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Radeberg

Was macht eigentlich ein Künstler?

Der Wachauer Orla-Verein sensibilisiert Kita-Kinder bei einem Projekt für die Kunst.

Für die Kita-Kinder war das auch absolutes Neuland bei diesem Kunst-Projekt: Im Seifersdorfer Tal sammelten sie Blätter, die sie dann unter Anleitung der Illustratorin und Spielzeugdesignerin Helma Janssen (re.) auf Beutel druckten.
Für die Kita-Kinder war das auch absolutes Neuland bei diesem Kunst-Projekt: Im Seifersdorfer Tal sammelten sie Blätter, die sie dann unter Anleitung der Illustratorin und Spielzeugdesignerin Helma Janssen (re.) auf Beutel druckten. © René Plaul

Wachau. Das hat sicher jeder mal in der Kindheit erlebt: Ein von den Eltern angekündigter Museumsbesuch, den diese natürlich als pädagogisch „sehr wertvoll“ einordnen, der aber beim Nachwuchs statt großer Begeisterung meist großes Gähnen auslöst. Die mit dieser Ankündigung ausgelöste Assoziationskette bei den Kids: Museum gleich langweilig und mega-out und obendrein gibt es da lauter komische Bilder, die obendrein viel zu hoch hängen. Und das soll bildend, das soll Kunst sein?

Beim Wachauer Orla-Verein versuchte man in den vergangenen Tagen, Kita-Kinder auf eine andere Art und Weise für Kunst zu „sensibilisieren“, wie das Sabine Zimmermann-Törne vom ausrichtenden Orla-Verein schildert. Oder anders ausgedrückt: Welche Strategien werden in der Szene von dem Künstler eigentlich angewandt, um Vorstellungen, Ideen realisieren zu können?

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Folglich lud der Orla-Verein in diesem Sommer Kita-Kinder aus Wachau und Liegau-Augustusbad ein, sich in dem Raum zu bewegen, der für Menschen ohnedies von jeher ein inspirierender Ort ist: die Natur. „Draußen zu sein, das ist das Element, in dem sich Kinder wohlfühlen, wo sie sich entfalten können“, so Zimmermann-Törne weiter. Also ging es für die Kinder der Kita Himmelleiter, des Wachauer AWO-Hortes und den Kita-Kindern aus Liegau-Augustusbad erst mal hinaus ins Seifersdorfer Tal, dass manches Kind noch gar nicht kannte. Unter Anleitung der aus Hamburg stammenden renommierten Illustratorin und Spielzeugdesignerin Helma Janssen, der erfahrenen Waldpädagogin Claudia Scharf aus Seifersdorf sowie dem niederländischen Künstler Andreas Hetfeld gab es für die Kita-Kids dort eine Menge künstlerischen Input. Das Resultat: Es entstanden Skizzen und Linoldrucke mit fantasievollen Pflanzen- und Tierbezeichnungen. Für Sabine Zimmermann-Törne ein Beweis, wie „man Kindern die Strategien der Künstler nahebringen kann“. Ein Bestandteil dieses Projektes in diesem Sommer bildete auch ein Besuch des Wachauer Barockschlosses. Da gab es vom Künstler Hetfeld gleich vor Ort Anschauungsunterricht, wie es sich anfühlt, wenn ein Kunstprojekt wie seine von ihm gefertigten Klang- und Rauminstallationen Formen annehmen. Sabine Zimmermann-Törne: „Die Fantasie der Kinder wurde durch den Besuch dieser Ausstellung angeregt.“ Vorausgesetzt, man gibt ihr Raum. Aber den bekamen die Kita-Kinder in dem vom Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien geförderten Projekt. Das dieses vom Orla-Verein durchgeführte „Kita sucht Künstler“-Projekt mehr als nur eine sommerliche Beschäftigungstherapie ist, kann man daran ersehen, dass die von den Kindern gefertigten Linoldrucke und Skizzen neben weiteren Objekten der Öffentlichkeit gezeigt werden. Und zwar am 8. September, am Tag des offenen Denkmals. Da werden die Kita-Kinder im Seifersdorfer Schlosspark und im ehemaligen Wachauer Pfarrhaus, in der Kunst- und Kulturebene O66, ihre Werke unter dem Titel „Entfaltung“ vorstellen. Das dürfte sicher sehr aufschlussreich sein, vor allem für das ganz junge Publikum. Und die Frage, was Künstler so den ganzen lieben langen Tag treiben, dürfte sich für die teilnehmenden Kita-Kids bestimmt geklärt haben.