosysteme.

In der Diskussion über nachhaltige Entwicklung ist häufig von drei Strategien die Rede: Suffizienz bedeutet die Verringerung von Produktion und Konsum, Effizienz eine ergiebigere Nutzung von Material und Energie und Konsistenz schließlich naturverträgliche Stoffkreisläufe, Wiederverwertung und Müllvermeidung. Reparaturen oder die Anschaffung von langlebigen Produkten können für die Käufer ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit sein. In einigen Bereichen wurden Initiativen gegründet wie beispielsweise das Bündnis für nachhaltige Textilien. Die Partnerschaft aus rund 120 Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften sowie der Bundesregierung will seit 2014 gemeinsam in den Produktionsländern für sichere Arbeitsplätze und faire Löhne sorgen sowie negative Auswirkungen auf die Umwelt mindern.

Auch nachhaltiges Banking - alternativ auch grünes, social, sustainable oder ethical banking genannt - wird angeboten und will bei Bankgeschäften soziale und ökologische Belange berücksichtigen. Im Bereich der Landwirtschaft gibt es die Permakultur. Die „dauerhafte Landwirtschaft“ ist ursprünglich ein nachhaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, das darauf basiert, natürliche Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur genau zu beobachten und dann nachzuahmen. Das Konzept wurde in den 1970er Jahren in Australien entwickelt und hat sich zu einer ökologischen Lebensphilosophie und einer weltweiten Graswurzelbewegung entwickelt. In Europa wird die Permakultur bisher in privaten Hausgärten und Bauernhöfen praktiziert.

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