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Weihnachten

Was macht ein Flamingo am Weihnachtsbaum?

Trendforscherin Gabriela Kaiser über tierischen Schmuck und andere Deko-Neuheiten fürs Fest.

Der Tag ist der gleiche, die Deko ändert sich: Auch dieses Jahr kann man Weihnachten nutzen, um Trends hinterherzujagen. © dpa/Pietro Sutera

Es gibt kaum eine Sache in deutschen Wohnzimmern, die mehr von Traditionen bestimmt ist als der Weihnachtsbaum. Und doch gibt es sogar hier Trends. Die Trendforscherin und Wohnexpertin Gabriela Kaiser aus Landsberg am Lech hat sich die Neuheiten angeschaut.

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Frau Kaiser, was ist die Trendfarbe für Weihnachten 2018?

Ganz neu – und das nicht nur bei der Weihnachtsdekoration, sondern den Wohndekorationen – ist die Farbpalette von Dunkelgrün über Petrol bis Dunkelblau. Die Farbe Grün ist zu Weihnachten erstaunlich, da der Baum ja schon grün ist. Warum sollte man sich da Schmuck auch in Grün kaufen? Tatsächlich ist es aber so, dass nicht mehr jeder einen Weihnachtsbaum hat.

Wo kommen grüne Kugeln zum Beispiel zum Einsatz?

Etwa auf Tischen, in Schalen oder auch in Gläsern. Und viele Menschen hängen zum Beispiel in die Fenster Weihnachtskugeln an Schnüren oder an Zweigen über dem Esstisch. Hier gibt es dann kein Tannengrün, es wird quasi mit den grün dekorierten Zweigen das Tannengrün simuliert.

Aber: Die Idee kommt nicht deswegen zustande. Sondern der Trend zu Grün ist ein Wohntrend, der sich nun einfach bis in das Weihnachtsthema zieht. Man sieht ihn auch weiterhin im Wohnen sehr, sehr stark, in Verbindung mit Samt, etwa für Kissen.

Gibt es auch noch ein auffälligeres Weihnachtsthema?

Der Klassiker Rot bleibt. Wir hatten das ja schon in den letzten Saisons, Rot zeigte sich in den verschiedenen Schattierungen. Nun kommt dazu, dass die Rotskala teils schon bei Pink anfängt und sich bis zu Ultraviolett hinzieht. Kombiniert man Schwarz dazu, wirkt es sehr elegant. Und wir haben das Grafische. Schwarz-weiße Dekorationen bleiben uns erhalten und zeigen sich jetzt gemeinsam mit Rot und Grün.

Wie wird das am Baum aussehen?

Da hängen schwarze Kugeln mit weißen Aufschriften. Oder man kann matte schwarze Kugeln mit einem Kreidestift selbst beschriften. Dann sind da weiße Kugeln, die vielleicht noch ein bisschen mit Gold geschmückt sind oder eben mit schwarzen Schriften. Und dazwischen hängt man rote und grüne Kugeln. Der Flamingo hat als Dekoration letztes Jahr eine ganz steile Karriere hingelegt – er hat es sogar bis an die Weihnachtsbäume geschafft.

Wie sieht es 2018 damit aus?

Ja, er bleibt. Daneben erobern derzeit Lamas fast alles. Es gibt sie meist in kuscheliger Ausführung, etwa gefilzt als Anhänger oder als Stehfigur.

Das Lama ersetzt also Rudolph, das Rentier?

Es ersetzt es nicht, aber es wird doch starke Konkurrenz sein – mit kleinen Pompons geschmückt, die um den Hals hängen oder den Kopf des Lamas schmücken. Das ist einfach sehr herzerwärmend. Es nimmt im Prinzip die gleiche Funktion ein, die auch das Einhorn innehatte.

Warum gehören nun Einhörner, Lamas und Flamingos zu Weihnachten?

Ich glaube zum einen, dass man immer auch etwas Lustiges für junge Leute braucht. Das andere ist aber, dass für mich das Einhorn auch eine besondere Aufgabe hat: Romantik. Es ist zuckersüß, in Rosa und Weiß gehalten, hat einen Regenbogen. Das holt die meisten Menschen auf einer sehr emotionalen Weise ab - es geht um dieses Heimelige, sich einkuscheln und sich einfach nur wohlfühlen können. Das Kindhafte, sich in eine heile Welt zurückzuversetzen. Das kommt jedes Jahr zu Weihnachten besonders zum Tragen. Ein ganz neues Motiv, das in letzter Zeit aufgekommen ist, passt dazu: Anhänger mit Autos, die kleine Tannenbäume auf dem Dach transportieren. Das sind dann meistens keine modernen Autos, sondern alte Wagen, die auch ein wenig dieses Retro-Feeling aufgreifen.

Das Interview führte Simone Mayer von dpa.