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Sebnitz

Was Stolpen anpacken muss

Hinter dem jetzigen Stadtrat liegt eine gute Legislatur. Der neue Rat wird es schwerer haben. Ein Rück- und Ausblick.

Wie kommt mehr Leben in die Stolpener Innenstadt? Ein Problem, das auch den neuen Stadtrat vor eine Herausforderung stellen wird. © Steffen Unger

Stolpen sei nicht in der Lage, das Geld mit vollen Händen auszugeben. Das sagte Hans-Jürgen Friedrich, Chef der FDP-Stadtratsfraktion, in der Debatte um höhere Kita-Beiträge. Und CDU-Fraktionschef Roman Lesch forderte in der Haushaltsdiskussion, man dürfe nicht neue Wohn- und Gewerbegebiete ausweisen und gleichzeitig die Steuern erhöhen. Beide Aussagen beschreiben die derzeitige Haushaltssituation in Stolpen. Die Stadt braucht Einnahmen. Der Haushaltsplan für 2019 lässt keine großen Sprünge zu, auch der Ausblick auf die nächsten Jahre wird nicht besser. Dem am 26. Mai neu zu wählenden Stadtrat stehen wohl magere Jahre bevor.

Das kann der jetzige Stadtrat nicht behaupten. Denn in dessen Amtsperiode hat Stolpen gleich mehrere Großprojekte bewältigt. Und so dürfte in der Bilanz des Stadtrates auch mehr auf der Haben- als auf der Soll-Seite stehen.

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Dazu gehören der Neubau der Schulturnhalle, die Sanierung des Alten Amtsgerichtes Markt 26, das neue gemeinsame Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehren von Stürza und Heeselicht – drei Großprojekte, die in der vergangenen Legislaturpreiode verwirklicht wurden. Stolpen will sich im Speckgürtel von Dresden behaupten und vom Wachstum der Landeshauptstadt profitieren. Deshalb entsteht gerade das neue Wohngebiet „Am Schloss“. Auch diese Entscheidung fällt in die zurückliegende Wahlperiode des Stadtrates. Darüber hinaus konnte ein schon länger schmorendes Projekt umgesetzt werden: die Erschließung des neuen Gewerbegebietes im Ortsteil Helmsdorf an der Ziegeleistraße. Zwei Firmen bauen hier bereits. Für ein drittes Unternehmen wäre noch Platz.

Solche Vorzeigeprojekte wird der neue Stadtrat erst einmal nicht haben. Die zeichnen sich erst für das Ende der kommenden Wahlperiode ab. So wurde mit der Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Stolpen begonnen. Das Vorhaben übersteigt jedoch bei Weitem die finanziellen Mittel der Stadt. Deshalb hofft man auf Fördergeld aus dem Programm „Aktive Orts- und Stadtteilzentren“ und hat extra das Sanierungsgebiet erweitert. Es umfasst nicht nur die Fläche des neuen Gerätehauses an der Pirnaer Landstraße, sondern auch den Komplex der Grund- und Oberschule und die Trauerhalle des Friedhofes.

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Vor allem im Schulareal stehen noch umfangreiche Investitionen an, für die die Stadt Zuschüsse gut gebrauchen kann. So müssen unter anderem der Hort erweitert und in der Oberschule die Sanitäranlagen erneuert werden. Auch das sind Projekte, welche die Stadträte schon seit Längerem begleiten. In den kommenden Jahren wird es nun konkret. Ebenso schon geplant ist der Hochwasserschutz entlang des Langenwolmsdorfer Baches. Für die nächsten Jahre ist hier im Oberdorf ein großes Staubecken vorgesehen. Damit wird das erste Vorhaben aus dem Hochwasserschutzplan für Langenwolmsdorf gebaut.

Ein großes Thema, welches auch in den zurückliegenden fünf Jahren nicht gelöst werden konnte, ist die Wiederbelebung der Stolpener Innenstadt. Inzwischen sind hier fast alle Geschäfte geschlossen, würde nicht der Parkplatz voller Autos stehen, wäre der Platz komplett leer. Um Möglichkeiten zu finden, wie mehr Touristen in die Stadtmitte gelockt werden können, gibt es ein Zentrumsmanagement, welches einige Projekte initiiert. Eines davon ist das interaktive Innenstadtspiel, bei dem Besucher auf die Suche nach versteckten Mäusen und ihren Geschichten geschickt werden. Hinzu kommen kleinere Veranstaltungen, mit denen vor allem Einheimische angesprochen werden sollen. Das Projekt mit Maßnahmen zur Wiederbelebung wird auch den neuen Stadtrat begleiten.

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