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Was ist wichtiger als Leben retten?

Heike Heisig zu den Förderungen des Feuerwehrwesens

SZ-Reporterin Heike Heisig kommentiert die Bredouille, in der sich die Stadt Leisnig befindet, ihrer Pflichtaufgabe Feuerwehr gerecht zu werden.
SZ-Reporterin Heike Heisig kommentiert die Bredouille, in der sich die Stadt Leisnig befindet, ihrer Pflichtaufgabe Feuerwehr gerecht zu werden. © Dietmar Thomas

Der Stadt Leisnig wäre es in diesem Jahr wichtig gewesen, ein 32 Jahre altes Feuerwehrfahrzeug durch ein neues zu ersetzen. Das kann sie aber nicht, weil sich der Staat daran mit nicht einmal der Hälfte der Kosten beteiligen würde.

 Die andere Hälfte zu bezahlen, übersteigt gerade die Finanzkraft der Kommune, die genauso noch ein neues Feuerwehrgerätehaus baut, einen Platz am Rande der Altstadt saniert und auch sonst noch einigen Pflichtaufgaben nachkommen muss.

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Auch die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe. Doch diese Pflicht zu erfüllen, dürfte so kleinen Städten wie Leisnig, Hartha oder Roßwein zunehmend schwerer fallen. Ungefähr die Hälfte der Technik ist alt, ein Teil fällt sogar unter die Bezeichnung „Oldtimer“, ist also mindestens schon 30 Jahre auf Straßen unterwegs.

 Zuverlässig funktionieren die meisten dieser und anderer Fahrzeuge aber nur, weil sich Feuerwehrleute selbst darum kümmern, mittlerweile sogar im Ausland Ersatzteile beschaffen, die es in Deutschland nicht mehr gibt.

Der Ruf von Ehrenamtlichen und Stadträten nach mehr Unterstützung ist gut nachzuvollziehen. Denn irgendwann werden Helfer und Technik an ihre Grenzen geraten. Was, wenn in genau diesem Moment eine Familie nach einem Unfall dringend die Hilfe der Retter braucht, das Fahrzeug aber nicht mehr anspringt oder auf dem Weg zum Einsatzort liegen bleibt?

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