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Was sich die Kunden wünschen

Die geplante sächsische Landesverkehrsgesellschaft muss aus Oberlausitzer Sicht vor allem drei Dinge klären.

Was die 1998 abgeschaffte alte Landesverkehrsgesellschaft nicht geschafft hat, soll die neue packen. Das hofft der zuständige Minister Martin Dulig. Ganz oben für ihn stehen ein einheitlicher Verkehrstarif für ganz Sachsen, ein überregionales Plus-Bus-System und ein Bildungsticket.

Durch die Oberlausitzer Brille gesehen, dulden vor allem drei Entscheidungen keinen langen Aufschub mehr. Natürlich dürfen hier auch die Verkehrsverbünde selbst aktiv werden, bevor der Freistaat die neue Gesellschaft gründet.

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Bester Start ins Schülerleben

Am 27. September 2019 lädt die Neißegrundschule Görlitz, eine Ganztagsschule in freier Trägerschaft, zum Informationstag ein. 

Erstens: Schluss mit der Kleinstaaterei im Tarif! Seit der Kreisreform 2008 gehören 60 Prozent der Fläche des Landkreises Bautzen zum Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), 40 Prozent zum Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon). Der Landkreis Görlitz ist zu 100 Prozent Zvon-Gebiet. Im Landkreis Bautzen gelten also zwei Tarife, die aber nicht miteinander kompatibel sind. Im VVO gibt es Tarifzonen, in denen die Kunden sämtliche Angebote zum einheitlichen Preis nutzen können – im Zvon zahlen die Fahrgäste nach Kilometern.

Zweitens: Her mit dem Bildungs- und Azubi-Ticket! Die Kreishandwerkerschaft hat Lehrlinge befragt, wie viel sie im Monat für Bus- und Bahnfahrten zum Ausbildungsbetrieb und zur Schule bezahlen. Die Spanne liegt zwischen zwölf und 400 Euro. Bei den Entfernungen auf dem Lande kein Wunder – aber kein Zustand auf Dauer.

Drittens: Behaltet das Euro-Neiße-Ticket! Mit diesem Angebot des Zvon können bis zu fünf Personen einen ganzen Tag lang preisgünstig kreuz und quer durch die aneinandergrenzenden Gebiete Deutschlands, Polens und Tschechiens fahren. Der Zvon und seine Partner in den Nachbarländern beraten bereits, wie sie dieses Angebot noch ausbauen können. (SZ/tbe)