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Was kostet Bauland?

Der Grundstücksmarktbericht zeigt: Die Preise im Landkreis sind deutlich gestiegen. Aber nicht überall.

© Egbert Kamprath

Von Franz Werfel

Osterzgebirge. Wer darüber nachdenkt, ein Haus oder ein Grundstück zu kaufen, muss sich zwangsläufig über den Preis Gedanken machen. Möglichst viel Transparenz – das ist das Ziel des Grundstücksmarktberichtes im Landkreis. Er bietet Maklern, Kaufinteressenten, Banken und Versicherungen Orientierung. Für den Bericht haben unabhängige Gutachter mehr als 6 300 Kaufverträge, mit denen in den Jahren 2015 und 2016 gut 9 500 Verkäufe im Landkreis abgeschlossen wurden, ausgewertet. Fast 700 Millionen Euro wurden in dieser Zeit insgesamt umgesetzt sowie fast 4 000 Hektar Land. Das waren zehn Prozent weniger Flächen als 2013/14. Der Geldumsatz stieg hingegen um 34 Prozent.

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Generell ist in der Immobilienbranche viel Bewegung. Die Gutachter halten in ihrem Bericht fest, dass das stabile Wirtschaftswachstum in Deutschland zu einer höheren Nachfrage nach Wohnimmobilien führt. Gleichzeitig ist Deutschland ein spannender Markt für Investoren.

Der Bericht gibt keine Prognosen für die Zukunft ab, sondern analysiert die Situation der Jahre 2015/16 und vergleicht sie mit den Jahren 2013 und 2014. Die SZ stellt die wichtigsten Fakten vor.

Fakt 1: Grundstückspreise im Kreis unterscheiden sich stark

Angebot und Nachfrage sind im Landkreis unterschiedlich verteilt. Deshalb unterscheiden sich auch die Preise für Grundstücke in verschiedenen Regionen deutlich – egal ob bebaut oder unbebaut. Die Randlagen zu Dresden profitieren etwa davon, dass das Angebot in der Landeshauptstadt knapp wird. Anders sieht es in den ländlichen Regionen aus. „Das Preisniveau nahe der deutschen Grenze ist in den letzten Jahren weitgehend konstant geblieben“, heißt es in dem Bericht. Dresden hat zuletzt einen Boom erlebt, Investoren zeigen großes Interesse an der Stadt. Das strahle positiv auf den Kreis aus. „Mit zunehmender Entfernung zur Dresdner Stadtgrenze schwindet dieser Effekt. Insbesondere im Osten und Süden des Landkreises sind die Bodenrichtwerte und Immobilienpreise auf einem mäßigen Niveau“, so die Gutachter.

Fakt 2: Baupreise rund um Dresden am höchsten

Die Gutachter weisen in ihrem Bericht vier Preiskategorien für Bauflächen aus, die mit Häusern individuell bebaut werden können. Am günstigsten (im Schnitt 14 bis 16 Euro je Quadratmeter) waren unbebaute Grundstücke im Schnitt in den Gemeinden Liebstadt, Hermsdorf und Hartmannsdorf-Reichenau. Im Osterzgebirge und großen Teilen der Sächsischen Schweiz kosteten Grundstücke im Schnitt 24 bis 38 Euro je Quadratmeter.

Die teuersten Grundstücke (im Schnitt 69 bis 87 Euro je Quadratmeter) wurden in folgenden Gemeinden verkauft: Bannewitz, Dohna, Freital, Heidenau, Kreischa und Pirna. Das sind aber nur die Durchschnittswerte, berechnet aus allen Kaufverträgen. „Individuelle und spezielle Lageverhältnisse können zu einer erheblichen Abweichung von den durchschnittlichen Werten führen“, ordnen die Gutachter in ihrem Bericht die Preise ein. Ende Dezember 2016 kosteten Grundstücke, die innerhalb rechtskräftiger Bebauungspläne lagen, zwischen 18 und 200 Euro je Quadratmeter, im Mittel 70 Euro.

Fakt 3: Besonders Wohnungen sind deutlich teurer geworden

Die Preise für Wohnraum sind – je nach Art der Immobilie – unterschiedlich stark gestiegen. Am meisten wurden in den Jahren 2015 und 2016 im Landkreis Grundstücke verkauft, die bereits bebaut waren. 2 870 Verkäufe registrierten die Gutachter. Interessant dabei ist: In dem Bereich erhöhte sich der Geldumsatz um satte 31 Prozent, während 23 Prozent weniger Flächen umgesetzt wurden – die einzelnen Flächen sind also teurer geworden.

Deutlich gestiegen sind auch die Kaufpreise für Wohnraum in Ein- und Zweifamilienhäusern und in Doppelhaushälften. Im Schnitt mussten Käufer für einen Quadratmeter Wohnraum für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser 1 052 Euro bezahlen (+ 38 %). Für Doppelhaushälften fielen im Schnitt 974 Euro je Quadratmeter an (+ 58 %).

Um 25 Prozent haben sich Wohnräume in den vergangenen zwei Jahren verteuert, wenn sie erstmals als Eigentumswohnungen verkauft wurden. Je Quadratmeter Wohnfläche wurden dabei im Landkreisschnitt 2 946 Euro fällig.

Den kompletten Grundstücksmarktbericht gibt es für 90 Euro beim Gutachterausschuss im Landratsamt. Infos im Internet.

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