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Was macht die Kunst?

Der Kunstverein Meißen zählt mit seinen 11 000 Besuchern 2015 zu den wichtigsten im Land – das unterstreicht auch sein diesjähriges Programm.

© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Meißen. Das war knapp. Erst durch die Auktion am vergangenen Nikolaus konnte der Kunstverein seine Finanzierungslücke schließen. „Fünfzig Künstler aus Meißen und Dresden haben Arbeiten gegeben“, sagt Daniel Bahrmann, der Vorsitzende des 55 Mitglieder zählenden Vereins. Allerdings kann dieser Erfolg nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Finanzierung des Kunstvereins nach wie vor prekär ist. Zwar wird er vom Kulturraum Meißen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gefördert. So 2013 mit knapp 3  900 Euro, 2014 mit rund 4 300 und 2015 mit gut 6 800 Euro. Für dieses Jahr sind knapp 8 900 Euro beantragt. Zwar tragen Spenden von Unternehmen und Freunden zur Finanzierung bei, doch dies alles reicht nicht für eine stabile Finanzierung. Es geht vor allem darum, eine Stelle im Büro und Sachkosten zu bezahlen, der Rest läuft ohnehin ehrenamtlich.

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Großes Programm

Das ist die Basis, auf der der Kunstverein wieder ein großes Programm in diesem Jahr bietet. Dazu zählen allein fünf Ausstellungen. Den Auftakt am Sonntag macht „ÜberAusSchön“. Sie zeigt Fotografien aus den Porzellanmanufakturen im japanischen Arita und ausgewählte Porzellane aus der Meißner Partnerstadt. Anlass der Schau ist das 400-jährige Jubiläum der Erfindung des Porzellans in Japan. Die Schwarzweiß-Aufnahmen stammen von SZ-Fotografin Claudia Hübschmann, wobei die Menschen, die das Arita-Porzellan schaffen, im Mittelpunkt stehen. Parallel zur Schau im Bennosaal findet eine zweite im zweiten Raum des Kunstvereins im Bennohaus am Markt statt. Er firmiert künftig als „Büro für Kunststücke“ und zeigt „Kleinplastik – Porzellankunst in Sachsen “. Hier sollen regelmäßig Ausstellungen mit kleinformatigen Arbeiten sächsischer Künstler zu sehen sein. Den Auftakt machen Künstler wie Christa Donner, Andreas Ehret, Olaf Fieber, Kirsten Jäschke und Olaf Stoy. „Die Arbeiten zeugen von der Vielfalt und der Lebendigkeit der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem plastischen Material Porzellan“, heißt es dazu.

Nur Gemeinschaftsschauen

In diesem Jahr gebe es nur Gemeinschafsschauen, sagt Else Gold vom Vorstand des Kunstvereins. So widmet sich von Juni bis August eine Ausstellung dem reizvollen Thema „Kinderbildnisse“. Schon im März beteiligt sich der Kunstverein an der Ausstellung „Elbe“ auf der Albrechtsburg. „Über Donau und Rhein gibt es Gedichte, Lieder und große Epen, nicht aber über die Elbe“, dem wolle man etwas entgegensetzen, erklärt der seit 2011 in Meißen lebende Künstler Matthias Lehmann, der neu im Vorstand des Kunstvereins ist.

Rund 5 000 Besucher erwartet der Verein am zweiten Märzwochenende zum Grafikmarkt auf der Albrechtsburg. Er betrachtet es als eine Art Förderung für die fünfzig eingeladenen Künstler, die zwei Tage lang mit dem Publikum über ihre Arbeiten ins Gespräch kommen und sie verkaufen können, so Daniel Bahrmann.

Was sie sich für dieses Jahr für den Verein wünschen würden, lautet die Frage an die drei Vorstandsmitglieder. „Eine gesicherte Finanzierung“, antwortet Daniel Bahrmann. „Dass wir den Künstlern mal ein Honorar zahlen könnten“, so Else Gold. „Dass wir mal einen Katalog drucken könnten“, fügt Matthias Lehmann hinzu.

„ÜberAusSchön“ – Eröffnung am Sonntag, 11 Uhr, Bennohaus am Markt 9, 01662 Meißen