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Was sich beim Chauffeurdienst 8x8 ändert

Eine neue Firma führt die Limousinen-Flotte mit der einprägsamen Rufnummer. Die SZ erklärt, was das für Kunden, Fahrer und die Mitbewerber bedeutet.

Von Andreas Rentsch

Seit anderthalb Wochen fahren die 8x8-Chauffeure für einen neuen Betreiber. Die International Chauffeur Services (ICS) GmbH hat den Geschäftsbetrieb der seit Juli insolventen Chauffeur Service Dresden (CSD) GmbH übernommen. Der Neuanfang wirft nach wie vor zahlreiche Fragen auf.

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Die Sparkassen-Versicherung Sachsen ist auch in dieser außergewöhnlichen Situation für ihre Kunden da.

Wer steckt hinter der neu gegründeten Firma?

Chef der ICS ist Daniel Mähler; als Gesellschafter der Firma fungiert eine P&W Media GmbH mit Sitz im bayerischen Tutzing. Dieses Unternehmen wiederum gehört Mählers Partnerin Jennifer Jürgens. Ihr Vater ist übrigens der Tennishallen-Investor Wolfgang Jürgens aus Pappritz. Nun blühen die Spekulationen, wie gut das Paar den 8x8Gründer Jörg Zeisberg kannte und ob dies eine Rolle bei der Übernahme des Geschäftsbetriebs der CSD spielte. Daniel Mähler erklärt, er sei von der „Marke 8x8“ überzeugt gewesen und habe deshalb die Rechte von Zeisberg erworben. Sein Ziel sei es, mit 8x8 in weitere deutsche Städte zu expandieren. Welche das sind, verrät der 40-Jährige bisher nicht. Interessant ist aber, dass Zeisberg vor Jahren ähnlich ehrgeizige Pläne verfolgte, diese aber nicht verwirklichen konnte.

Wie geht es für die 8x8-Chauffeure weiter?

Zu dem Zeitpunkt, als die Chauffeur Service Dresden GmbH Insolvenz anmeldete, waren dort noch 40 Mitarbeiter beschäftigt, teilt Verwalter Henning Schorisch auf SZ-Anfrage mit. Darunter waren auch fünf Disponenten. Fast die gesamte Belegschaft ist jetzt zu ICS gewechselt – einige wenige wanderten vorher ab. Dennoch seien in den nächsten Monaten durchaus Neueinstellungen möglich, sagt Daniel Mähler. „Bewerber, die unseren Qualitätsansprüchen genügen, sind jederzeit willkommen“, sagt Gero Weißgerber, der in der 8x8-Basis als Ansprechpartner fungiert.

Was ändert sich für die Fahrgäste?

Wer genau hinschaut, stellt fest, dass der Fuhrpark vor wenigen Tagen erneuert wurde. Jetzt lässt die ICS ihre Kunden in 25 frisch geleasten Audi-A6-Limousinen an ihr Ziel bringen. Die Kosten für eine Tour setzen sich aus dem Anfahrtspreis (3,10 Euro) und dem Preis pro gefahrenen Kilometer (1,65 Euro) zusammen. „Nicht teurer als ein herkömmliches Taxi“ wolle man sein, wirbt die ICS auf ihrer Webseite.

Welche Rolle spielt Ex-Chef Jörg Zeisberg noch?

Das ist unklar – unter anderem deshalb, weil der umstrittene Multi-Unternehmer offenbar noch regelmäßig in den Firmenräumen an der Hamburger Straße verkehrt. Mähler sagt, der frühere 8x8-Chef müsse ihn noch mit erforderlichen Informationen versorgen und einen geordneten Geschäftsbetrieb übergeben. Das könne Monate dauern. Im Herbst hatte Zeisberg allerdings in einem Interview angekündigt, sich vorerst ins Privatleben zurückziehen zu wollen. Wenige Wochen später wurde der 33-Jährige in einem Prozess wegen verschiedener Wirtschaftsdelikte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Vor diesem Hintergrund ist klar, dass sich ICS-Chef Mähler vor allem eines wünscht: „Wir müssen hier wieder Ruhe reinkriegen.“

Was Sagen die Mitbewerber aus dem Taxigewerbe?

Da der Chauffeurbetrieb nach der Insolvenzanmeldung normal weitergelaufen sei, habe sich jetzt nicht viel geändert, heißt es bei der Dresdner Taxigenossenschaft. Das umsatzstarke Silvestergeschäft teilen sich die Fahrer der gelben und schwarzen Limousinen also wieder.