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Döbeln

Was lernen in den Ferien

Bei kreativen Angeboten in Döbeln wird Kindern auch in den Ferien die Zeit nicht lang. Dabei gehen sie mit modernen Medien und Technologien um.

Samuel (l.) und Jannes haben im Fabmobil mit einem Computerprogramm Aliens entworfen und mit dem 3D-Drucker ausdrucken lassen. Das Fabmobil bringt moderne Technologien spielerisch ans Kind. © Lars Halbauer

Döbeln. Die Aliens sind grüne Männchen mit Stielaugen und das Raumschiff des Helden ist aus Papier. Lennert, Leon, André und Franz haben sich eine Geschichte ausgedacht: Ein Astronaut muss nach Meteoriteneinschlag notlanden, wird von Aliens bedroht, rettet ein Alienkind und weckt damit die Sympathie der Ureinwohner. Die vier haben das alles aufgemalt, ausgeschnitten, mit dem Tablet fotografiert. 292 Fotos ergeben rund 40 Sekunden ruckeligen Animationsfilm. Der Trickfilmworkshop in der Stadtbibliothek ist die kreative Art, die Ferien zu verbringen.

Seit Montag haben die Kinder in drei Gruppen unter professioneller Anleitung an ihren Filmen gearbeitet. Dahinter stecken Johannes Gersten und mehrere Helfer vom SAEK-Mobil der Sächsischen Landesmedienanstalt, das in Döbeln angesiedelt, aber sachsenweit unterwegs ist. Es soll Medienkompetenz unter Kindern und Erwachsenen fördern. 

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Eine bunte Schar hat sich für den Workshop angemeldet. Kinder aus Leipzig sind dabei, die gerade ihre Ferien in Döbeln verbringen. Aber auch drei Mädchen aus Afghanistan und Tschetschenien, die im Asylbewerber-Wohnprojekt an der Friedrichstraße leben. Für die Sprachförderung gebe es nichts Besseres, sagt eine Sozialarbeiterin, die die drei begleitet.

Mit viel Spaß und Aufwand haben Leon (v.l.), Lennard, André und Franz (hinten) bei einem Workshop in der Bibliothek einen kleinen Trickfilm entworfen und aufgenommen.  © Lars Halbauer

Bis zum fertigen Trickfilm ist es eine intensive Arbeit. „Wir haben darüber gesprochen, wie man eine Filmidee entwickelt, was dazugehört und was man für die Umsetzung braucht. Wir haben auch Filme anderer Kindern angeschaut“, sagt Anja Fischer, die die Kinder mit anleitet. Auch das Schneiden am Computer und das Vertonen mit einem Sprachrekorder gehören dazu, so Johannes Gersten.

„Die Ergebnisse veröffentlichen wir auf unserem Youtube-Kanal.“ Mehr als 140 solcher Projekte führen Gersten und seine Kollegin Vivien Schuhknecht pro Jahr durch. „Die Nachfrage ist viel größer“, sagt Gersten. Gerade nimmt das Team des SAEK Mobil die Anmeldungen fürs erste Halbjahr 2020 entgegen. In der Stadtbibliothek gibt es das nächste dreitägige Medienprojekt in der Herbstferienwoche ab 14. Oktober.

Etwas technischer geht es am Mittwoch im „Fabmobil“, dem fahrenden Kunst- und Designlabor, zu, das am Wettinplatz neben dem Café Courage steht. Dort saust der Kopf eines 3D-Druckers geschäftig hin und her und formt langsam ein Teil aus einem Plastikwerkstoff. Das Fabmobil ist ein umgebauter Tourenbus. „Damit war früher unter anderem DJ Bobo auf Tournee“, erzählt Anne Goldammer.

Sie hält ein paar Plastikteile in der Hand. „Das eine soll ein Tomatengesicht sein. Das haben gestern Grundschüler entworfen, und wir haben es über Nacht ausgedruckt“, sagt sie. Die Schüler benutzen für ihre Entwürfe ein Computerprogramm. „Das geht ganz einfach. Und wenn sie etwas entworfen haben, dann strahlen die Äuglein“, meint Goldammer.

Als selbstständige Poduktdesignerin kennt sie sich mit 3D-Druck und Gestaltung aus. Sie gehört zu einer wechselnden Mannschaft, die mit dem Bus in Sachsen unterwegs ist, um die Technik in die ländlichen Regionen zu bringen. In den Großstädten wie in Dresden gebe es stationäre Angebote.

Samuel und Jannes, beide 13 Jahre alt, haben Aliens entworfen und ausdrucken lassen. Sie sitzen gerade an einem Laptop und programmieren eine elektronische Schaltung namens Calliope. „Die hat einen Helligkeits-, Temperatur- und einen Lagesensor.

Man kann damit Temperaturen messen, einen Motor steuern oder sie als Spiel programmieren“, erzählt Lennert Schierling, der die Jungs anleitet. Auch das gehört zu dem Angebot. „Wir sind an vier bis fünf Tagen in der Woche mit dem Fabmobil unterwegs“, sagt er.

Der Bus ist auch mit einem Lasercutter ausgestattet, mit dem sich Teile aus Acryl schneiden und Gravuren auf verschiedenen Materialien anfertigen lassen. Es gibt einen 3D-Scanner, eine CNC-Fräsmaschine, eine Tiefziehmaschine, Bohr- und Schleifmaschine für die Nachbearbeitung. Finanziert wird das Fabmobil, dessen Träger der Verein Constitute in Dresden ist, von Stiftungen und Sponsoren.

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