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Was Königstein mit 400.000 Euro anstellt

Die Festungsstadt will von dem Preisgeld einen eigenen Kulturmanager beschäftigen. Der soll sich auch leer stehende Läden vornehmen.

Königstein profitiert kaum von den Touristen, die jedes Jahr zu Tausenden auf die Festung pilgern. Ein neuer Kulturmanager soll das ändern. © Daniel Schäfer

Ein bisschen geahnt hatte er es schon, gehofft sowieso: Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) konnte diese Woche ein Preisgeld von 400 000 Euro für die Festungsstadt entgegennehmen. Das Geld stammt aus einem Ideenwettbewerb, den das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft im vergangenen Jahr ausgelobt hatte. Königstein hatte sich mit einem eigenen Projekt beteiligt. Und das befasst sich mit der Kultur in der Stadt – besser gesagt, es geht um fehlende Kulturangebote.

Königstein zählt zwar dank der Festung zu den Touristenmagneten in der Sächsischen Schweiz. Die Innenstadt profitiert davon allerdings nur wenig. Zahlreiche Geschäfte und Wohnungen stehen leer. Seit 1990 ist die Einwohnerzahl um 40 Prozent zurückgegangen. Ein Trend, den die Kommune stoppen und im besten Fall umkehren will. Die jetzt gewonnenen 400 000 Euro sollen dabei helfen. Denn mit dem Geld soll ein Kulturmanager finanziert werden. Königstein will diese neue Stelle für die nächsten zwei bis drei Jahre schaffen. Derjenige, der den Posten bekommt, soll sich darum kümmern, die Königsteiner Innenstadt mit verschiedensten Kultur-, Kunst- und Aktivangeboten zu beleben.

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Das Projekt, mit dem sich Königstein gegen andere Wettbewerber durchsetzen konnte, trägt den Namen „Kultur macht Orte lebendig“. Aber nicht irgendwelche Orte. Es geht konkret um leer stehende Geschäfte. Der Kulturmanager soll in Zusammenarbeit mit dem Innenstadtmanagement Ideen entwickeln und Impulse für leer stehende Läden und auch Wohnhäuser geben. Wie diese aussehen könnten, dazu hat Königstein bereits genaue Vorstellungen. Unter anderem ist geplant, kleine Geschäftsräume zu sogenannten Themenstuben umzufunktionieren. Gleich mehrere dieser Stuben sind geplant. Sie sollen auf einem dazugehörigen Themenweg liegen, der sich vom Bahnhof bis zur Festung erstrecken soll. In den Stuben sollen wiederum Persönlichkeiten aus der Geschichte Königsteins und der Festung vorgestellt werden. Das soll Touristen und auch Einheimische anlocken und neugierig auf die Stadt machen.

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Außerdem soll der Kulturmanager drei kulturelle Großformate etablieren. Dazu gehört der „Königsteiner Salon“. Dahinter verbirgt sich eine Veranstaltungsreihe, bei der Besucher gemeinsam debattieren und diskutieren können. Außerdem soll der „Königsteiner Kultursommer“ eine feste Größe im Veranstaltungskalender werden. Und zwar nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den umliegenden Orten. Als drittes Großformat ist ein Fest mit dem Titel „Elbfreundschaften“ geplant. Königstein will dafür mit anderen Elbgemeinden der Sächsischen Schweiz kooperieren.

An dem Projekt arbeitet nicht nur die Stadtverwaltung. Auch Unternehmen, Verbände und weitere Partner der Stadt unterstützen die Idee. „Für Königstein ist das Preisgeld ein echter Meilenstein“, sagt Bürgermeister Tobias Kummer. Die 400 000 Euro seien im Vergleich zu anderen Finanzspritzen kein Fördermittelbescheid und damit nicht an Eigenmittel gebunden. Es sei eine Würdigung des Freistaates für dieses kreative Projekt, damit es in den nächsten Jahren realisiert werden könne. „Und ein deutliches Signal für die Unterstützung unseres Realisierungsprogrammes zur Belebung der Innenstadt“, sagt Kummer. Er hofft, dass es Königstein damit gelingt, Touristen von der Festung auch in die nahe liegende Stadt zu locken. Das sei das Ziel, aber auch die große Herausforderung.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/pirna und www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

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